
Am Sonntagabend setzt Das Erste zur besten Sendezeit auf einen der düstersten Kieler Fälle der vergangenen Jahre. Um 20:15 Uhr läuft der Tatort Borowski und der gute Mensch, ein Krimi, der weniger als klassischer Ermittlungsfall beginnt, sondern als psychologisches Duell. Im Mittelpunkt steht Klaus Borowski, gespielt von Axel Milberg. An seiner Seite ermittelt Kommissarin Mila Sahin, dargestellt von Almila Bagriacik. Beide werden mit einem Mann konfrontiert, der für Borowski mehr ist als ein Täter: Kai Korthals, gespielt von Lars Eidinger.
Der Fall beginnt in einer forensischen Klinik. Dort sitzt Kai Korthals in Sicherungsverwahrung. Der Frauenmörder ist kein Unbekannter, sondern ein Täter, der Borowski bereits früher schwer zugesetzt hat. Bei einer Theateraufführung der Insassen kommt es zu einem Aufstand. In dem Tumult greift Korthals ein, rettet eine Gefängnispsychologin vor einem Angriff und tötet dabei zwei Männer. Danach gelingt ihm die Flucht.
Für Borowski ist sofort klar, dass dieser Ausbruch nicht nur ein Sicherheitsproblem ist. Korthals kennt ihn, seine Schwächen und seine Vergangenheit. Der Ermittler muss deshalb nicht nur einen entflohenen Mörder finden, sondern sich auch einem alten Trauma stellen. Denn Korthals hatte einst Borowskis damalige Verlobte Frieda Jung entführt. Die Folgen dieser Tat haben Borowski nie vollständig losgelassen.
Der Film lebt stark von der Beziehung zwischen Ermittler und Täter. Korthals inszeniert sich nicht nur als Verbrecher, sondern als jemand, der seine Umgebung manipuliert. Gerade deshalb wird die Suche nach ihm für Borowski und Sahin zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Während Borowski emotional vorbelastet ist, versucht Sahin, den Fall nüchtern zu ordnen.
Der Krimi setzt dabei auf eine beklemmende Grundspannung. Korthals scheint immer einen Schritt voraus zu sein. Zugleich stellt die Folge die Frage, warum Menschen von Gewalt, Tätern und gefährlicher Nähe angezogen werden. Dadurch wird der Fall mehr als eine reine Fahndung: Er erzählt von Macht, Abhängigkeit, Faszination und der Gefahr, das Böse erklären zu wollen.
Axel Milberg spielt erneut den Kieler Kommissar Klaus Borowski, der seit vielen Jahren zu den markantesten Ermittlern der ARD-Reihe gehört. Almila Bagriacik ist als Mila Sahin zu sehen. Sie bildet den sachlichen Gegenpol zu Borowskis persönlicher Verstrickung.
Die zentrale Gastrolle übernimmt Lars Eidinger als Kai Korthals. Ebenfalls zur Besetzung zählen Sabine Timoteo als Teresa Weinberger, Thomas Kügel als Roland Schladitz, Victoria Trauttmansdorff als Alma Kovacz sowie Anja Antonowicz als Dr. Kroll.
Borowski und der gute Mensch ist der dritte Teil einer Korthals-Trilogie. Zuvor war die Figur bereits in Borowski und der stille Gast sowie in Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes zu sehen. Die Folge knüpft an eine längere Vorgeschichte an, bleibt aber auch ohne Detailkenntnis verständlich.
Regie führte İlker Çatak, das Drehbuch stammt von Sascha Arango. Produziert wurde der Film von Nordfilm im Auftrag des NDR und der ARD Degeto. Die Erstausstrahlung erfolgte am 3. Oktober 2021. Dass die ARD die Folge am 7. Juni 2026 erneut zeigt, passt zur Sommerphase des Sonntagskrimis, in der häufig starke Wiederholungen aus dem Tatort-Archiv laufen.
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