
Der Dax auf Rekordhoch hat seine starke Börsenwoche am Freitag fortgesetzt. Der deutsche Leitindex beendete den Xetra-Handel am 7. August 2026 bei 26.319,45 Punkten und damit 0,69 Prozent über dem Vortag. Im Tagesverlauf stieg der Index bis auf rund 26.445 Punkte und erreichte damit eine neue Bestmarke. Auf Wochensicht legte der Dax rund 2,7 Prozent zu. Den entscheidenden zusätzlichen Schub lieferten am Nachmittag überraschend schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA.
Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft sank in den USA im Juli um 23.000. Erwartet worden war dagegen ein deutlicher Stellenaufbau. Eine Reuters-Umfrage unter Ökonomen hatte im Mittel mit 80.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen gerechnet.
Hinzu kamen deutliche Korrekturen für die Vormonate. Für Mai wurde der Stellenzuwachs von 129.000 auf 63.000 reduziert, für Juni von 57.000 auf nur noch 20.000. Zusammen lagen die beiden Monate damit 103.000 Stellen unter den bisherigen Angaben. Die Arbeitslosenquote sank dennoch von 4,2 auf 4,1 Prozent. Zugleich ging die Beteiligung am Arbeitsmarkt leicht zurück.
Auch beim Lohnwachstum gab es Signale einer Abkühlung. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Juli lediglich um zwei Cent auf 37,62 Dollar. Gegenüber dem Vorjahr betrug der Zuwachs 3,2 Prozent.
Dass schwache Wirtschaftsdaten zu steigenden Aktienkursen führen, wirkt zunächst widersprüchlich. Entscheidend war am Freitag jedoch die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Ein robuster Arbeitsmarkt und anhaltender Inflationsdruck könnten für weitere Zinserhöhungen sprechen. Die überraschend schwachen Beschäftigungszahlen machten eine erneute Straffung der Geldpolitik aus Sicht der Anleger weniger wahrscheinlich.
Niedrigere oder zumindest nicht weiter steigende Zinsen sind für Aktien grundsätzlich günstig. Unternehmen können sich günstiger finanzieren, während festverzinsliche Anlagen im Vergleich zu Aktien weniger attraktiv werden. Besonders Wachstumsunternehmen und Technologiewerte reagieren häufig empfindlich auf Veränderungen der Zinserwartungen.
Die Reaktion am Anleihemarkt unterstrich diesen Effekt. Die Renditen von US-Staatsanleihen gingen nach Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten zurück. Gleichzeitig verlor der Dollar an Wert.
Zu den stärksten Dax-Werten gehörten am Freitag vor allem Technologieaktien. Infineon gewann zum Handelsschluss rund 4,6 Prozent und gehörte damit zur Spitze des Leitindex. Scout24 legte gut 4 Prozent zu. SAP gewann rund 3 Prozent, Siemens etwa 2,6 Prozent.
Am anderen Ende des Dax stand Daimler Truck mit einem Minus von rund 3,5 Prozent. Das Unternehmen hatte neue Geschäftszahlen vorgelegt. Auch Zalando, Münchener Rück und Allianz gehörten zu den schwächeren Indexwerten.
Damit wurde der Dax-Anstieg nicht von allen Branchen gleichermaßen getragen. Vor allem zinssensitive und technologieorientierte Aktien profitierten von der veränderten Erwartung an die amerikanische Geldpolitik.
Auch an der Wall Street reagierten Anleger positiv auf den Arbeitsmarktbericht. Besonders deutlich stiegen Technologieaktien. Der Nasdaq Composite gewann im Verlauf rund ein Prozent und lag damit stärker im Plus als die beiden anderen großen US-Indizes.
Auch der S&P 500 rückte vor und bewegte sich erneut in der Nähe seiner Rekordstände. Der Dow Jones legte vergleichsweise moderat zu. Die genaue Schlussbilanz der Wall Street stand unmittelbar nach Ende des deutschen Xetra-Handels noch nicht fest.
Neben den Zinserwartungen stützte die laufende Berichtssaison die US-Märkte. Ein ungewöhnlich hoher Anteil der Unternehmen im S&P 500 hat die Gewinnschätzungen der Analysten bislang übertroffen. Besonders Technologieunternehmen und Firmen mit Bezug zu künstlicher Intelligenz haben die Rally in den vergangenen Tagen geprägt.
Der Dax hat seine Rekordmarken innerhalb weniger Tage mehrfach verbessert. Neben Hoffnungen auf eine Entspannung geopolitischer Risiken haben zuletzt sinkende Ölpreise, gute Unternehmenszahlen und nachlassende Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen die Märkte gestützt.
Die Kombination birgt allerdings Risiken. Schwächere Konjunkturdaten sind für Aktien nur so lange hilfreich, wie Anleger darin vor allem einen Grund für eine weniger straffe Geldpolitik sehen. Sollte sich der Arbeitsmarkt stärker verschlechtern und damit die Sorge vor einer Rezession wachsen, könnte sich diese Interpretation schnell verändern.
Auch die Bewertungen einiger Börsensegmente sind nach der Rally gestiegen. In den USA konzentrieren sich große Teile der Kursgewinne weiterhin auf Technologie und Halbleiterwerte. Der Philadelphia Semiconductor Index lag 2026 zuletzt rund 70 Prozent im Plus, obwohl er weiterhin deutlich unter seinem Hoch von Ende Juni notierte.
Nach dem Arbeitsmarktbericht richtet sich der Blick nun auf die kommenden US-Inflationsdaten. Sie sind entscheidend für die weitere Geldpolitik der Federal Reserve. Zuletzt lag die Inflation weiterhin oberhalb des langfristigen Zwei-Prozent-Ziels der Notenbank.
Steigt der Preisdruck wieder stärker als erwartet, könnte die Diskussion über höhere Zinsen schnell zurückkehren. Fallen die Inflationsdaten dagegen moderater aus, würde dies die Hoffnung stützen, dass die Fed trotz des weiterhin erhöhten Preisniveaus auf eine weitere Zinserhöhung verzichten kann.
Für die Rekordrally an den Aktienmärkten entsteht damit eine ungewöhnliche Ausgangslage: Die Anleger setzen derzeit darauf, dass die Wirtschaft ausreichend stabil bleibt, um Unternehmensgewinne zu tragen, gleichzeitig aber schwach genug ist, um weitere Zinserhöhungen überflüssig zu machen.






Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu