
Eine Geiselnahme in einem Supermarkt in Berlin-Marienfelde ist am Samstagmorgen durch einen Zugriff von Spezialeinsatzkräften beendet worden. Ein Mann soll eine Frau seit dem späten Freitagabend in seiner Gewalt gehalten haben. Die Polizei überwältigte den Tatverdächtigen gegen 9.20 Uhr. Nach offiziellen Angaben kamen dabei keine Schusswaffen zum Einsatz. Die festgehaltene Frau wurde unverletzt befreit. Zu dem Mann, seinem Motiv und möglichen Forderungen liegen bislang nur wenige gesicherte Informationen vor.
Ein 22-jähriger Mitarbeiter berichtete gegenüber Journalisten, der mutmaßliche Geiselnehmer habe kurz vor Geschäftsschluss ein großes Messer gezogen. Der Mitarbeiter und eine weitere Kollegin hätten den Markt verlassen und die Polizei alarmiert. Bei der festgehaltenen Frau soll es sich ebenfalls um eine Beschäftigte des Supermarktes gehandelt haben. Diese Angaben beruhen teilweise auf Zeugenaussagen und waren zunächst nicht vollständig von den Ermittlungsbehörden bestätigt.
Nach bisherigen Erkenntnissen befand sich nur eine Geisel in der Gewalt des Mannes. Hinweise auf weitere festgehaltene Menschen gab es nicht. Für die Anwohner bestand nach Angaben der Polizei keine unmittelbare Gefahr. Der Bereich rund um den Supermarkt wurde dennoch weiträumig abgesperrt. Neben zahlreichen Polizeikräften waren Rettungswagen und die Berliner Feuerwehr vor Ort.
Die Berliner Polizei versuchte während der Nacht, die Situation über Verhandlungen zu deeskalieren. Speziell ausgebildete Beamte nahmen Kontakt zu dem mutmaßlichen Geiselnehmer auf. Nach mehr als elf Stunden entschieden sich die Einsatzkräfte schließlich zum Zugriff. Der Mann wurde am Samstagvormittag von den Einsatzkräften unter Kontrolle gebracht. Nähere Angaben zu seinem Gesundheitszustand oder einer möglichen Behandlung im Krankenhaus lagen zunächst nicht vor.
Zur Identität des mutmaßlichen Geiselnehmers veröffentlichte die Polizei zunächst keine persönlichen Angaben. Weder sein Alter noch seine Herkunft oder mögliche Vorstrafen waren bekannt. Auch der Hintergrund der Tat blieb offen. Es ist bislang unklar, warum der Mann die Frau bedroht haben soll und ob er während der stundenlangen Lage konkrete Forderungen stellte.
Die weiteren Ermittlungen sollen nun den genauen Ablauf, das Motiv und das Verhältnis zwischen dem Tatverdächtigen und der Frau klären. Auch Zeugenaussagen der Mitarbeiter sowie mögliche Videoaufzeichnungen aus dem Supermarkt dürften eine Rolle spielen.
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