Junge Briten ziehen Bilanz: Was die ARD-Doku Die Brexit-Erben heute zeigt

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Das Erste zeigt heute, am Mittwoch, 17. Juni 2026, um 23:35 Uhr die Weltspiegel-Doku „Die Brexit-Erben: Uns reicht’s!“. Der Film läuft bis 00:20 Uhr und ist als 45-minütige Dokumentation angekündigt. Verantwortlich sind Mareike Aden und Anna Leier. Im Mittelpunkt steht keine klassische politische Rückschau auf den Brexit, sondern der Blick auf eine Generation, die 2016 noch nicht abstimmen durfte. Die Sendung fragt, wie junge Erwachsene heute mit den Folgen einer Entscheidung leben, die ihre beruflichen Chancen, ihre Wohnsituation und ihr Verhältnis zu Europa prägt.

Vier junge Menschen stehen im Mittelpunkt

Die Dokumentation begleitet Alisha, Dylan, Samuel und Ceira. Sie alle waren beim Brexit-Referendum zu jung, um mitzuentscheiden. Heute gehören sie zu jener Generation, die mit den praktischen Folgen des EU-Austritts umgehen muss. Die ARD-Doku stellt dabei unterschiedliche Lebenswege nebeneinander. Es geht um junge Menschen, die politisch aktiv werden, um die Suche nach bezahlbarem Wohnraum, um berufliche Perspektiven und um die Frage, ob Großbritannien näher an die EU heranrücken oder auf Abstand bleiben soll.

Punkband, Wahlkampf und Protestmarsch

Ein Schwerpunkt liegt auf Alisha, die als Gitarristin einer Punkband aus Manchester mit den Hürden einer Europa-Tournee konfrontiert ist. Nach dem Brexit sind Auftritte auf dem Kontinent für britische Bands komplizierter und teurer geworden. Dylan lebt in London noch bei seinen Eltern und engagiert sich politisch bei den Grünen. Samuel steht dagegen der Partei Reform UK nahe und sieht den Brexit nicht grundsätzlich als Fehler, sondern vor allem als schlecht umgesetzt. Ceira setzt sich für eine Rückkehr Großbritanniens in die EU ein und schließt sich einem Protestmarsch Richtung Brüssel an.

Brexit-Folgen als Generationenthema

„Die Brexit-Erben“ ordnet den Brexit nicht nur als außenpolitisches Ereignis ein, sondern als soziale Erfahrung junger Britinnen und Briten. Bezahlbare Wohnungen, sichere Jobs und die Bewegungsfreiheit innerhalb Europas werden zu konkreten Alltagsthemen. Gerade dadurch unterscheidet sich die Dokumentation von vielen politischen Rückblicken auf den EU-Austritt. Sie zeigt, wie stark die Entscheidung von 2016 in Lebensentwürfe hineinwirkt, obwohl die porträtierten jungen Menschen damals keine Stimme hatten.

Zehn Jahre nach dem Referendum

Das Brexit-Referendum vom 23. Juni 2016 liegt fast zehn Jahre zurück. Eine knappe Mehrheit stimmte damals für den Austritt aus der Europäischen Union. Formal verließ das Vereinigte Königreich die EU am 31. Januar 2020, die Übergangsphase endete Ende desselben Jahres. Seitdem prägen neue Handelsregeln, kompliziertere Mobilität, politische Debatten und wirtschaftliche Folgen das Verhältnis zwischen London und Brüssel. Die ARD-Doku setzt genau dort an und fragt, welche Richtung die nächste Generation einschlagen will.

Sendung ohne Moderation, aber mit klarem Reportageansatz

Eine Studiomoderation oder ein klassisches Talkformat ist für „Die Brexit-Erben“ nicht angekündigt. Die Sendung ist als Weltspiegel-Dokumentation angelegt und folgt ihren Protagonisten in deren Alltag, im politischen Engagement und bei beruflichen Herausforderungen. Dadurch entsteht eine kompakte, personenbezogene Bestandsaufnahme der Brexit-Folgen. Für Zuschauerinnen und Zuschauer ist die Dokumentation besonders interessant, weil sie den großen politischen Begriff Brexit auf konkrete Biografien herunterbricht.

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