
ZDFneo zeigt den amerikanischen Gerichtsthriller „Das Urteil: Jeder ist käuflich“ am heutigen Samstag, 25. Juli 2026, von 20:15 bis 22:15 Uhr. Der Film ist im Original unter dem Titel „Runaway Jury“ bekannt und stammt aus dem Jahr 2003. Die Inszenierung verbindet ein Gerichtsdrama mit Elementen eines Verschwörungsfilms und konzentriert sich auf die Frage, wie unabhängig eine Jury unter massivem wirtschaftlichem und persönlichem Druck bleiben kann.
Das Urteil heute bei ZDFneo ist der Auftakt zu einem Fernsehabend mit drei prominent besetzten amerikanischen Thrillern. Um 22:15 Uhr folgt „The Sentinel: Wem kannst du trauen“ mit Michael Douglas, Kiefer Sutherland und Eva Longoria. Ab 23:55 Uhr zeigt der Sender „In the Line of Fire“ mit Clint Eastwood, John Malkovich und Rene Russo.
Ausgangspunkt der Handlung ist ein tödlicher Angriff auf die Mitarbeiter eines Börsenunternehmens in New Orleans. Zwei Jahre später verklagt Celeste Wood den Hersteller der verwendeten Waffe. Ihr Ehemann Jacob gehörte zu den Opfern. Die Witwe und ihr Anwalt Wendell Rohr wollen vor Gericht beweisen, dass das Unternehmen eine Mitverantwortung für die Tat trägt.
Für den Waffenhersteller steht viel auf dem Spiel. Eine Niederlage könnte Folgen für die gesamte Branche haben. Die Verteidigung engagiert deshalb den skrupellosen Geschworenenberater Rankin Fitch. Er verfügt über ein umfangreiches Team, moderne Überwachungstechnik und detaillierte Informationen über mögliche Mitglieder der Jury.
Fitch versucht bereits bei der Auswahl der Geschworenen, den Ausgang des Prozesses zu beeinflussen. Auch nach Beginn der Verhandlung lässt er die Jurymitglieder beobachten und sucht gezielt nach persönlichen Schwächen, Abhängigkeiten und belastenden Geheimnissen.
Eine besondere Rolle spielt Nicholas Easter, der zunächst wie ein gewöhnlicher Geschworener erscheint. Tatsächlich verfolgt er gemeinsam mit der geheimnisvollen Marlee einen eigenen Plan. Marlee nimmt Kontakt zu den beiden Prozessparteien auf und behauptet, das Urteil der Jury kontrollieren zu können. Damit beginnt ein gefährliches Spiel, bei dem keine Seite sicher beurteilen kann, wem Nicholas und Marlee tatsächlich helfen wollen. Die Auflösung dieser Konstellation bleibt bis zum Schluss offen.
John Cusack spielt den Geschworenen Nicholas Easter mit auffälligem Geschick und schwer durchschaubaren Absichten. Rachel Weisz ist als Marlee zu sehen, die außerhalb des Gerichtssaals agiert und sowohl die Klägerseite als auch Rankin Fitch unter Druck setzt.
Gene Hackman übernimmt die Rolle des mächtigen Geschworenenberaters Rankin Fitch. Er betrachtet den Prozess nicht als juristische Auseinandersetzung, sondern als technisch und psychologisch steuerbares Projekt. Sein Gegenspieler ist der von Dustin Hoffman dargestellte Klägeranwalt Wendell Rohr. Rohr vertritt Celeste Wood und setzt offiziell auf Zeugenaussagen, Beweise und die Überzeugungskraft seines Plädoyers.
Zur weiteren Besetzung gehören Bruce Davison als Verteidiger Durwood Cable, Bruce McGill als Richter Frederick Harkin, Jeremy Piven als Rohrs Mitarbeiter Lawrence Green und Joanna Going als Klägerin Celeste Wood. Außerdem treten unter anderem Luis Guzmán, Jennifer Beals, Nick Searcy, Marguerite Moreau und Nestor Serrano auf.
Für Gene Hackman und Dustin Hoffman war der Film eine besondere Zusammenarbeit. Obwohl beide zu den bekanntesten amerikanischen Schauspielern ihrer Generation gehören und ihre Karrieren bereits in den 1960er Jahren begonnen hatten, standen sie hier erstmals gemeinsam für einen Kinofilm vor der Kamera.
Regie führte Gary Fleder, der zuvor unter anderem die Thriller „Denn zum Küssen sind sie da“ und „Sag kein Wort“ inszeniert hatte. Das Drehbuch schrieben Brian Koppelman, David Levien, Rick Cleveland und Matthew Chapman. Die Kameraarbeit übernahm Robert Elswit, die Filmmusik stammt von Christopher Young.
Die literarische Vorlage ist John Grishams Roman „The Runaway Jury“ aus dem Jahr 1996, der auf Deutsch unter dem Titel „Das Urteil“ erschien. Das Buch gehört zu den zahlreichen Justizthrillern des früheren Rechtsanwalts Grisham. Mehrere seiner Romane wurden für das Kino adaptiert, darunter „Die Firma“, „Die Akte“, „Der Klient“, „Die Kammer“ und „Der Regenmacher“.
Zwischen Roman und Film besteht ein wesentlicher Unterschied. In der Buchvorlage richtet sich die Klage gegen einen Tabakkonzern. Für die Verfilmung wurde daraus ein Prozess gegen einen Waffenhersteller. Die grundlegende Konstruktion blieb erhalten: Ein finanzstarker Industriezweig versucht, eine Jury zu manipulieren, während ein Geschworener und seine außerhalb des Gerichts handelnde Partnerin eigene Ziele verfolgen.
„Runaway Jury“ kam am 17. Oktober 2003 in die amerikanischen Kinos. Der deutsche Kinostart folgte am 29. April 2004. Die Laufzeit der internationalen Kinofassung beträgt rund 127 Minuten. Der Film erhielt in Deutschland eine Freigabe ab zwölf Jahren.
An den Kinokassen spielte die Produktion weltweit rund 80,2 Millionen US-Dollar ein. Davon entfielen etwa 49,4 Millionen US-Dollar auf die Vereinigten Staaten und Kanada sowie rund 30,7 Millionen US-Dollar auf die internationalen Märkte. Das Produktionsbudget wurde mit ungefähr 60 Millionen US-Dollar angegeben. Gemessen an der hochkarätigen Besetzung und den Kosten entwickelte sich der Film damit nicht zu einem großen kommerziellen Erfolg.
Inhaltlich zählt „Das Urteil: Jeder ist käuflich“ zu den klassischen Hollywoodadaptionen von John Grishams Justizromanen. Anders als viele Gerichtsfilme konzentriert sich die Handlung jedoch nicht allein auf Zeugenaussagen und Plädoyers. Im Mittelpunkt steht der verdeckte Kampf um die Geschworenen. Überwachung, psychologischer Druck, Bestechungsversuche und persönliche Motive werden zu ebenso wichtigen Mitteln wie juristische Argumente.
Der Film ist zugleich eine der letzten großen Kinorollen Gene Hackmans. Nach „Das Urteil: Jeder ist käuflich“ wirkte der Schauspieler nur noch in der Komödie „Willkommen in Mooseport“ mit, die 2004 erschien. Gerade durch das Zusammenspiel von Hackman, Hoffman, Cusack und Weisz bleibt Gary Fleders Thriller ein markanter Vertreter des amerikanischen Gerichtsfilms der frühen 2000er Jahre.
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