
Der VfL Osnabrück steht offenbar vor einer Verpflichtung des vereinslosen Offensivspielers Daniel-Kofi Kyereh (30). Der frühere Profi des FC St. Pauli und des SC Freiburg verfolgte am Samstag, 25. Juli 2026, den 3:0-Testspielsieg der Osnabrücker gegen die Kickers Emden als Zuschauer. Nach Informationen des kicker gehörte er dabei zum Kreis der nicht eingesetzten VfL-Spieler. Eine offizielle Bestätigung für einen bevorstehenden Wechsel lag bis Montag nicht vor.
Nach dem Bericht des kicker beschäftige sich der Zweitliga-Aufsteiger intensiv mit einer Verpflichtung Kyerehs. Der 30-Jährige ist seit dem Auslaufen seines Vertrags beim SC Freiburg am 30. Juni 2026 ohne Verein und könnte deshalb ablösefrei an die Bremer Brücke wechseln. Dass er sich während des Testspiels im Umfeld der Osnabrücker Mannschaft aufhielt, deutet auf fortgeschrittene Gespräche hin, stellt jedoch noch keine offizielle Transferbestätigung dar.
Eine Verbindung zum VfL besteht bereits über Physiotherapeut Sebastian Schwermann. Laut kicker werde Kyereh seit mehreren Monaten von dem Osnabrücker Physiotherapeuten behandelt. Der Offensivspieler hatte in den vergangenen Jahren wiederholt mit erheblichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Weder der VfL noch Kyereh äußerten sich bislang öffentlich zu möglichen Vertragsgesprächen oder zum Stand seiner körperlichen Belastbarkeit.
Kyereh erlitt im Februar 2023 während seiner ersten Saison beim SC Freiburg einen Kreuzbandriss. Nach Angaben von Transfermarkt fiel er anschließend mehr als 500 Tage aus. Im Sommer 2024 folgte eine weitere Operation am Knie, die eine erneute lange Rehabilitationsphase erforderlich machte. Auch in der Saison 2025/26 fehlte ihm zunächst die notwendige Trainings- und Wettkampfpraxis.
Erst im Frühjahr 2026 kehrte Kyereh für die zweite Mannschaft des SC Freiburg auf den Platz zurück. In der Regionalliga Südwest kam er in zwei Partien zum Einsatz und erzielte dabei ein Tor. Für die Bundesliga-Mannschaft hatte er seit seiner schweren Verletzung kein Pflichtspiel mehr bestritten. Insgesamt stehen für Freiburg zwölf Bundesliga-Einsätze mit zwei Toren sowie Auftritte im DFB-Pokal und in der Europa League zu Buche. Transfermarkt beziffert seinen aktuellen Marktwert auf 100.000 Euro.
Kyereh wurde in der Jugend unter anderem bei Eintracht Braunschweig, dem VfL Wolfsburg und dem TSV Havelse ausgebildet. Über Havelse wechselte er 2018 zum SV Wehen Wiesbaden. Dort gehörte er 2019 zur Mannschaft, die sich in der Relegation gegen den FC Ingolstadt durchsetzte und in die 2. Bundesliga aufstieg. In insgesamt 67 Pflichtspielen für Wiesbaden erzielte er 24 Tore.
Nach dem Abstieg der Hessen wechselte Kyereh 2020 ablösefrei zum FC St. Pauli. In Hamburg entwickelte er sich zu einem der auffälligsten Offensivspieler der 2. Bundesliga. Für St. Pauli kam er in zwei Spielzeiten auf 67 Pflichtspiele, 22 Tore und zahlreiche Vorlagen. Im Sommer 2022 verpflichtete ihn der SC Freiburg. Eine zwischenzeitlich diskutierte Leihe kam während seiner Freiburger Vertragszeit nicht zustande. Seine langwierigen Knieprobleme verhinderten eine dauerhafte Rückkehr in den Profikader.
Für die ghanaische Nationalmannschaft absolvierte Kyereh seit seinem Debüt im September 2021 insgesamt 18 Länderspiele. Er gehörte zum ghanaischen Aufgebot bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar, blieb seit seiner Verletzung aber ohne weiteren Einsatz. Der ghanaische Verband bezeichnete ihn vor seiner langen Pause als festen Bestandteil der Black Stars.
Der VfL Osnabrück hat seinen Kader nach dem Aufstieg umfassend verändert. Zu den bisherigen acht externen Zugängen gehören Jonathan Wensing, Robin Meißner, Joel Abu Hanna, Leihkeeper Jonas Krumrey, Luca Raimund, Leonhard Münst, Leon Opitz und Konrad Faber. Vor allem Raimund und der von Werder Bremen ausgeliehene Opitz erweitern die Möglichkeiten auf den offensiven Außenbahnen und hinter den Spitzen.
Im zentralen offensiven Mittelfeld entstand dennoch Bedarf. Kevin Wiethaup wechselte zum Karlsruher SC, Lars Kehl schloss sich dem SV Darmstadt 98 an. Zudem verließen die erfahrenen Offensivspieler Kai Pröger und Finn Cramer den Verein. Mit David Kopacz, Ismail Badjie und den Neuzugängen besitzt Trainer Timo Schultz weiterhin mehrere offensive Optionen. Ein fitter Kyereh könnte dem Kader zusätzliche Erfahrung und Zweitligaqualität geben. Eine Verpflichtung dürfte jedoch wesentlich von den medizinischen Untersuchungen abhängen.
Osnabrück startet am Samstag, 8. August 2026, um 13 Uhr beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim in die neue Zweitligasaison. Das erste Heimspiel folgt am 15. August gegen den 1. FC Magdeburg. Ob Kyereh dann bereits zum Aufgebot gehört, ist offen.
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