Das politische Magazin Monitor heute beschäftigt sich mit Abschiebungen nach Afghanistan, der DDR-Nostalgie im Wahlkampf der AfD und den steigenden staatlichen Ausgaben für Wohnen. Das Erste zeigt die neue Ausgabe am Donnerstag, 30. Juli 2026, von 21.45 bis 22.15 Uhr. Die Moderation übernimmt Achim Pollmeier. Insgesamt sind drei Beiträge angekündigt, die aktuelle Entscheidungen der Bundesregierung und politische Auseinandersetzungen in Deutschland untersuchen.
Der erste Beitrag trägt den Titel „Pakt mit den Taliban: Abschiebung um jeden Preis?“. Im Mittelpunkt steht die verschärfte deutsche Abschiebepolitik. Die Bundesregierung will insbesondere ausländische Straftäter schneller außer Landes bringen. Für Rückführungen nach Afghanistan ist sie jedoch auf Absprachen mit den dort herrschenden Taliban angewiesen.
Die islamistische Organisation übernahm im August 2021 erneut die Macht in Afghanistan. Deutschland erkennt ihre Regierung nicht diplomatisch an. Direkte oder indirekte Verhandlungen über Abschiebungen sind deshalb politisch umstritten. Kritiker sehen darin eine Aufwertung des Regimes und warnen vor sicherheitspolitischen Folgen.
„Monitor“ kündigt an, auch Fälle von Menschen zu betrachten, die nach Afghanistan abgeschoben werden, obwohl sie sich in Deutschland nicht strafbar gemacht haben. Der Beitrag soll damit die Frage behandeln, wie weit die Bundesregierung bei Rückführungen gehen will und welche politischen sowie menschenrechtlichen Konsequenzen die Zusammenarbeit mit den Taliban haben kann.
Der zweite Beitrag befasst sich unter dem Titel „Wahlkampf im Osten: Mit der AfD zurück zur DDR?“ mit der politischen Strategie der AfD in Sachsen-Anhalt. Die Partei will dort künftig den Ministerpräsidenten stellen und setzt nach Darstellung der Redaktion im Wahlkampf gezielt auf Symbole und Erinnerungen aus der DDR-Zeit.
Im Mittelpunkt steht AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Bei öffentlichen Auftritten greift er Elemente der ostdeutschen Alltagskultur auf. Dazu gehören Fahrten mit dem Mopedmodell Simson sowie das gemeinsame Singen der DDR-Hymne. Zugleich wirbt Siegmund für die Vorstellung eines früheren, angeblich sichereren Deutschlands.
Der Beitrag untersucht, warum positive Erinnerungen an einzelne Aspekte des Lebens in der DDR politisch mobilisiert werden können. Dabei geht es auch um den Unterschied zwischen persönlicher Ostalgie und einer Verklärung der SED-Diktatur. Die DDR war ein autoritärer Staat ohne freie Wahlen, unabhängige Gerichte oder umfassende Pressefreiheit. Oppositionelle wurden überwacht, verfolgt und inhaftiert.
Das dritte Thema lautet „Teurer Sozialstaat: Wer profitiert wirklich von den Milliarden des Staates?“. Ausgangspunkt sind die steigenden Ausgaben für Wohngeld sowie für die Unterkunft von Menschen, die Grundsicherung beziehen. Gleichzeitig leiden viele Regionen unter hohen Mieten und einem Mangel an bezahlbaren Wohnungen.
Die Bundesregierung plant Einschnitte bei Sozialleistungen im Bereich Wohnen. „Monitor“ will untersuchen, warum die Mietausgaben für Leistungsempfänger überdurchschnittlich steigen und bei wem die staatlichen Zahlungen letztlich ankommen. Damit richtet sich der Blick nicht nur auf die Empfänger der Leistungen, sondern auch auf Vermieter, Immobilienunternehmen und die Strukturen des Wohnungsmarktes.
Die Sendung greift damit eine zentrale sozialpolitische Auseinandersetzung auf. Werden Wohnkosten gekürzt, können Haushalte mit geringem Einkommen stärker belastet werden. Bleibt das Angebot an günstigen Wohnungen knapp, können höhere staatliche Zuschüsse zugleich zu steigenden öffentlichen Ausgaben führen, ohne die Ursachen des Problems zu beseitigen.
„Monitor“ wurde erstmals am 21. Mai 1965 ausgestrahlt. Anders als gelegentlich dargestellt, ist die Sendung nicht das älteste politische Fernsehmagazin Deutschlands. Dieser Rang gehört dem NDR-Magazin „Panorama“, das bereits 1961 startete. „Monitor“ gilt als zweitälteste noch bestehende politische Magazinsendung des deutschen Fernsehens.
Verantwortlich ist eine Redaktion des Westdeutschen Rundfunks in Köln. Das Magazin versteht sich als regierungs- und machtkritisches Format mit Recherchen zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Seit September 2012 wird die Redaktion von Georg Restle geleitet. Er gehört zugleich zu den prägenden Moderatoren der Sendung. Einzelne Ausgaben werden auch von Achim Pollmeier präsentiert.
Der reguläre Sendeplatz liegt donnerstags um 21.45 Uhr nach dem Hauptabendprogramm. „Monitor“ teilt sich diesen Platz im Wechsel mit anderen politischen ARD-Magazinen, darunter „Panorama“ vom NDR und „Kontraste“ vom Rundfunk Berlin-Brandenburg. Die heutige Ausgabe dauert 30 Minuten. Anschließend folgen um 22.15 Uhr die „Tagesthemen“.
Zu den bekannten früheren Recherchen gehören Beiträge über bezahlte Lobbyisten in Bundesministerien. Die Berichterstattung wurde 2007 mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet und führte unter anderem zu parlamentarischen Anfragen und Prüfungen durch den Bundesrechnungshof.
2020 erhielt Georg Restle stellvertretend für die Redaktion einen Grimme-Preis für die kontinuierliche Berichterstattung über Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus. 2021 wurde das Redaktionsteam beim Otto-Brenner-Preis für seine Rechercheleistung, Unabhängigkeit und Meinungsstärke ausgezeichnet.
Der Beitrag „Europas Schattenarmee“ über rechtswidrige Zurückweisungen von Schutzsuchenden an der kroatisch-bosnischen Grenze erhielt 2022 den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis. Für Recherchen zu Migration und deutscher Flüchtlingspolitik wurde die Redaktion außerdem für den Grimme-Preis 2024 nominiert.
Die Sendung kann parallel zur Fernsehausstrahlung im Livestream des Ersten verfolgt werden. In der ARD Mediathek ist bereits ein Eintrag für die Ausgabe vom 30. Juli 2026 angelegt. Vor der Ausstrahlung war dort allerdings noch keine belastbare reguläre Abruffrist genannt. Die einzelnen Beiträge werden üblicherweise zusätzlich als separate Videos veröffentlicht. Viele ältere „Monitor“-Sendungen und Recherchen bleiben langfristig im digitalen Angebot des WDR und der ARD verfügbar.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu