
Auf der A7 in Hamburg steht eine weitere umfangreiche Verkehrssperrung bevor. Von Freitag, 20. November 2026, um 22 Uhr bis Montag, 23. November, um 5 Uhr wird die Autobahn zwischen Hamburg-Stellingen und Hamburg-Heimfeld in beiden Fahrtrichtungen vollständig gesperrt. Auch der Elbtunnel ist betroffen. Die Autobahn GmbH Nord kündigte die Maßnahme am Dienstag, 3. November, an. Gleichzeitig werden am Berliner Tor wichtige Straßen und Bahnstrecken wegen Brückenbauarbeiten gesperrt. Für den überregionalen Verkehr ist eine großräumige Umleitung über Schleswig-Holstein vorgesehen.
Die Vollsperrung umfasst den Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Hamburg-Stellingen mit der Nummer 26 und Hamburg-Heimfeld mit der Nummer 32. Damit ist die wichtige Nord-Süd-Verbindung durch Hamburg einschließlich des Elbtunnels für insgesamt 55 Stunden unterbrochen.
Bereits eine Stunde vor Beginn der eigentlichen Vollsperrung werden mehrere Autobahnzufahrten geschlossen. Die Rampensperrungen beginnen am Freitag, 20. November, um 21 Uhr.
Betroffen sind die Anschlussstelle Hamburg-Stellingen in Richtung Süden sowie Hamburg-Bahrenfeld, Hamburg-Othmarschen, Hamburg-Waltershof und Hamburg-Hausbruch. An der Anschlussstelle Hamburg-Heimfeld wird die Zufahrt in Richtung Norden gesperrt. Die übrigen genannten Anschlussstellen liegen innerhalb des vollständig gesperrten Abschnitts.
Nach der bisherigen Planung soll die A7 am Montagmorgen, 23. November, um 5 Uhr wieder freigegeben werden. Für den Fernverkehr bedeutet die Sperrung, dass Hamburg während des gesamten Wochenendes nicht auf der gewohnten A7-Strecke durchquert werden kann.
Im Mittelpunkt der Bauarbeiten stehen die Verkehrssteuerung und die technische Infrastruktur des Elbtunnels. Im Bereich des künftigen Autobahnkreuzes Hamburg-Hafen, an dem die A7 und die A26 zusammentreffen sollen, montiert die Projektgesellschaft DEGES eine neue Verkehrszeichenbrücke und digitale Anzeigetafeln.
Die Anlagen entstehen südlich der Hochstraße Elbmarsch und werden mit der Verkehrstechnik des Elbtunnels verbunden. Gleichzeitig soll die vorhandene Tunneltechnik in das neue IT-System der Tunnelbetriebszentrale integriert werden. Während der Sperrung sind umfangreiche Tests vorgesehen. Bei erfolgreichem Verlauf soll die neue Technik freigegeben werden.
Die modernisierte Betriebszentrale ist außerdem für die Anbindung weiterer Tunnelanlagen vorgesehen. Nach Angaben der Autobahn GmbH sollen bestehende Anlagen schrittweise auf das neue System umgestellt werden. Im Jahr 2027 ist zudem die Anbindung der ersten Tunnelröhre des Altonaer Deckels geplant.
Daneben werden weitere Arbeiten entlang der A7 gebündelt. Zwischen dem Elbtunnel und dem Altonaer Deckel sollen Kabel verlegt werden. Vorgesehen sind außerdem Betonarbeiten an der Tunnelmittelwand sowie an der S-Bahnbrücke über der Autobahn. Die Autobahnmeisterei Othmarschen übernimmt Wartungsarbeiten an Entwässerungsanlagen und Reparaturen von Schutzeinrichtungen. Im Bereich der Anschlussstelle Hamburg-Volkspark wird zusätzlich die Fahrbahndeckschicht saniert.
Die technische Umstellung wird bereits seit April 2026 vorbereitet. Für die Arbeiten an der Tunnelbetriebszentrale werden Spezialisten aus verschiedenen Teilen Deutschlands benötigt, deren Einsatz nach Angaben der Autobahn GmbH langfristig koordiniert wurde.
Die Autobahn GmbH empfiehlt dem überregionalen Verkehr, Hamburg während der Vollsperrung großräumig zu umfahren. Dafür ist eine Strecke über die A1, die A21 und die Bundesstraße 205 vorgesehen.
Wer aus Richtung Süden kommt, soll ab dem Buchholzer beziehungsweise Horster Dreieck über das Maschener Kreuz auf die A1 wechseln. Am Kreuz Bargteheide führt die Umleitung über die A21 bis zur Anschlussstelle Wahlstedt. Von dort verläuft die Strecke auf der B205 weiter zur A7-Anschlussstelle Neumünster-Süd. Anschließend kann die Fahrt auf der A7 in Richtung Norden fortgesetzt werden.
Für den Verkehr aus Richtung Norden gilt die umgekehrte Streckenführung. Ab Neumünster-Süd geht es zunächst über die B205 zur A21 bei Wahlstedt und anschließend über das Kreuz Bargteheide auf die A1 in Richtung Bremen beziehungsweise Hannover.
Die Ausweichroute soll über elektronische Verkehrsanzeigen auf den Autobahnen ausgewiesen werden. Ausdrücklich rät die Autobahn GmbH davon ab, für den überregionalen Durchgangsverkehr auf Straßen durch das Hamburger Stadtzentrum auszuweichen.
Für Fahrten in die Innenstadt nennt die Behörde zusätzliche Möglichkeiten. Von der A1 kann der Verkehr über die A24 und anschließend über die Sievekingsallee, die Sechslingspforte, die Straße An der Alster und die Kennedybrücke ins Zentrum gelangen. Nach Angaben der Hamburger Verkehrsbehörde steht aus südlicher Richtung außerdem die Verbindung über die A255 und die Amsinckstraße zur Verfügung.
Für Großraum- und Schwerlasttransporte ist eine Durchfahrt durch den gesperrten A7-Abschnitt nicht möglich. Die letzten Parkmöglichkeiten sollen entsprechend ausgeschildert werden.
Zusätzliche Einschränkungen entstehen durch die Erneuerung der Berlinertordammbrücke. Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer lässt vom 20. bis zum 24. November insgesamt 46 Stahlträger für den nördlichen Brückenteil montieren.
Die Stahlteile wiegen bis zu 22 Tonnen. Für ihren Einbau werden unter anderem ein 800 Tonnen schwerer Mobilkran und ein weiterer Kran eingesetzt. Die Konstruktion überspannt Straßen sowie Gleise der S-Bahn und des Fernverkehrs.
Dafür gelten folgende Sperrzeiten:
Bürgerweide: Freitag, 20. November, 22 Uhr, bis Dienstag, 24. November, 22 Uhr.
Berlinertordamm: Freitag, 20. November, 22 Uhr, bis Montag, 23. November, 22 Uhr.
S-Bahn und Fernbahn im betroffenen Bereich: Samstag, 21. November, 21 Uhr, bis Montag, 23. November, 4 Uhr.
Die Arbeiten müssen nach Angaben der Hamburger Verkehrsbehörde während langfristig reservierter Sperrpausen im Bahnverkehr stattfinden. Über den Gleisen muss für die Montage der schweren Brückenteile auch die Stromversorgung abgeschaltet werden.
Die Stadt hat die Baumaßnahmen mit weiteren Arbeiten im Straßennetz abgestimmt. Auf der Amsinckstraße und den Neuen Elbbrücken sollen während des Sperrwochenendes jeweils drei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung stehen. Arbeiten an der Veddeler Brückenstraße beginnen erst nach dem Ende der zeitgleichen Sperrungen.
Auch der öffentliche Schienenverkehr ist betroffen. Wegen der Arbeiten an der Berlinertordammbrücke wird die Bahnstrecke im Bereich Berliner Tor vom Samstagabend, 21. November, um 21 Uhr bis Montagmorgen, 23. November, um 4 Uhr gesperrt.
Für die S-Bahn wird in dieser Zeit ein Ersatzverkehr zwischen Berliner Tor und Barmbek in beiden Richtungen eingerichtet. Ab Montag um 4 Uhr soll die S-Bahn auf diesem Abschnitt wieder regulär fahren.
Zusätzlich bestehen Einschränkungen durch bereits laufende Bauarbeiten der Deutschen Bahn am Hamburger Hauptbahnhof. Dort werden seit dem 25. Oktober Weichen und weitere Gleisanlagen erneuert. Die Arbeiten betreffen insbesondere Zugverbindungen in Richtung Hamburg-Harburg.
Nach der Ankündigung der Deutschen Bahn vom 21. Oktober enden beziehungsweise beginnen mehrere Regionalzuglinien aus Niedersachsen noch bis Sonntag, 22. November, in Hamburg-Harburg statt am Hauptbahnhof. Dazu gehören die Linien RE3, RB31, RE4, RE41 und RE5. Die S-Bahnlinien S3 und S5 stehen auf der Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Harburg zur Verfügung. Wegen der Einschränkungen im übrigen Bahnverkehr rechnet die S-Bahn Hamburg dort bis zum 22. November mit einem deutlich erhöhten Fahrgastaufkommen.
Für Fahrgäste im Regionalverkehr Richtung Lübeck sind außerdem die Sperrungen im Bereich der Berlinertordammbrücke relevant. Dort ist wegen der Montagearbeiten eine Unterbrechung der betroffenen S-Bahn- und Fernbahngleise angekündigt.
Auch im Hamburger Nahverkehr bestehen weitere baubedingte Änderungen. Die Hamburger Hochbahn erneuert vom 2. bis 27. November die Infrastruktur der U3 zwischen Berliner Tor und Barmbek. Die Sperrungen gelten montags bis freitags. An den Wochenenden soll die U3 auf diesem Abschnitt regulär verkehren.
Für die Sperrungen unter der Woche werden Ersatzbusse eingesetzt. Allerdings können diese vom 20. November um 21 Uhr bis zum 27. November die U-Bahn-Haltestelle Berliner Tor wegen der parallel stattfindenden Straßenarbeiten nicht bedienen. Die Hochbahn nennt als Umsteigemöglichkeiten die U1 an der Lübecker Straße sowie die U2 und U4 an der Burgstraße.
Daneben hat die Stadt wegen der Bauarbeiten am Hauptbahnhof einen ergänzenden Busverkehr zwischen den Elbinseln und dem Hauptbahnhof eingerichtet. Die Direktbusse fahren montags bis freitags zwischen 6 und 20 Uhr im Zehn-Minuten-Takt von Wilhelmsburg beziehungsweise Veddel zum Hauptbahnhof. Das Angebot ist auf die bereits laufenden Einschränkungen im Bahnverkehr abgestimmt.
Trotz der umfangreichen Sperrung erwartet die Autobahn GmbH aufgrund des Termins im November ein geringeres Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen als während der sommerlichen Hauptreisezeit. Urlaubsfahrten und Ausflüge an die Küste seien zu dieser Jahreszeit deutlich seltener.
Eine konkrete Prognose zur Länge möglicher Staus enthält die Ankündigung nicht. Die Autobahn GmbH fordert Verkehrsteilnehmer jedoch ausdrücklich auf, vor Fahrtantritt die aktuelle Verkehrslage zu prüfen, die vorgesehenen Umleitungen zu nutzen und für notwendige Fahrten deutlich mehr Zeit einzuplanen.
Mit der angekündigten Vollsperrung stehen auf der A7 erneut umfangreiche Arbeiten an der Verkehrsinfrastruktur an, obwohl die Hochstraße Elbmarsch erst Ende September nach ihrem Ausbau für den Verkehr freigegeben worden war. Der Schwerpunkt des Novemberwochenendes liegt nun auf der technischen Integration der Tunnelanlagen und weiteren Arbeiten entlang des Hamburger Autobahnabschnitts.
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