Goldachter kommt zurück an den See: Adams Acht vor Premiere

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Ein bedeutendes Kapitel deutscher Sportgeschichte wird an dem Ort zum Kinofilm, an dem ein wesentlicher Teil davon begann. Das Sportdrama Adams Acht feiert am Freitag, 21. August 2026, seine Weltpremiere in Ratzeburg in Schleswig-Holstein. Die erste öffentliche Vorführung ist im Norddeutschen Freiluftkino am Großen Küchensee geplant. Genau dort entstanden 2025 auch Teile des Films über Rudertrainer Karl Adam und den Olympiasieg des deutschen Achters von 1960.

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Oliver Masucci übernimmt die Rolle des Trainers, der den Rudersport in Ratzeburg entscheidend prägte. Regie führte Hannu Salonen. Bundesweit soll der Film nach Angaben des Verleihs Majestic am 17. September 2026 in die Kinos kommen. Die Adams Acht Weltpremiere verbindet damit Filmereignis und historischen Schauplatz.

Weltpremiere direkt am Großen Küchensee

Die Stadt Ratzeburg hatte die Weltpremiere bereits im Mai angekündigt. Beginn der Freiluftvorführung ist demnach am Freitag um 20.30 Uhr. Die Leinwand wird am Großen Küchensee aufgebaut, an dem Karl Adam seine Ruderer trainierte und an dem später auch für den Kinofilm gedreht wurde.

Das Interesse an der Veranstaltung ist groß. Die eigentliche Premiere ist mit rund 700 Zuschauerinnen und Zuschauern ausverkauft. Wegen der Nachfrage wurden zwei weitere Vorführungen angesetzt, die ebenfalls ausverkauft sind. Insgesamt seien für die Veranstaltungen in Ratzeburg rund 1.700 Karten verkauft worden. Für die Premiere werden unter anderem Oliver Masucci, Leonard Kunz, Svenja Jung, Regisseur Hannu Salonen und Produzent Ivo Beck erwartet. Auch Klaus Bittner, Mitglied der Olympiasiegermannschaft von 1960, hat sein Kommen angekündigt.

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Oliver Masucci spielt Rudertrainer Karl Adam

Im Mittelpunkt von Adams Acht steht Karl Adam, dargestellt von Oliver Masucci. Zur zentralen Besetzung gehören außerdem Felix Kammerer als Hans Lenk, Leonard Kunz als Manfred Rulffs, Nick Romeo Reimann als Moritz von Groddeck und Vito Wiesner als Steuermann Willi Padge. Svenja Jung spielt Ulla. Weitere Rollen übernehmen unter anderem Axel Milberg, Heino Ferch, Katrin Röver und Stephanie Amarell.

Mehrere Darsteller der Ruderbesatzung verfügen selbst über Erfahrung im Leistungssport. Nach Angaben der Produktion bringen Leon Kleinschmidt, Jakob Schmölzer, Till Neumann, Oscar Krause und Moritz Wolff zusammen zahlreiche Meistertitel in verschiedenen Bootsklassen mit. Für den Film wurde die sportliche Besetzung damit teilweise mit aktiven oder erfahrenen Ruderern kombiniert.

Regie führte der deutsch-finnische Filmemacher Hannu Salonen. Das Drehbuch stammt von Domenik Pockberger und Stephan Falk. Produziert wurde der Film von Ninety-Minute Film in Koproduktion mit Sunday Filmproduktion und Majestic Filmproduktion. Als Verleih fungiert Majestic Filmverleih.

Gedreht wurde in Ratzeburg und in der Slowakei

Die Dreharbeiten liefen vom 11. August bis zum 25. September 2025. Ein wichtiger Teil entstand an Originalschauplätzen in Ratzeburg und Umgebung. Weitere Aufnahmen wurden in Bratislava und der umliegenden Region in der Slowakei produziert.

Für die Aufnahmen am Großen Küchensee waren zeitweise Einschränkungen für Badegäste und Wassersportler nötig. Der Kreis Herzogtum Lauenburg hatte im Sommer 2025 mehrere Drehtage auf dem See, an der Farchauer Liegewiese und auf dem Gelände des Ratzeburger Ruderclubs angekündigt. Die MOIN Filmförderung nennt neun Drehtage in Schleswig-Holstein.

Damit ist Ratzeburg im Film nicht lediglich Kulisse. Die Stadt war tatsächlich das sportliche Zentrum, von dem Karl Adam und seine Mannschaft ihren Aufstieg begannen.

Olympiasieg 1960 wurde zu deutscher Sportgeschichte

Der historische Kern des Films ist der Männerachter bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom. Das Finale wurde am 3. September auf dem Albaner See südöstlich der italienischen Hauptstadt ausgetragen. Die deutsche Mannschaft gewann über 2.000 Meter in 5:57,18 Minuten vor Kanada und der Tschechoslowakei.

Im Boot saßen Manfred Rulffs, Walter Schröder, Frank Schepke, Kraft Schepke, Karl-Heinrich von Groddeck, Karl-Heinz Hopp, Klaus Bittner und Hans Lenk. Gesteuert wurde der Achter von Willi Padge. Die Ruderer kamen aus dem Ratzeburger Ruderclub und aus dem Kieler Rudersport.

Historisch genau genommen startete die Mannschaft 1960 nicht für die damalige Bundesrepublik allein, sondern für die gesamtdeutsche Olympiamannschaft, die Sportler aus Bundesrepublik und DDR unter einer gemeinsamen Flagge zusammenführte. Die Besatzung des siegreichen Achters selbst stammte jedoch aus westdeutschen Vereinen. Diese politische Besonderheit gehört zum zeitgeschichtlichen Hintergrund des Erfolgs.

Karl Adam war zu diesem Zeitpunkt bereits zu einer prägenden Figur des deutschen Rudersports geworden. Der 1912 geborene Lehrer für Mathematik, Physik und Sport arbeitete in Ratzeburg und entwickelte Trainingsmethoden weiter, bei denen unter anderem Krafttraining, Intervallbelastungen und technische Veränderungen eine Rolle spielten. Unter seiner Führung entwickelte sich Ratzeburg zu einem international bedeutenden Standort des Rudersports.

Film verbindet Sportgeschichte mit Nachkriegszeit

Adams Acht beschränkt sich nach den Angaben der Produktion nicht auf die Rekonstruktion des olympischen Rennens. Die Geschichte ist in das Deutschland der späten 1950er und frühen 1960er Jahre eingebettet. Teil der Handlung sind die deutsche Nachkriegsgesellschaft, die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit und die zunehmende politische Trennung zwischen Ost und West.

Dabei handelt es sich um einen Spielfilm und nicht um eine dokumentarische Rekonstruktion. Die Produktion weist selbst darauf hin, dass einzelne Figurenbeziehungen und Konflikte für das Drehbuch verändert oder verdichtet wurden. So wird etwa eine im Film dargestellte Rivalität zwischen Hans Lenk und Manfred Rulffs ausdrücklich als fiktionales Element bezeichnet.

Der historische Ausgangspunkt ist dagegen eindeutig belegt: Der Achter gewann 1960 olympisches Gold, Karl Adam gehörte zu den prägenden Trainern dieser Mannschaft und Ratzeburg wurde in den folgenden Jahren zu einem Zentrum des deutschen Hochleistungsruderns.

Mit der Weltpremiere am Küchensee kehrt die filmische Umsetzung dieser Geschichte nun an ihren Ausgangspunkt zurück. Knapp vier Wochen später soll Adams Acht bundesweit zu sehen sein. Der aktuelle Kinostart ist nach Angaben des Verleihs für den 17. September 2026 angesetzt.

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