
Die Adidas-Aktie hat sich am Freitag, 21. August 2026, nach den jüngsten Kursverlusten erholt. Von einem erneuten deutlichen Einbruch oder einem Platz unter den größten DAX-Verlierern konnte am Nachmittag keine Rede sein. Auf Tradegate notierte die Aktie um 15:43 Uhr bei 153,10 Euro und damit rund 1,4 Prozent über dem vorherigen Schlussniveau. Damit setzte sich das Papier zunächst von seinem Rückgang am Donnerstag ab. Im Xetra-Handel hatte Adidas den Vortag bei 151,00 Euro beendet, ein Minus von 3,14 Prozent.
Die Adidas-Aktie am 21. August 2026 bleibt damit allerdings deutlich unter den Kursen, die noch vor der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen Ende Juli erreicht worden waren. Am 29. Juli hatte der Xetra-Schlusskurs noch bei 182,25 Euro gelegen. Seitdem hat das Papier einen erheblichen Teil seines Börsenwerts eingebüßt. Von einem unmittelbar bevorstehenden neuen Tief kann dennoch nicht gesprochen werden. Das ausgewiesene 52-Wochen-Tief liegt bei 127,56 Euro und damit rund 20 Prozent unter dem Kurs vom Freitagnachmittag.
Ausgangspunkt der jüngsten Neubewertung waren die Zahlen für das zweite Quartal, die Adidas am 30. Juli vorgelegt hatte. Der währungsbereinigte Umsatz stieg um 14 Prozent. In Euro erreichten die Erlöse mit 6,743 Milliarden Euro einen Rekordwert. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um 5 Prozent auf 574 Millionen Euro. Gerade dieser Wert enttäuschte allerdings die damaligen Markterwartungen. Ein von Reuters wiedergegebener Analystenkonsens hatte mit rund 623 Millionen Euro gerechnet.
Adidas investierte im Quartal zugleich erheblich mehr in Marketing rund um die Fußball-Weltmeisterschaft. Nach Unternehmensangaben lagen die Marketingaufwendungen um 212 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Der Konzern hob seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an und erwartet nun ein währungsbereinigtes Wachstum zwischen 9 und 10 Prozent. Die Prognose für das Betriebsergebnis blieb dagegen bei rund 2,3 Milliarden Euro. Am Tag der Veröffentlichung brach die Aktie zeitweise um rund 19 Prozent ein. Marktteilnehmer reagierten vor allem auf das schwächer als erwartete operative Ergebnis und darauf, dass die Gewinnprognose trotz des höheren Umsatzwachstums nicht angehoben wurde.
Die jüngsten Analystenkommentare zeigen ein gemischtes Bild. JPMorgan bekräftigte am 21. August eine positive Einschätzung für Adidas und nannte weiterhin ein Kursziel von 230 Euro. Ein Kursziel ist eine Einschätzung des jeweiligen Analysehauses und keine Prognose, die sich zwangsläufig erfüllt. Bereits unmittelbar nach den Quartalszahlen hatte JPMorgan seine positive Bewertung bestätigt.
Vorsichtiger äußerte sich zuletzt die UBS. Die Schweizer Großbank bestätigte am 14. August ihre Einstufung mit Neutral und einem Kursziel von 173 Euro. Analyst Robert Krankowski verwies unter anderem auf Unsicherheiten bei der Verbrauchernachfrage in wichtigen europäischen Märkten und auf kurzfristige Risiken für die Gewinne. RBC Capital Markets beließ Adidas dagegen am 19. August auf Outperform. Analyst Piral Dadhania verwies dabei auf Ergebnisse einer Verbraucherumfrage, die für den US-Sportartikelmarkt eine Belebung zum Schuljahresbeginn und ein vergleichsweise stabiles Bild in China erkennen lasse.
Weitere Kursziele aus den Wochen nach den Quartalszahlen reichen von 180 Euro bei Goldman Sachs bis 245 Euro bei Bernstein Research. Jefferies hatte Anfang August ein Kursziel von 205 Euro genannt. Die deutliche Spannweite zeigt, dass die weitere Entwicklung von Umsatzwachstum, Margen, Marketingkosten und Verbrauchernachfrage von den Analysehäusern unterschiedlich bewertet wird.
Der deutsche Leitindex bewegte sich am Freitag erneut eng um die Marke von 26.000 Punkten. Die Deutsche Börse wies den DAX um 12:33 Uhr mit 26.012,56 Punkten aus. Die Daten waren 15 Minuten verzögert. Gegenüber dem vorherigen Schlussstand entsprach das einem Plus von 31,22 Punkten beziehungsweise rund 0,1 Prozent. Zuvor hatte der Index im Tagesverlauf auch oberhalb von 26.080 Punkten notiert.
Damit blieb die Marke von 26.000 Punkten ein wichtiger Orientierungspunkt für den Handel. Die Umsätze waren zunächst vergleichsweise dünn. Zusätzlich stand am Freitag der kleine Verfall an den Terminbörsen an. Marktbeobachter verwiesen zudem auf Bewegungen bei Anleiherenditen und Ölpreisen als mögliche Impulsgeber für den Gesamtmarkt. Adidas entwickelte sich am Nachmittag stärker als der Leitindex und gehörte zu diesem Zeitpunkt nicht zu dessen schwächsten Mitgliedern.
Der Kursanstieg am Freitag ändert nichts daran, dass sich Adidas seit Ende Juli deutlich verbilligt hat. Vom Xetra-Schlusskurs von 182,25 Euro am 29. Juli bis zum Tradegate-Kurs von 153,10 Euro am Freitagnachmittag ergibt sich ein Rückgang von rund 16 Prozent. Belastet wurde die Bewertung vor allem durch die Reaktion auf die Quartalszahlen und anschließend durch skeptischere Einschätzungen zur Margenentwicklung und zum europäischen Sneaker-Markt.
Operativ meldet Adidas zugleich weiterhin steigende Umsätze. Im ersten Halbjahr erhöhte sich der währungsbereinigte Umsatz um 14 Prozent, das Betriebsergebnis stieg um 11 Prozent auf 1,279 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr hält der Konzern an seinem Ziel eines Betriebsergebnisses von rund 2,3 Milliarden Euro fest. Die Börse bewertet derzeit damit weniger die Frage, ob Adidas wächst, sondern zu welchen Margen dieses Wachstum erreicht wird und wie sich die hohen Investitionen in Marketing und Produktentwicklung auf das Ergebnis auswirken.
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