AfD zieht in NRW mit der SPD gleich – CDU verliert deutlich

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AfD Umfrage NRW: Nordrhein-Westfalen steuert auf die Landtagswahl 2027 zu, und der neue NRW-Trend zeigt eine spürbare Verschiebung im Parteiensystem. Die CDU bleibt klar stärkste Kraft, verliert aber deutlich. Die AfD erreicht ihren bislang besten Wert in dieser WDR-Erhebung und liegt nun gleichauf mit der SPD. Für Ministerpräsident Hendrik Wüst bleibt die Lage dennoch nicht dramatisch: Schwarz-Grün hätte nach dieser Momentaufnahme weiter eine Mehrheit.

Welche Umfrage wurde veröffentlicht

Veröffentlicht wurde der neue NRW-Trend Juni 2026 von Infratest dimap im Auftrag von WDR-Westpol. Die Erhebung ist eine Sonntagsfrage zur nächsten Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Sie wurde am 28. Juni 2026 publiziert. Befragt wurden 1.139 Wahlberechtigte in einer kombinierten Telefon- und Online-Erhebung zwischen dem 22. und 25. Juni 2026. Die nächste Landtagswahl in NRW ist nach aktuellem Stand für den 25. April 2027 angesetzt.

Die Prozentwerte aller Parteien in NRW

In der Sonntagsfrage kommt die CDU auf 32 Prozent und bleibt damit stärkste Partei. SPD und AfD liegen jeweils bei 17 Prozent. Die Grünen erreichen 15 Prozent, die Linke 6 Prozent, die FDP 5 Prozent. Auf sonstige Parteien entfallen zusammen 8 Prozent. Gegenüber der vorherigen Infratest-dimap-Erhebung vom 1. Februar 2026 verlieren CDU und SPD jeweils drei Punkte. AfD und Grüne gewinnen jeweils zwei Punkte hinzu, die FDP und sonstige Parteien jeweils einen Punkt. Die Linke bleibt unverändert.

AfD erreicht Höchstwert im NRW-Trend

Der zentrale politische Befund ist nicht allein der AfD-Wert von 17 Prozent, sondern die neue Rangordnung dahinter: Die AfD liegt im NRW-Trend erstmals gleichauf mit der SPD und damit gemeinsam mit ihr auf Platz zwei. Der WDR spricht von dem besten AfD-Wert in dieser Erhebung. Gleichzeitig bleibt der Abstand zur CDU groß: Die Union liegt 15 Punkte vor AfD und SPD.

Schwarz-Grün hätte weiter eine Mehrheit

Trotz der Verluste der CDU kommt die amtierende schwarz-grüne Koalition rechnerisch weiter auf eine Mehrheit. CDU und Grüne erreichen zusammen 47 Prozent. Da sonstige Parteien mit zusammen acht Prozent nicht in die Sitzverteilung einfließen würden, sofern sie an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, reicht dieser Wert nach der aktuellen Modellrechnung weiter für eine Regierungsmehrheit. Die FDP läge mit genau fünf Prozent wieder an der Schwelle zum Landtagseinzug.

Vergleich zur letzten NRW-Umfrage

Im Vergleich zur letzten Infratest-dimap-Umfrage vom 1. Februar 2026 ist die Bewegung deutlich: CDU von 35 auf 32 Prozent, SPD von 20 auf 17 Prozent, AfD von 15 auf 17 Prozent, Grüne von 13 auf 15 Prozent, FDP von 4 auf 5 Prozent, Linke unverändert bei 6 Prozent. Betrachtet man dagegen die zuvor veröffentlichte NRW-Umfrage eines anderen Instituts, also INSA vom 8. Mai 2026, lag die AfD bereits bei 17 Prozent. Wegen unterschiedlicher Institute und Methoden ist dieser Vergleich aber vorsichtiger zu bewerten.

Bedeutung mit Blick auf Kommunalwahl 2025 und Landtagswahl 2027

Die Kommunalwahl vom 14. September 2025 liegt inzwischen zurück. Dort erreichte die AfD landesweit 14,5 Prozent und legte gegenüber 2020 um 9,4 Punkte zu. Die CDU kam auf 33,3 Prozent, die SPD auf 22,1 Prozent, die Grünen auf 13,5 Prozent, die FDP auf 3,7 Prozent und die Linke auf 5,6 Prozent. Ein direkter Vergleich ist nur eingeschränkt möglich, weil Kommunalwahlen andere Kandidaten, Themen und Wahlmotive haben. Politisch zeigt sich aber: Die AfD liegt in der aktuellen Landtagswahl-Umfrage nochmals über ihrem Kommunalwahlergebnis, während die SPD deutlich darunter liegt.

Vergleich zur Landtagswahl 2022

Noch größer wirkt der Abstand zur Landtagswahl 2022. Damals erreichte die AfD bei den Zweitstimmen in Nordrhein-Westfalen 5,4 Prozent. Die aktuelle Umfrage sieht sie bei 17 Prozent. Das wäre ein Plus von 11,6 Punkten gegenüber dem damaligen Wahlergebnis. Die SPD lag 2022 noch bei 26,7 Prozent, die Grünen bei 18,2 Prozent, die CDU bei 35,7 Prozent und die FDP bei 5,9 Prozent. Besonders auffällig ist damit der Rückgang der SPD und der starke Zuwachs der AfD seit der letzten Landtagswahl.

NRW liegt deutlich unter AfD-Werten im Osten

Im bundesweiten Vergleich ist der NRW-Wert hoch für ein westdeutsches Flächenland, aber deutlich niedriger als in mehreren ostdeutschen Ländern. In Brandenburg kam die AfD in einer Infratest-dimap-Umfrage vom 24. Juni 2026 auf 37 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern lag sie laut INSA-Umfrage vom 22. Juni 2026 bei 35 Prozent. In Sachsen-Anhalt weist der DAWUM-Wahltrend vom 13. Mai 2026 sogar 41,6 Prozent für die AfD aus. Bundesweit lag die AfD im aktuellen INSA-Wert vom 27. Juni 2026 bei 29 Prozent.

Unzufriedenheit mit Regierung und Themenlage

Die Umfrage zeigt auch eine schwächere Bewertung der Landesregierung. Nur noch 42 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der schwarz-grünen Regierung zufrieden, 53 Prozent sind unzufrieden. Auch Ministerpräsident Hendrik Wüst wird schwächer bewertet: 42 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden, 40 Prozent unzufrieden. Als wichtigstes politisches Problem nennen die Befragten inzwischen Infrastruktur, ÖPNV und Verkehr mit 31 Prozent, vor Schule und Bildung mit 24 Prozent sowie Migration mit 20 Prozent.

Einordnung: Momentaufnahme, aber politisch relevant

Wahlumfragen sind keine Wahlergebnisse. Sie bilden eine politische Stimmung ab und unterliegen statistischen Schwankungen. Trotzdem ist der neue NRW-Trend politisch relevant: Die AfD erreicht in NRW einen Höchstwert, die SPD verliert den Abstand zu ihr, und die CDU bleibt zwar vorn, aber geschwächt. Für die Landtagswahl 2027 deutet die Umfrage auf einen Wahlkampf hin, in dem Infrastruktur, Bildung, wirtschaftliche Sorgen und die Frage nach politischer Stabilität im Zentrum stehen dürften.

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