AGRANA greift nach Aromenhersteller esarom

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der österreichische Lebensmittelkonzern AGRANA will den Aromenhersteller esarom vollständig übernehmen und damit sein Geschäft mit höher verarbeiteten Lebensmitteln und Getränkelösungen ausbauen. Vorgesehen ist der Erwerb sämtlicher Anteile an der esarom gmbh und der esarom holding gmbh. Der vereinbarte Unternehmenswert liegt nach Angaben von AGRANA bei rund 150 Millionen Euro. Vollzogen ist das Geschäft allerdings noch nicht.

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Die zuständigen Gremien von AGRANA haben der Transaktion bereits zugestimmt. Der Kaufvertrag soll nach Unternehmensangaben zeitnah unterzeichnet werden. Anschließend ist noch die Freigabe der zuständigen Kartellbehörden erforderlich. AGRANA rechnet derzeit damit, die Übernahme zu Beginn des Geschäftsjahres 2027/28 abschließen zu können.

AGRANA will esarom vollständig übernehmen

esarom hat seinen Sitz in Oberrohrbach in Österreich und entwickelt Zutaten für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Dazu gehören Aromen, Grundstoffe, Pulver, Emulsionen, funktionale Mischungen und Stabilisatoren. Das Unternehmen betreibt nach Angaben von AGRANA zwei Produktionsstandorte in Österreich und beschäftigt knapp 400 Menschen. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 lag bei rund 112 Millionen Euro.

Das Unternehmen selbst gibt an, mehr als 80 Prozent seiner Produktion zu exportieren und Kunden unter anderem aus der Getränke-, Speiseeis-, Süßwaren- und Molkereiindustrie zu beliefern. Die Geschichte von esarom reicht bis 1946 zurück. Die heutigen Aktivitäten am Standort Oberrohrbach nahe Wien begannen in den 1950er-Jahren.

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Mit der geplanten esarom-Übernahme soll das Sortiment von esarom mit den bestehenden Angeboten von AGRANA verbunden werden. Der Konzern produziert unter anderem Fruchtzubereitungen, Saftkonzentrate, Getränkebasen und kundenspezifische Lebensmittel- und Getränkelösungen. Die Transaktion ist damit Teil des stärkeren Konzernfokus auf weiterverarbeitete Produkte für Lebensmittelhersteller.

Unternehmenswert liegt bei rund 150 Millionen Euro

AGRANA bewertet esarom bei der geplanten Transaktion mit einem Enterprise Value von rund 150 Millionen Euro. Grundlage ist nach Angaben des Konzerns ein EBITDA-Multiple von 9,0. Der Enterprise Value bezeichnet den Wert des operativen Unternehmens und ist nicht automatisch mit dem endgültig zu zahlenden Kaufpreis gleichzusetzen.

AGRANA verweist zudem auf übliche Preisanpassungsmechanismen und erfolgsabhängige Kaufpreiskomponenten. Diese können beeinflussen, welche finanziellen Zahlungen am Ende tatsächlich anfallen. Zur Finanzierung sollen vorhandene Liquidität und verfügbare Kreditlinien des Konzerns genutzt werden. Weitere Einzelheiten zu den finanziellen Bedingungen wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Entscheidend für den weiteren Ablauf sind zunächst die Unterzeichnung des Vertrags und anschließend die kartellrechtlichen Prüfungen. Erst nach den erforderlichen behördlichen Genehmigungen kann die Übernahme vollzogen werden.

Food und Beverage Solutions wird für AGRANA wichtiger

Die geplante Übernahme passt zur Neuordnung des österreichischen Konzerns. AGRANA hat seine Aktivitäten im Zuge der Strategie NEXT LEVEL in zwei große Bereiche gegliedert: Food & Beverage Solutions sowie Agricultural Commodities & Specialities. Zum zweiten Bereich gehören unter anderem das Zucker- und Stärkegeschäft. Im Food-Bereich will der Konzern dagegen stärker auf kundenspezifische Lösungen und höher verarbeitete Produkte setzen.

Der Bereich Food & Beverage Solutions war im vergangenen Geschäftsjahr bereits der größte Umsatzträger des Konzerns. Im Geschäftsjahr 2025/26 lag der Umsatz des Segments bei rund 1,648 Milliarden Euro und damit bei gut der Hälfte des gesamten AGRANA-Umsatzes. Das EBIT des Bereichs lag bei 103,3 Millionen Euro. Der gesamte Konzernumsatz lag im selben Zeitraum bei rund 3,237 Milliarden Euro.

Damit bildet das Food-Geschäft zugleich einen deutlichen Gegenpol zu Teilen des stärker von Rohstoffpreisen abhängigen Geschäfts. AGRANA hatte seine neue Konzernstrategie auch mit dem Ziel begründet, die Abhängigkeit von schwankenden Rohstoffmärkten zu reduzieren und margenstärkere, kundenspezifische Produkte stärker auszubauen.

esarom wäre nicht der erste Zukauf im neuen Food-Kurs

Die geplante esarom-Übernahme folgt auf weitere Schritte zum Ausbau von Food & Beverage Solutions. Im Frühjahr 2026 hatte AGRANA bereits den Erwerb des slowenischen Lebensmittelunternehmens Mercator-Emba abgeschlossen. Nach Darstellung des Konzerns soll auch diese Beteiligung das Geschäft mit verarbeiteten Lebensmitteln und Lösungen für Gastronomie und Lebensmittelindustrie stärken.

Auch operativ hat Food & Beverage Solutions inzwischen erhebliches Gewicht. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2026/27 lag der Umsatz des Segments bei 448,7 Millionen Euro. Das EBIT lag bei 33,6 Millionen Euro und damit etwas unter dem Vorjahreswert von 36,4 Millionen Euro. Für den Gesamtkonzern lag das EBIT im ersten Quartal bei 35,4 Millionen Euro nach 5,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Mit esarom würde AGRANA insbesondere sein Know-how bei Aromen, Rezepturen und Getränkelösungen erweitern. Ob die Transaktion wie geplant zu Beginn des Geschäftsjahres 2027/28 abgeschlossen werden kann, hängt nun von der Vertragsunterzeichnung und den erforderlichen Freigaben der Wettbewerbsbehörden ab.

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