
Franziska van Almsick hat klare Vorstellungen davon, wie Eltern mit lauten Kindern in Restaurants umgehen sollten. Die frühere Weltklasse-Schwimmerin richtet ihre Kritik dabei ausdrücklich nicht gegen Kinder, sondern gegen Erwachsene, die nach ihrer Wahrnehmung nicht auf die Bedürfnisse anderer Gäste reagieren. In einem Podcastgespräch mit Moderatorin Marlene Lufen erklärte die 48-Jährige, warum Rücksichtnahme für sie zu den grundlegenden Regeln des Zusammenlebens gehört.
Die Aussagen stammen aus der im August veröffentlichten Folge „Dankbar, nicht alles erreicht zu haben“ des Podcasts „M wie Marlene – Wie gelingt das Leben?“. Anfang Oktober wurden ihre Äußerungen erneut aufgegriffen und sorgten damit für Aufmerksamkeit.
Ausgangspunkt der Äußerungen sind laute Kinder im Restaurant. Van Almsick machte deutlich, dass sie grundsätzlich kein Problem damit habe, wenn Kinder schreien oder zeitweise laut sind. Ihre Kritik setzt an einem anderen Punkt an.
Problematisch findet sie Situationen, in denen Eltern den Lärm ihrer Kinder aus ihrer Sicht weitgehend ignorieren. Sie wünsche sich dann mehr Aufmerksamkeit für das Umfeld. Im Podcast kritisierte sie, wenn Erwachsene so reagierten, als würden sie die Lautstärke nicht wahrnehmen, und mit einem Kind nicht vorübergehend nach draußen gingen.
Damit richtet sich die Kritik von Franziska van Almsick nicht gegen die Kinder selbst. Nach ihrer Darstellung tragen vielmehr die Eltern Verantwortung dafür, wie mit solchen Situationen umgegangen wird. Andere Menschen könnten schließlich bewusst in ein Restaurant gehen, um dort einen ruhigen Abend zu verbringen.
Van Almsick stellte die Situation im Restaurant in einen größeren Zusammenhang. Umsicht gegenüber anderen Menschen sei für sie eine grundsätzliche Frage des respektvollen Zusammenlebens. Dazu gehörten aus ihrer Sicht einfache Verhaltensweisen wie Platz zu machen oder wahrzunehmen, was um einen herum geschehe.
Die frühere Schwimmerin bezeichnete sich in dem Gespräch selbst als vergleichsweise strenge Mutter, ergänzte aber, dass sie darunter eine liebevolle Form von Konsequenz verstehe. Bereits in früheren Gesprächen hatte sie erklärt, dass Disziplin für sie bei der Erziehung ihrer Kinder eine Rolle spiele.
Ihre Aussagen über laute Kinder im Restaurant sind damit Teil einer umfassenderen Haltung zu Erziehung und gegenseitiger Rücksichtnahme. Van Almsick erwartet von Eltern, dass sie wahrnehmen, wenn ihre Kinder andere Gäste über längere Zeit stören, und darauf reagieren.
Van Almsick ist Mutter von zwei Söhnen. Auf ihrer offiziellen Internetseite beschreibt sie die Familie als wichtigen Teil ihres Lebens nach der aktiven Sportkarriere. Im Gespräch mit Marlene Lufen erklärte sie zudem, dass die Geburt ihrer Kinder ihre Prioritäten verändert habe.
Nach Jahrzehnten großer öffentlicher Aufmerksamkeit bemüht sie sich darum, das Familienleben weitgehend aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. Auch in dem Podcast ging es deshalb nicht nur um Erziehungsfragen, sondern um ihren Weg vom international bekannten Sportstar zu einem stärker vom privaten Alltag bestimmten Leben.
Van Almsick wurde am 5. April 1978 in Ost-Berlin geboren und gehörte in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren zu den bekanntesten deutschen Sportlerinnen. Zwischen 1992 und 2004 nahm sie an vier Olympischen Spielen teil. Dabei gewann sie insgesamt zehn olympische Medaillen, darunter viermal Silber und sechsmal Bronze. Hinzu kamen Weltmeistertitel und zahlreiche Erfolge bei Europameisterschaften.
Das Thema Kinder begleitet van Almsick auch außerhalb ihres Familienlebens. Seit Jahren setzt sie sich mit ihrer Stiftung dafür ein, dass Kinder sicher schwimmen lernen. Ziel der Franziska van Almsick Stiftung ist es, Schwimmunterricht und entsprechende Angebote für Kinder zu unterstützen.
Auch deshalb tritt die ehemalige Leistungsschwimmerin regelmäßig öffentlich zu Fragen rund um Kinder, Schwimmen und Verantwortung auf. Bei Restaurantbesuchen stört sie nach eigener Aussage nicht grundsätzlich, dass Kinder laut werden. Sie erwartet vielmehr von Eltern, dass diese eine solche Situation wahrnehmen und gegebenenfalls mit ihrem Kind vorübergehend nach draußen gehen.
Van Almsick kritisiert damit nicht das Verhalten von Kindern an sich. Entscheidend ist für sie, wie Eltern reagieren, wenn andere Gäste durch anhaltenden Lärm beeinträchtigt werden.
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