Aus für Gießerei in Ueckermünde zum Jahresende

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die Eisengießerei Ueckermünde soll Ende 2026 geschlossen werden. Betreiber Breyden begründet die Entscheidung mit der wirtschaftlichen Situation des Werks, einer rückläufigen Marktentwicklung und einer zu geringen Auslastung. Von der Schließung sind nach Unternehmensangaben 320 Arbeitsplätze betroffen. Der NDR nennt dagegen 290 Beschäftigte. Eine einheitliche Zahl lag zunächst nicht vor.

Die Belegschaft wurde am Freitag, 2. Oktober, über die geplante Schließung informiert. Bereits einen Tag später versammelten sich nach Angaben der Polizei rund 200 Menschen vor dem Betriebsgelände. Die etwa halbstündige Versammlung verlief friedlich.

Breyden sieht keine wirtschaftliche Perspektive für das Werk

Das Unternehmen führt die Entscheidung auf anhaltende wirtschaftliche Schwierigkeiten am Standort zurück. Die Nachfrage habe sich rückläufig entwickelt, zugleich sei die Produktion nicht ausreichend ausgelastet. Dadurch könnten die bestehenden Kosten des Werks nicht dauerhaft getragen werden.

Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben nach Möglichkeiten gesucht, den Standort wirtschaftlich weiterzuführen. Diese Bemühungen führten jedoch nicht zu einem Konzept, das Breyden als langfristig tragfähig bewertet. Geplant ist deshalb, die Produktion bis zum Jahresende einzustellen.

Die Gießerei produziert vor allem Komponenten aus Sphäroguss für die Automobilindustrie. Dazu gehören unter anderem Teile für Bremssysteme und Antriebskomponenten. Auf seiner Unternehmensseite beschreibt Breyden das Werk mit einer mehr als 55-jährigen Produktionsgeschichte und einer Kapazität von rund elf Millionen Teilen pro Jahr.

Schon vor der aktuellen Entscheidung hatte sich abgezeichnet, dass die Auftragslage am Standort schwierig ist. Anfang 2026 war öffentlich geworden, dass die Auslastung nicht ausreichte. Damals sollte unter anderem durch zusätzliche Kunden und eine Modernisierung der Produktion gegengesteuert werden.

Unterschiedliche Angaben zur Zahl der Beschäftigten

Zur Größe der betroffenen Belegschaft liegen unterschiedliche Angaben vor. Breyden und die Deutsche Presse-Agentur nennen rund 320 Beschäftigte, deren Arbeitsplätze durch die Schließung wegfallen sollen. Der NDR berichtet dagegen von 290 Beschäftigten.

Breyden selbst führt den Standort auf seiner Unternehmensseite mit mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Damit lässt sich die Differenz zwischen den aktuell genannten Zahlen nicht abschließend auflösen. Fest steht, dass die Schließung die gesamte Belegschaft des Werks betrifft.

Die Unternehmensleitung will nun mit dem Betriebsrat über die Folgen der Stilllegung verhandeln. Dabei soll es unter anderem um einen Sozialplan gehen. Konkrete Vereinbarungen zu Abfindungen, einer Transfergesellschaft oder anderen Unterstützungsmaßnahmen waren zunächst nicht bekannt.

Rund 200 Menschen versammeln sich vor dem Werk

Die angekündigte Schließung führte bereits am Samstag zu einer öffentlichen Reaktion in Ueckermünde. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Neubrandenburg kamen gegen 12 Uhr rund 200 Menschen im Bereich des Betriebsgeländes zusammen.

Die Polizei bezeichnete die Zusammenkunft als Eilversammlung. Sie dauerte etwa eine halbe Stunde und verlief nach Behördenangaben friedlich und ohne besondere Vorkommnisse. Anlass war die am Vortag bekannt gegebene Schließung und der damit verbundene Verlust der Arbeitsplätze.

Für Ueckermünde im Landkreis Vorpommern-Greifswald bedeutet das geplante Ende der Produktion den Verlust eines größeren Industriebetriebs. Die Stadt liegt im äußersten Nordosten Mecklenburg-Vorpommerns unweit der polnischen Grenze.

Gießerei in Torgelow sucht Fachkräfte

Für einen Teil der Beschäftigten könnte sich eine berufliche Perspektive in der näheren Umgebung ergeben. Die rund 15 Kilometer entfernte Eisengießerei in Torgelow gehört zur Silbitz Group und sucht nach eigenen Angaben qualifizierte Fachkräfte. Das Unternehmen hat angekündigt, sich um die Übernahme von Beschäftigten aus Ueckermünde bemühen zu wollen.

Der Standort Torgelow verfügt nach Unternehmensangaben über Aufträge bis 2030. Dort werden unter anderem Komponenten für große Motoren hergestellt. Wie viele Beschäftigte aus Ueckermünde tatsächlich übernommen werden könnten, war zunächst nicht bekannt.

Die Entwicklung verdeutlicht zugleich die unterschiedlichen Auftragslagen innerhalb der Gießereibranche. Diese steht bundesweit unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Branchenvertreter und IG Metall verwiesen 2026 unter anderem auf hohe Energiekosten, internationale Konkurrenz und eine schwache Nachfrage in wichtigen Abnehmerindustrien.

Standort wechselte erst 2025 zu Breyden

Die Gießerei in Ueckermünde war erst 2025 Teil der Breyden-Gruppe geworden. Zuvor gehörte das Werk zur britischen MAT Foundry Group. Nach der Übernahme mehrerer deutscher MAT-Standorte durch die Münchner Beteiligungsgesellschaft Aequita wurden die Werke in Ueckermünde, Altenburg, Immenhausen und Neunkirchen Ende 2025 unter der Marke Breyden zusammengeführt.

Damit folgt die geplante Schließung in Ueckermünde nur gut ein Jahr nach diesem Eigentümerwechsel. Ob neben Gesprächen über den Sozialplan noch Möglichkeiten für eine anderweitige industrielle Nutzung des Werksgeländes geprüft werden, war zunächst nicht bekannt.

Fest steht bislang, dass Breyden die Produktion in der Eisengießerei Ueckermünde zum Jahresende 2026 beenden will. Für die Beschäftigten richten sich die nächsten Schritte nun vor allem auf die Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat sowie mögliche neue Arbeitsplätze bei anderen Industriebetrieben in der Region.

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