Großbaustelle am Ring: Münster plant jahrelangen Umbau ab 2027

Münster plant ab 2027 einen jahrelangen Umbau am Bohlweg und Ring. Die Veloroute wird ausgebaut, Verkehrsbehinderungen sind absehbar.
Foto: Markus Distelrath
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Auf Münster kommt ein großes Verkehrsprojekt zu: Der Bereich rund um Bohlweg, Niedersachsenring, Kaiser-Wilhelm-Ring und Ostmarkstraße soll umfassend umgebaut werden. Erste Leitungsarbeiten sind ab Anfang 2027 geplant, der eigentliche Straßenbau soll 2028 beginnen und rund 42 Monate dauern. Ziel ist vor allem, die letzte Lücke der Veloroute 12 zwischen Münster und Telgte zu schließen.

Betroffen ist ein rund 500 Meter langer Abschnitt zwischen Bohlweg und Dieckstraße. Nach Einschätzung der Stadt entspricht die heutige Radverkehrsführung dort nicht dem gewünschten Velorouten-Standard. Besonders im Bereich der Haltestelle Elisabet-Ney-Straße kommt es wegen der engen Verhältnisse zu Konflikten zwischen Fuß- und Radverkehr.

Bohlweg und Ringkreuzung werden umgebaut

Die Fahrradstraße auf dem Bohlweg soll bis unmittelbar an den Ring verlängert werden. Kurz vor der Kreuzung werden Auto- und Radverkehr voneinander getrennt. Der Autoverkehr wird auf die südliche Fahrbahnseite verlagert.

Auch die große Kreuzung von Niedersachsenring, Kaiser-Wilhelm-Ring, Bohlweg und Ostmarkstraße wird neu geordnet. Die Veloroute soll künftig über den nördlichen Teil der Kreuzung geführt werden. Der zweistreifige Rechtsabbieger aus der Ostmarkstraße soll zurückgebaut werden. Auf dem Ring selbst bleiben Zahl und Aufteilung der Abbiegespuren dagegen unverändert. Zusätzlich sind neue Gehwege, eine Querungshilfe und der barrierefreie Ausbau der Haltestelle Elisabet-Ney-Straße vorgesehen. Nicht mehr benötigte Verkehrsflächen sollen begrünt werden.

Roter Asphalt, neue Bäume und weniger Parkplätze

Hinter dem Ring führt die neue Fahrradstraße über die Ostmarkstraße weiter zur Dieckstraße und schließt dort an den bestehenden Abschnitt der Veloroute an. Auch die Haltestelle Erpho-Kirche soll verlegt und barrierefrei ausgebaut werden.

Die Veloroute erhält roten Asphalt. Vier Bäume sollen nach aktuellem Stand gefällt werden, dafür sind elf neue Baumstandorte geplant. Außerdem entfallen elf Autostellplätze, während 22 Fahrradstellplätze entstehen sollen.

Bauarbeiten sollen 2027 beginnen

Noch vor dem Straßenumbau wollen die Stadtnetze Anfang 2027 mit Leitungsarbeiten beginnen. Sie sollen etwa 18 Monate dauern. Unter anderem müssen Teile des Gasnetzes erneuert und das Stromnetz verstärkt werden.

Der eigentliche Straßenbau ist ab 2028 vorgesehen und soll rund 42 Monate dauern. Beide Bauphasen sollen teilweise parallel laufen. Die Zeiträume können deshalb nicht einfach zusammengerechnet werden. Dennoch dürfte der Bereich über mehrere Jahre hinweg von Baustellen betroffen sein.

Stadt erwartet deutliche Verkehrsbehinderungen

Die Stadt rechnet während der Arbeiten mit „erheblichen verkehrlichen Beeinträchtigungen“. Ein fertiges Umleitungs- und Verkehrskonzept gibt es bislang noch nicht. Die Baustelle soll abschnittsweise umgesetzt werden.

Auch Feuerwehr und Rettungsdienst werden bei der Planung berücksichtigt. Nach dem Umbau will die Stadt prüfen, ob die neue Verkehrsführung Auswirkungen auf Einsatzfahrten hat.

Umbau kostet rund 6,2 Millionen Euro

Die Stadt kalkuliert derzeit mit Baukosten von rund 6,2 Millionen Euro. Dem stehen geplante Einzahlungen von etwa 4,65 Millionen Euro gegenüber. Beiträge für Anlieger sind laut Vorlage nicht vorgesehen.

Wie wichtig die Strecke für den Radverkehr ist, zeigen die Zählungen am Bohlweg: 2025 wurden dort insgesamt 1.736.178 Radfahrende registriert. Das entspricht durchschnittlich 4.757 Fahrrädern pro Tag.

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