
Die Zahl älterer Menschen mit Grundsicherung ist in Deutschland weiter gestiegen. Ende 2025 erhielten rund 764.000 Personen oberhalb der gesetzlichen Altersgrenze diese Leistung. Das waren 3,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und ein neuer Höchststand. Insgesamt bezogen rund 1,28 Millionen Menschen Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung.
Grundsicherung im Alter erhalten Menschen, die die Altersgrenze erreicht haben und ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen und Vermögen decken können. Im Dezember 2025 lag diese Altersgrenze bei 66 Jahren und zwei Monaten. Die Zahl der Leistungsberechtigten oberhalb dieser Grenze stieg binnen eines Jahres um rund 25.000 auf 764.065.
Anders entwickelte sich die Grundsicherung bei Erwerbsminderung. Dort sank die Zahl leicht auf rund 520.000 Personen. Der Gesamtanstieg der Grundsicherung wurde damit vor allem durch die wachsende Zahl älterer Leistungsberechtigter getragen.
Auch die Einkommensstatistik zeigt eine angespannte Lage vieler älterer Menschen. Nach den Endergebnissen von EU-SILC lag die Armutsgefährdungsquote der Menschen ab 65 Jahren im Erhebungsjahr 2025 bei 19,5 Prozent. In der Gesamtbevölkerung betrug sie 16,1 Prozent.
Als armutsgefährdet gilt nach EU-Definition, wer weniger als 60 Prozent des mittleren bedarfsgewichteten Einkommens zur Verfügung hat. Für eine alleinlebende Person lag diese Schwelle 2025 bei 1.446 Euro netto im Monat.
Die Zahlen zeigen deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Bei Frauen ab 65 Jahren lag die Armutsgefährdungsquote 2025 bei 21,3 Prozent, bei Männern derselben Altersgruppe bei 17,3 Prozent. Damit bleibt Altersarmut eng mit Erwerbsbiografien, Teilzeitphasen, Sorgearbeit und niedrigeren Alterseinkommen verbunden.
Besonders sichtbar wird das Problem bei Menschen, die allein leben. Ohne ein zweites Einkommen im Haushalt können steigende Wohn-, Energie- und Lebenshaltungskosten im Alter schneller zu finanzieller Belastung werden.
Das Institut der deutschen Wirtschaft weist in einer aktuellen Auswertung darauf hin, dass die übliche Armutsgefährdungsquote nur laufende Einkommen misst. Werden Nettovermögen einbezogen, sinkt das Armutsrisiko bei Altersrentnern nach IW-Berechnung von 17,8 auf 11 Prozent. Grundlage sind Mikrodaten der Deutschen Bundesbank.
Diese Einordnung ändert jedoch nicht, dass Grundsicherung eine Bedürftigkeitsprüfung enthält. Wer diese Leistung erhält, kann den Lebensunterhalt gerade nicht ausreichend aus Einkommen und verwertbarem Vermögen sichern.
Die Zahlen treffen auf eine ohnehin angespannte Debatte über die Zukunft der Alterssicherung. Höhere Lebenserwartung, der Renteneintritt geburtenstarker Jahrgänge und steigende Kosten belasten das System. Zugleich zeigen die Daten, dass viele ältere Menschen trotz jahrzehntelanger Erwerbsarbeit nur geringe finanzielle Spielräume haben.
Die Entwicklung macht deutlich: Altersarmut in Deutschland ist nicht nur eine Frage der Rentenhöhe. Entscheidend sind auch Erwerbsverläufe, Vermögen, Wohnkosten, Familienstand und Zugang zu ergänzenden Leistungen.
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