
Einen Tag nach dem Ausscheiden der CDU aus dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern zieht die Parteiführung personelle Konsequenzen. Landesvorsitzender Daniel Peters gibt sein Amt ab. Auch Generalsekretärin Katy Hoffmeister tritt zurück. Die CDU Mecklenburg-Vorpommern wird vorerst von Philipp Amthor geführt, der bislang stellvertretender Landesvorsitzender ist und zugleich als Staatsminister im Bundeskanzleramt arbeitet.
Die Entscheidung fiel am Montagabend nach einer Sitzung des CDU-Landesvorstands in Schwerin. Amthor übernimmt die Parteigeschäfte für eine Übergangszeit. Ein neuer regulärer Landesvorsitzender wurde zunächst nicht gewählt. Nach Angaben des NDR soll Anfang 2027 ein Landesparteitag über die weitere Aufstellung und den künftigen Kurs der Partei beraten.
Auslöser für den Führungswechsel ist das Ergebnis der Landtagswahl vom 20. September 2026. Nach dem vorläufigen Landesergebnis erhielt die CDU 49.629 Zweitstimmen. Das entspricht 4,89 Prozent. Damit verfehlte sie knapp die für die Sitzverteilung maßgebliche Fünf-Prozent-Hürde und erhält im neuen Landtag keine Mandate.
Bei der Wahl 2021 hatte die CDU noch 13,3 Prozent der Zweitstimmen erreicht und zwölf Abgeordnete gestellt. Der Rückgang beläuft sich damit auf mehr als acht Prozentpunkte. Die CDU ist nach dem vorläufigen Ergebnis erstmals seit der Bildung des Landes Mecklenburg-Vorpommern nach der deutschen Wiedervereinigung nicht im Schweriner Landtag vertreten. Bei der ersten Landtagswahl 1990 war sie mit 38,3 Prozent noch stärkste Kraft geworden.
Stärkste Kraft wurde 2026 die AfD mit 38,22 Prozent der Zweitstimmen. Die SPD erreichte 35,50 Prozent. Linke und Grüne übersprangen ebenfalls die Fünf-Prozent-Hürde. Die CDU blieb dagegen ebenso wie mehrere weitere Parteien außerhalb des neuen Landtags. Die Wahlbeteiligung lag nach dem vorläufigen Ergebnis bei 78,1 Prozent.
Daniel Peters hatte den Landesvorsitz der CDU Mecklenburg-Vorpommern im April 2024 übernommen. Zuvor war er Generalsekretär des Landesverbands gewesen. Bei der Landtagswahl 2026 trat er als Spitzenkandidat seiner Partei an. Einen Tag nach der Wahl erklärte er seinen Rücktritt vom Landesvorsitz.
Parallel dazu gibt auch Katy Hoffmeister das Amt der Generalsekretärin ab. Nach der Vorstandssitzung erklärte sie, Verantwortung für den Wahlkampf zu übernehmen. Bereits zuvor hatte die stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Ann Christin von Allwörden ihren Rückzug aus dem Landesvorstand angekündigt. Damit verändert sich die Führungsspitze des Landesverbands innerhalb kurzer Zeit deutlich.
Für die bisherige CDU-Landtagsfraktion hat das Wahlergebnis unmittelbare Folgen. Da die Partei keine Mandate mehr erhält, besteht im neuen Landtag auch keine CDU-Fraktion mehr. Die endgültigen Wahlergebnisse werden erst nach Prüfung und Feststellung durch die zuständigen Wahlausschüsse verbindlich. Für den Landeswahlausschuss ist die Feststellung des endgültigen Ergebnisses für den 30. September vorgesehen.
Mit Philipp Amthor rückt ein Politiker an die Spitze des Landesverbands, der zugleich auf Bundesebene mehrere Funktionen ausübt. Der 33-Jährige ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Seit 2024 gehört er dem CDU-Bundesvorstand an. Seit 2026 ist er stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Mecklenburg-Vorpommern. Ende Juli 2026 wurde er zudem Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit beim Bundeskanzler.
Amthor kennt die Landesorganisation auch aus einer früheren Führungsfunktion. Von 2024 bis 2025 war er Generalsekretär der CDU Mecklenburg-Vorpommern. Zudem führt er seit 2021 die CDU-Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Amthor übernimmt allerdings zunächst keine auf einem Landesparteitag neu gewählte reguläre Amtszeit, sondern führt die Partei kommissarisch nach dem Rücktritt von Peters.
Für die CDU verändert das Ausscheiden aus dem Landtag ihre politische und organisatorische Ausgangslage grundlegend. Seit 1990 war die Partei durchgehend parlamentarisch in Mecklenburg-Vorpommern vertreten. Nun muss sie ihre Oppositionsarbeit außerhalb des Landesparlaments organisieren und zugleich eine neue Führung bestimmen.
Amthor erklärte nach der Vorstandssitzung, die Partei brauche Zeit, um das Wahlergebnis zu verarbeiten. Ein Landesparteitag soll nach den bisherigen Angaben Anfang kommenden Jahres über den weiteren Kurs beraten. Bis dahin liegt die Führung des Landesverbands kommissarisch bei ihm.
Das endgültige amtliche Wahlergebnis steht noch aus. Die Größenordnung der Niederlage und das Unterschreiten der Fünf-Prozent-Hürde sind durch das vorläufige Ergebnis jedoch eindeutig dokumentiert. Damit beginnt für die CDU Mecklenburg-Vorpommern nach mehr als drei Jahrzehnten parlamentarischer Präsenz eine neue politische Phase.






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