
Annette Frier ist beim Festival des deutschen Films in Ludwigshafen mit dem Preis für Schauspielkunst 2026 ausgezeichnet worden. Die 52-jährige Schauspielerin nahm die Ehrung am Samstagabend, 22. August, auf der Parkinsel entgegen. Das Festival würdigt damit vor allem die große Bandbreite ihrer Arbeit zwischen Komödie, Fernsehfilm, Serie und Theater. Festivalintendant Michael Kötz hielt die Laudatio.
Die Auszeichnung gehört zu den zentralen Ehrenpreisen des Festivals, das vom 19. August bis zum 6. September 2026 in Ludwigshafen stattfindet. In diesem Jahr geht der Preis für Schauspielkunst nicht nur an Frier. Auch Christian Redl und Christian Berkel werden während der Festivaltage ausgezeichnet. Regisseur Volker Schlöndorff erhält zudem den Ehrenpreis des Festivals.
In der offiziellen Begründung hebt das Festival besonders Friers Vielseitigkeit hervor. Sie arbeite seit Jahren auf konstant hohem Niveau und präge sehr unterschiedliche Produktionen mit ihrer eigenen Handschrift. Genannt werden neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin auch ihre Arbeit als Komikerin, Moderatorin, Regisseurin sowie als Sprecherin von Hörspielen und Hörbüchern. Im Zentrum der Auszeichnung steht nach Angaben des Festivals jedoch ihre schauspielerische Präsenz.
Kötz fasste die Würdigung am Abend der Verleihung mit den Worten zusammen, Friers Vielseitigkeit sei umwerfend. In seiner Laudatio bezeichnete er sie zudem als eine Schauspielerin von außergewöhnlichem Format. Der SWR berichtete unmittelbar nach der Veranstaltung, dass Frier den Preis am Samstagabend persönlich entgegengenommen habe.
Frier gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Fernsehens. Einem größeren Publikum wurde sie unter anderem durch Formate wie Die Wochenshow, Danni Lowinski, Ella Schön und Merz gegen Merz bekannt. Zugleich war sie immer wieder in ernsteren Fernsehfilmen und Kinoproduktionen sowie auf der Theaterbühne zu sehen. Das Festival begründet seine Entscheidung ausdrücklich mit dieser Spannweite zwischen komödiantischen und dramatischen Rollen.
Der Abend der Ehrung war mit der Vorführung von Mimi und ich verbunden. Das Festival zeigt den Film ausdrücklich aus Anlass der Auszeichnung Friers. Darin spielt sie Mimi, die Mutter der von Hannah Gharib dargestellten Iris. Regie führte Milena Aboyan. Die Produktion basiert auf dem autobiografisch geprägten Stoff Für euch von Journalistin und Autorin Iris Sayram.
Die Veranstaltung begann laut Festivalprogramm um 18.30 Uhr im Zeltkino B auf der Ludwigshafener Parkinsel. Neben Laudatio und Filmvorführung war anschließend ein Bühnengespräch mit Frier vorgesehen. Der Film gehört zu ihren aktuellen Projekten und steht zugleich exemplarisch für jene dramatischen Rollen, auf die das Festival bei der Würdigung ihrer Karriere verweist.
Frier ist 2026 eine von drei Persönlichkeiten, die beim Festival den Preis für Schauspielkunst erhalten. Christian Redl soll seine Auszeichnung am Donnerstag, 27. August, entgegennehmen. Im Zusammenhang mit seiner Ehrung zeigt das Festival den neuen Spreewaldkrimi Mein ist der Tod.
Christian Berkel wird ebenfalls mit dem Preis für Schauspielkunst gewürdigt. Seine Preisverleihung ist für Sonntag, 30. August, angesetzt. Im Festivalprogramm stehen in diesem Zusammenhang die Produktionen Ein Nachthemd für zwei und Block 10. Damit vergibt das Festival seine Schauspielauszeichnung 2026 an drei Darsteller, deren Karrieren unterschiedliche Bereiche von Kino, Fernsehen und Theater umfassen.
Darüber hinaus erhält der international bekannte Regisseur Volker Schlöndorff den Ehrenpreis des Festivals. Seine Verleihung ist für den 28. August vorgesehen. Schlöndorff zählt seit Jahrzehnten zu den bedeutenden deutschen Filmregisseuren und gewann 1980 mit Die Blechtrommel den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.
Der Ludwigshafener Preis für Schauspielkunst ist nicht mit dem Deutschen Schauspielpreis identisch. Dieser wird vom Bundesverband Schauspiel, der Schauspielgewerkschaft BFFS, getragen und 2026 erst am 11. September in Berlin verliehen. Für die acht Wettbewerbskategorien wurden im Juni insgesamt 32 Schauspielerinnen und Schauspieler nominiert. Über die Auszeichnungen entscheiden die Mitglieder des BFFS.
Die Ehrung von Annette Frier am 22. August gehört dagegen zum Festival des deutschen Films. Der dortige Preis für Schauspielkunst wird seit vielen Jahren an profilierte Darstellerinnen und Darsteller vergeben. Zu den früheren Geehrten zählen unter anderem Hanna Schygulla, Klaus Maria Brandauer, Nina Hoss, Hannelore Elsner, Bruno Ganz, Sandra Hüller, Iris Berben, Bjarne Mädel und Christoph Maria Herbst. 2025 erhielten Rainer Bock und Uwe Ochsenknecht die Auszeichnung.
Mit der Ehrung Friers setzt das Festival diese Reihe 2026 fort und stellt eine Schauspielerin in den Mittelpunkt, deren Karriere sich seit mehr als drei Jahrzehnten über sehr unterschiedliche Genres und Formate erstreckt.
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