
ARK Invest bringt einen seiner bekanntesten Fonds auf die Blockchain. Der von Cathie Wood gegründete Vermögensverwalter hat gemeinsam mit dem Finanztechnologie-Unternehmen Securitize eine tokenisierte Anteilsklasse des ARK Venture Fund gestartet. Die Anteile werden zunächst über die Ethereum-Blockchain abgebildet. Der Fonds verwaltet rund 1,3 Milliarden Dollar und investiert sowohl in börsennotierte als auch in nicht börsennotierte Technologieunternehmen. Zum Portfolio gehören unter anderem OpenAI, Anthropic, SpaceX und Databricks.
Der Schritt bedeutet allerdings nicht, dass Anleger für 500 Dollar direkt Aktien von OpenAI oder anderen privaten Unternehmen erwerben können. Tokenisiert wird der Anteil am ARK Venture Fund. Anleger erhalten damit wirtschaftlichen Zugang zum gesamten aktiv verwalteten Portfolio. Welche Unternehmen im Fonds enthalten sind und wie stark sie gewichtet werden, kann sich durch Käufe, Verkäufe und Neubewertungen laufend verändern.
Die regulatorische Grundlage entstand bereits am 21. September 2026. Die US-Börsenaufsicht SEC erteilte ARK Investment Management und dem ARK Venture Fund eine Ausnahmegenehmigung, die mehrere unterschiedliche Anteilsklassen innerhalb desselben Fonds ermöglicht. Dazu gehören herkömmliche nicht börsengehandelte Anteile, eine grundsätzlich börsenfähige Klasse und eine tokenisierte Anteilsklasse, deren Eigentumsverhältnisse mithilfe einer Distributed-Ledger-Technologie erfasst werden können.
Die Genehmigung ist keine Bewertung der wirtschaftlichen Attraktivität des Fonds durch die SEC. Sie schafft vielmehr die aufsichtsrechtliche Grundlage für die neue Struktur. ARK und Securitize gaben die konkrete Tokenisierung anschließend am 24. September bekannt. Ethereum dient zunächst als technische Infrastruktur. Securitize übernimmt dabei die Systeme für Ausgabe und Verwaltung der Onchain-Anteile sowie den Zugang der berechtigten Anleger.
Der ARK Venture Fund ist als sogenannter Interval Fund organisiert. Anders als bei einem klassischen börsengehandelten ETF können Anleger ihre Fondsanteile deshalb nicht jederzeit zum aktuellen Nettoinventarwert zurückgeben. ARK bietet grundsätzlich vierteljährliche Rückkaufmöglichkeiten an. Üblicherweise sollen dabei Anteile im Umfang von bis zu fünf Prozent der ausstehenden Fondsanteile zurückgenommen werden. Übersteigen die Rückgabewünsche dieses Volumen, können sie anteilig gekürzt werden.
Auch die Tokenisierung beseitigt diese Einschränkung nicht automatisch. Eine Blockchain kann Eigentumsübertragungen und die technische Abwicklung verändern, sie macht einen bislang eingeschränkt liquiden Fonds aber nicht zwangsläufig zu einem jederzeit handelbaren Wertpapier. Die SEC-Genehmigung eröffnet zwar grundsätzlich die Möglichkeit, tokenisierte Anteile über zugelassene alternative Handelssysteme zu handeln. Ein uneingeschränkter Sekundärmarkt ergibt sich daraus jedoch nicht automatisch.
Der bisherige ARK Venture Fund richtet sich auch an Anleger, die nicht als sogenannte Accredited Investors gelten. Die Mindestanlage liegt bei 500 Dollar. Für die tokenisierte Variante spricht Securitize von berechtigten Anlegern, die die jeweiligen Zugangs- und regulatorischen Voraussetzungen erfüllen müssen. Die ARK Venture Fund Tokenisierung senkt damit nicht die wirtschaftlichen Risiken der zugrunde liegenden Beteiligungen.
ARKVX verbindet Beteiligungen an privaten Wachstumsunternehmen mit börsennotierten Aktien. In den jüngsten von ARK genannten Portfoliounternehmen finden sich Namen aus künstlicher Intelligenz, Raumfahrt, Robotik, Biotechnologie und digitalen Vermögenswerten. Dazu gehören OpenAI, Anthropic, SpaceX, Stripe und Databricks. ARKs Portfolioübersicht vom 24. September führt SpaceX ebenfalls als Beteiligung des Venture Fund.
Gerade bei nicht börsennotierten Unternehmen unterscheidet sich die Bewertung von täglich an Börsen gehandelten Aktien. Private Beteiligungen werden nicht fortlaufend an einem öffentlichen Markt bepreist. Der Fonds weist deshalb selbst auf Risiken durch schwerer feststellbare Bewertungen, eingeschränkte Liquidität und die hohe Unsicherheit junger Unternehmen hin. Anleger tragen diese Risiken auch dann, wenn ihr Fondsanteil technisch als Token auf Ethereum geführt wird.
Parallel zum Blockchain-Projekt hat ARK auch in seinen börsengehandelten Fonds Positionen verändert. In den für den 22. September veröffentlichten Transaktionen kaufte ARK über mehrere ETFs insgesamt 359.612 Aktien des Raumfahrtunternehmens Rocket Lab. Auf Basis der damaligen Kurse entsprach das einem Volumen von rund 25,1 Millionen Dollar.
Gleichzeitig wurden über zwei ARK-Fonds insgesamt 16.422 Alphabet-Aktien verkauft. Der Gegenwert lag auf Basis der Kurse des Handelstages bei rund 5,8 Millionen Dollar. Aus einzelnen täglichen Käufen oder Verkäufen lässt sich allerdings keine langfristige Änderung der Anlagestrategie ableiten. ARKs veröffentlichte Transaktionen zeigen lediglich die Veränderungen der jeweiligen Fonds an diesem Handelstag.
Der Schritt von ARK steht für eine breitere Entwicklung am US-Kapitalmarkt. Bei tokenisierten Wertpapieren wird ein bestehendes Finanzinstrument oder ein Eigentumsrecht daran mithilfe einer Blockchain beziehungsweise eines vergleichbaren verteilten Registers dargestellt. Die SEC stellte Anfang 2026 klar, dass sich der rechtliche Charakter dadurch nicht grundsätzlich verändert. Ein tokenisierter Fondsanteil bleibt ein Wertpapier und unterliegt weiterhin den einschlägigen Wertpapierregeln.
Auch große Vermögensverwalter und Finanzdienstleister testen inzwischen Blockchain-Infrastruktur für klassische Anlageprodukte. Securitize arbeitet unter anderem an tokenisierten Fondsstrukturen für mehrere internationale Finanzhäuser. Mögliche Vorteile liegen in digitalisierten Eigentumsregistern, automatisierter Abwicklung und neuen Vertriebswegen. Zugleich bleiben Fragen nach Handelbarkeit, Verwahrung, technischen Risiken und regulatorisch zulässigen Transfers bestehen.
Beim ARK Venture Fund verändert Ethereum deshalb zunächst vor allem die technische Form des Zugangs und der Eigentumsdokumentation. Die Auswahl der Investments bleibt bei ARK, und die Risiken der privaten und börsennotierten Beteiligungen bleiben Bestandteil des Fonds. Die Tokenisierung macht aus einem Venture-Fonds weder einen Kryptowert noch einen direkten Weg zu einzelnen privaten Unternehmensanteilen.
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