Audi plant Milliardenwerk in den USA: Zollzusagen aus Washington bleiben offen

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Autobauer Audi könnte für den geplanten Bau einer Fabrik im US-Bundesstaat Georgia von niedrigeren Importzöllen profitieren. Die Regierung von Präsident Donald Trump soll dem Unternehmen entsprechende Erleichterungen in Aussicht gestellt haben. Während Audi Milliardeninvestitionen und Tausende neue Arbeitsplätze plant, fehlen bislang verbindliche Vereinbarungen. In Deutschland wächst zugleich die Kritik an dem Vorhaben und seinem politischen Umfeld.

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US-Regierung soll Audi niedrigere Zölle angeboten haben

Bei den Verhandlungen über ein neues Audi-Werk in Georgia soll die US-Regierung dem deutschen Automobilhersteller Zollerleichterungen zugesichert haben. Die Nachrichtenagentur Reuters beruft sich auf zwei mit den Gesprächen vertraute Personen. Auch das Wall Street Journal berichtete am Donnerstag, 29. Oktober 2026, über entsprechende Zusagen.

Demnach arbeitet das amerikanische Handelsministerium an einem Programm, das Automobilherstellern mit umfangreichen Investitionen in den USA finanzielle Entlastungen bei Importzöllen ermöglichen könnte. Die Regelung wäre nicht ausschließlich für Audi vorgesehen, sondern könnte auch anderen Unternehmen zugutekommen.

Nach Angaben der Reuters-Informanten wollte Audi erreichen, dass die Zölle auf Fahrzeugimporte aus der Europäischen Union von derzeit 15 auf 7,5 Prozent sinken. Das US-Handelsministerium könnte sich demnach auf eine Belastung von ungefähr zehn Prozent einlassen.

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Eine offizielle Bestätigung für diese konkrete Zollsenkung lag zunächst nicht vor. Audi wollte sich gegenüber Reuters nicht zu den Gesprächen äußern. Auch das US-Handelsministerium gab zunächst keine Stellungnahme ab.

Audi will vier Milliarden Dollar in Georgia investieren

Die Pläne für den neuen Produktionsstandort hatte Audi am 25. Oktober offiziell vorgestellt. Der Volkswagen-Tochterkonzern beabsichtigt, rund vier Milliarden US-Dollar in sein erstes eigenes Werk in den Vereinigten Staaten zu investieren.

Vorgesehen ist eine Fabrik auf dem Middle Georgia Megasite im Peach County. Dort sollen rund 4.500 Arbeitsplätze entstehen. Das Werk ist auf eine jährliche Kapazität von bis zu 200.000 Fahrzeugen ausgelegt.

Geplant ist die Fertigung großer SUV-Modelle, die speziell auf den nordamerikanischen Markt zugeschnitten werden. Erste Bauarbeiten sind ab 2027 vorgesehen. Die Serienproduktion soll Anfang der 2030er Jahre beginnen.

Für Audi hat die Investition erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Bislang werden sämtliche für den amerikanischen Markt bestimmten Fahrzeuge außerhalb der USA hergestellt, insbesondere in Europa und Mexiko.

Nach Unternehmensangaben belasteten die amerikanischen Zölle das Geschäft im vergangenen Jahr mit rund 1,2 Milliarden Euro. Eine Produktion direkt in den Vereinigten Staaten würde die Abhängigkeit von Fahrzeugimporten verringern.

VW-Aufsichtsrat hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen

Trotz der öffentlichen Ankündigung ist der Bau der Fabrik noch nicht endgültig beschlossen. Der Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns muss dem milliardenschweren Vorhaben zunächst zustimmen.

Dabei spielen die wirtschaftlichen Vereinbarungen mit der US-Regierung eine wesentliche Rolle. Nach Informationen des Handelsblatts lagen dem VW-Aufsichtsrat am Donnerstag noch keine ausreichenden verbindlichen Unterlagen vor, um über das Projekt abschließend entscheiden zu können.

Offen ist insbesondere, welchen Umfang mögliche Zollerleichterungen tatsächlich hätten. Unklar blieb auch, ob sie ausschließlich für Audi oder für weitere Marken des Volkswagen-Konzerns gelten würden.

Nach Darstellung von Konzerninsidern sind bislang wesentliche Bestandteile der Verhandlungen nicht rechtsverbindlich abgesichert. Auch die langfristige Gültigkeit möglicher Vereinbarungen über politische Amtszeiten hinaus ist ungeklärt.

IG Metall kritisiert Auftritt von Audi-Chef mit Trump

Die US-Pläne haben in Deutschland erhebliche Kritik ausgelöst. Besonders umstritten ist der gemeinsame Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner und Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung am 24. Oktober in Perry im Bundesstaat Georgia.

Die IG Metall fordert vom Konzernvorstand verbindliche Perspektiven für die deutschen Produktionsstandorte. Gewerkschaftschefin Christiane Benner warnte davor, dass Beschäftigte in Deutschland die wirtschaftlichen Folgen der Expansion tragen könnten.

Auch die IG Metall in Baden-Württemberg äußerte deutliche Vorbehalte. Bezirksleiterin Barbara Resch verlangte Klarheit darüber, welche Auswirkungen zusätzliche Produktionskapazitäten in den USA auf bestehende Werke, Beschäftigung und Fahrzeugstückzahlen in Deutschland hätten.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, der dem Volkswagen-Aufsichtsrat angehört, kritisierte ebenfalls den politischen Rahmen der Ankündigung. Gleichzeitig bezeichnete er eine stärkere Erschließung des amerikanischen Marktes als strategisch nachvollziehbar, sofern die deutschen Standorte dadurch nicht geschwächt würden.

Audi verteidigt die Expansion in den USA

Audi selbst weist die Vorstellung zurück, dass die geplante Fabrik eine Entscheidung gegen den Produktionsstandort Deutschland sei.

In einer Stellungnahme vom 26. Oktober erklärte das Unternehmen, das US-Geschäft sei derzeit nicht profitabel. Eine eigene Fertigung könne die Wettbewerbsfähigkeit verbessern und Handelsrisiken reduzieren.

Zugleich räumte der Konzern ein, dass der gemeinsame Auftritt mit Trump Fragen und Unverständnis ausgelöst habe. Audi sei gebeten worden, die Investitionspläne gemeinsam mit dem US-Präsidenten vorzustellen. Die Teilnahme habe ausschließlich den Interessen des Unternehmens gedient.

Für die weitere Entwicklung sind nun sowohl die Entscheidungen im Volkswagen-Konzern als auch die konkrete Ausgestaltung der amerikanischen Zollpolitik maßgeblich. Die geplante Investition steht damit weiterhin unter wirtschaftlichen und vertraglichen Vorbehalten.

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