Nach Felssturz: B42 an der Loreley wird monatelang gesperrt

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Nach dem Felssturz an der Loreley müssen sich Autofahrer im Mittelrheintal auf eine monatelange Sperrung einstellen. Ab Montag, 28. September 2026, wird die Bundesstraße 42 zwischen St. Goarshausen und Kaub im unmittelbaren Bereich des Loreleyfelsens vollständig gesperrt. Betroffen ist nach Angaben des Landesbetriebs Mobilität Rheinland-Pfalz ein rund 400 Meter langer Abschnitt. Die anschließenden Sicherungsarbeiten werden mit drei bis fünf Monaten veranschlagt.

Damit ist die B42 an der Loreley gesperrt, nachdem die Strecke seit Anfang September zunächst wieder einspurig befahren werden konnte. Ursache für die erneuten Einschränkungen sind instabile Felspartien, die nach dem Felssturz Ende August entdeckt wurden.

Felssturz ereignete sich am 31. August

Der ursprüngliche Felssturz ereignete sich am Montag, 31. August 2026, gegen 8 Uhr. Nach Angaben der Polizeidirektion Montabaur lösten sich mehrere Steinbrocken am Loreleyfelsen und fielen auf die B42. Fahrzeuge wurden nicht beschädigt, Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Bundesstraße zwischen St. Goarshausen und Kaub wurde unmittelbar danach vollständig gesperrt.

Der Landesbetrieb Mobilität beziffert die damals abgebrochene Gesteinsmasse auf rund fünf Kubikmeter. Nach dem Ereignis wurden die Straße geräumt und der Hang untersucht. Fachleute begingen die Felsbereiche am Seil, zusätzlich wurden Daten einer Drohnenbefliegung des Landesamts für Geologie und Bergbau ausgewertet. Dabei wurden nach Angaben des LBM weitere stark verwitterte und instabile Bereiche festgestellt.

Um den Verkehr zunächst wieder zu ermöglichen, wurden mobile Steinschlagschutzzäune installiert. Am Mittwoch, 2. September, konnte die B42 einspurig wieder freigegeben werden. Der Verkehr wurde anschließend mit einer Ampelanlage an der Gefahrenstelle vorbeigeführt.

Zunächst werden lose Felsblöcke entfernt

Ab Montag beginnt nun die umfangreichere Sicherung. Nach Angaben des LBM soll die eigentliche Felsberäumung zunächst etwa vier bis fünf Wochen dauern. Bevor lose Gesteinspartien entfernt werden können, muss Bewuchs im Hang zurückgeschnitten werden. Ein großer Teil dieser Arbeiten kann nur von Spezialisten ausgeführt werden, die am Seil im Fels arbeiten.

Der SWR berichtet unter Berufung auf den LBM, dass dabei sechs bis zwölf Kletterer von Fachfirmen gleichzeitig eingesetzt werden sollen. Bereits als instabil identifizierte Steine werden gezielt aus dem Hang entfernt. Weil sich dabei nicht exakt vorhersagen lässt, welchen Weg gelöstes Gestein nimmt, muss die Straße während dieser Arbeiten vollständig gesperrt bleiben.

Nach Abschluss der Beräumung folgt die dauerhafte Felssicherung. Vorgesehen sind Steinschlagschutzzäune, kleinere Sicherungen mit Spritzbeton sowie Seilkonstruktionen zur Stabilisierung gefährdeter Bereiche. Die notwendigen Verankerungen werden teilweise von Kletterern direkt im Fels angebracht. Zaunstützen sollen laut LBM zum Teil mit Hubschraubern eingeflogen werden.

Vollsperrung kann drei bis fünf Monate dauern

Für die eigentlichen Sicherungsmaßnahmen kalkuliert der Landesbetrieb mit einer Bauzeit von ungefähr drei bis fünf Monaten. Wie schnell die Arbeiten vorankommen, hängt insbesondere während der Wintermonate vom Wetter ab. Schnee und starker Wind können Arbeiten am Seil sowie Hubschraubereinsätze verzögern. Einen festen Termin für die Wiedereröffnung nennt der LBM deshalb bislang nicht. Die Bundesstraße soll erst nach Abschluss der Sicherungsmaßnahmen wieder freigegeben werden.

Damit kann die Sperrung bis weit in den Winter oder sogar bis ins Frühjahr 2027 reichen. Die Rhein-Lahn-Zeitung hatte bereits Mitte September berichtet, dass mit einer Sperrung bis ins Frühjahr gerechnet werden müsse. Maßgeblich bleibt die witterungsabhängige Zeitspanne von drei bis fünf Monaten, die der LBM offiziell nennt.

Umleitung führt über Nastätten und die Rheinhöhen

Für Autofahrer werden nach Angaben des LBM weiträumige Umleitungen eingerichtet. Der SWR berichtet, dass der Verkehr über Nastätten und die Rheinhöhen geführt werden soll. Wer bislang auf der rechtsrheinischen B42 zwischen Kaub und St. Goarshausen unterwegs ist, muss deshalb mit deutlich längeren Fahrwegen rechnen.

Besonders relevant ist die Strecke für den regionalen Verkehr im engen Mittelrheintal. Zwischen Rhein und steilen Hängen gibt es dort nur begrenzte Ausweichmöglichkeiten. Die B42 verbindet rechtsrheinisch unter anderem die Orte zwischen Rüdesheim, Kaub, St. Goarshausen und Koblenz.

Bereits nach dem Felssturz am 31. August waren Umleitungsstrecken ausgeschildert worden. Die Polizei hatte damals zunächst angekündigt, dass die Straße nach den ersten Sicherungsarbeiten nur halbseitig wieder geöffnet werden könne.

Auch Schienenersatzverkehr muss Umweg fahren

Die Straßensperrung wirkt sich indirekt auch auf Bahnreisende aus. Auf der rechten Rheinstrecke ist derzeit wegen der Korridorsanierung Schienenersatzverkehr unterwegs. Nach Angaben der Deutschen Bahn gegenüber dem SWR muss die Ersatzbuslinie SEV 10X aufgrund der B42-Sperrung ihre Route ändern.

Zwischen St. Goarshausen und Kaub sollen die Busse über Bornich und Weisel fahren. Nach Angaben der Bahn sollen jedoch weiterhin sämtliche vorgesehenen Haltestellen am Mittelrhein bedient werden. Für Fahrgäste bedeutet die Straßensperrung damit vor allem einen veränderten Fahrtweg.

Eine zusätzliche Sperrung der Bahnstrecke wegen der Felssicherungsarbeiten wird in den veröffentlichten Angaben nicht genannt.

Keine Sperrung der Rheinschifffahrt angekündigt

Auch für die Schifffahrt auf dem Rhein gibt es bislang keine bestätigte Einschränkung im Zusammenhang mit den ab Montag beginnenden Arbeiten. Weder der Landesbetrieb Mobilität noch die aktuellen Angaben des SWR nennen eine Sperrung des Rheins für die Berufsschifffahrt. Die Vollsperrung betrifft nach derzeitigem Stand die B42 und Teile des unmittelbar angrenzenden Bereichs am Loreleyfelsen.

Die Loreley liegt an einem der bekanntesten Abschnitte des Oberen Mittelrheintals, das zum UNESCO-Welterbe gehört. Entsprechend sollen auch die dauerhaften Sicherungselemente möglichst unauffällig in das Landschaftsbild integriert werden. Nach Angaben des LBM sollen unter anderem die Steinschlagschutzzäune entsprechend gestaltet werden.

Auch Teile des Loreleyplateaus bleiben gesperrt

Neben der Bundesstraße ist auch der Bereich der Besucherplattform auf dem Loreleyplateau betroffen. Er bleibt nach Angaben des LBM während der Sicherungsarbeiten gesperrt. Die Mythoshalle und die dortige Toilettenanlage sollen dagegen für Besucher geöffnet bleiben. Direkt dahinter beginnt der abgesperrte Bereich.

Damit beginnen am Montag langfristige Arbeiten an einer der markantesten Felsformationen des Mittelrheintals. Für Autofahrer und den Schienenersatzverkehr bedeutet die Maßnahme über Monate Umwege. Wie lange die Vollsperrung tatsächlich dauert, wird vor allem davon abhängen, unter welchen Wetterbedingungen die Arbeiten im Fels während des Winters fortgesetzt werden können.

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