Baader Bank will Aktienhandel ab 2027 fast rund um die Uhr ermöglichen

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Baader Bank plant eine deutliche Verlängerung ihrer Handelszeiten. Ab dem ersten Quartal 2027 sollen Anleger an fünf Tagen pro Woche jeweils 23 Stunden lang ausgewählte Aktien und ETFs handeln können. Das Unternehmen kündigte die Neuerung am Samstag, 17. Oktober 2026, bei den Baader Trading Days in München an. Für Privatanleger könnte sich damit der Zugang zum Wertpapierhandel erheblich erweitern. Allerdings stehen noch nicht alle Einzelheiten des Angebots fest.

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Baader Bank erweitert Handelszeiten bis tief in die Nacht

Die Handelszeiten der Baader Bank sollen künftig montags bis freitags jeweils von 0 bis 23 Uhr reichen. Bisher ist der Handel über Baader Trading an diesen Tagen von 7.30 bis 23 Uhr möglich. Mit der geplanten Umstellung kommen somit täglich siebeneinhalb zusätzliche Handelsstunden hinzu. Die Einführung ist für den Verlauf des ersten Quartals 2027 vorgesehen. Ein konkretes Startdatum wurde zunächst nicht genannt.

Die Erweiterung betrifft zunächst eine ausgewählte Palette deutscher und internationaler Aktien sowie börsengehandelter Indexfonds, sogenannter ETFs. Welche Wertpapiere während der zusätzlichen Nachtstunden tatsächlich verfügbar sein werden, will die Bank später bekannt geben. Unverändert bleibt der außerbörsliche Samstagshandel, der grundsätzlich von 14 bis 19 Uhr angeboten wird. An Feiertagen gelten Ausnahmen. Sonntags ist auch künftig kein reguläres Handelsangebot im angekündigten Modell vorgesehen.

Neue Möglichkeiten für Privatanleger und Neobroker

Mit den längeren Öffnungszeiten können Anleger künftig auch zu Tageszeiten Wertpapiere kaufen und verkaufen, in denen die wichtigsten europäischen Aktienbörsen geschlossen sind. Dadurch könnten sie schneller auf wirtschaftliche Entwicklungen und Unternehmensmeldungen aus anderen Zeitzonen reagieren. Das Angebot richtet sich besonders an Privatanleger, die unabhängig von klassischen Börsenöffnungszeiten handeln möchten.

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Welche Neobroker die neuen Handelszeiten übernehmen werden, steht allerdings noch nicht fest. Die Baader Bank arbeitet bereits mit verschiedenen digitalen Depotanbietern zusammen. Zu den auf ihrer Handelsplattform aufgeführten Partnern gehören beispielsweise finanzen.net ZERO, SMARTBROKER+ und Traders Place. Ob und zu welchen Bedingungen diese Anbieter den geplanten Nachthandel ermöglichen, wurde bislang nicht angekündigt. Entscheidend wird deshalb auch sein, welche Handelszeiten die jeweiligen Broker tatsächlich für ihre Kunden freischalten.

Die Entwicklung ist Teil einer internationalen Ausweitung der Handelsmöglichkeiten. Auch in den USA bereiten große Handelsplätze längere Öffnungszeiten vor. Die Technologiebörse Nasdaq hat angekündigt, im Dezember 2026 einen Handel über 23 Stunden täglich an fünf Tagen pro Woche einzuführen. In Deutschland bietet die Deutsche Börse privaten Anlegern auf Xetra bereits erweiterte Handelszeiten von 8 bis 22 Uhr an. Der reguläre Xetra-Haupthandel läuft weiterhin von 9 bis 17.30 Uhr.

Längere Handelszeiten können höhere Kosten bedeuten

Für Anleger bringen zusätzliche Handelsstunden nicht ausschließlich Vorteile. Außerhalb der regulären Börsenzeiten ist das Handelsvolumen häufig geringer. Dadurch kann die Differenz zwischen Kaufpreis und Verkaufspreis eines Wertpapiers größer ausfallen. Diese sogenannte Geld-Brief-Spanne oder Spread gehört zu den indirekten Kosten beim Wertpapierhandel. Besonders bei weniger häufig gehandelten Aktien und ETFs können ungünstigere Ausführungskurse entstehen.

Die Verbraucherzentralen und unabhängige Finanzratgeber empfehlen deshalb, bei Wertpapiergeschäften nicht allein auf niedrige Ordergebühren zu achten. Auch der tatsächliche Ausführungspreis spielt eine wichtige Rolle. Mit einer Limitorder können Anleger festlegen, welchen Höchstpreis sie beim Kauf beziehungsweise welchen Mindestpreis sie beim Verkauf akzeptieren. Eine Ausführung zum gewünschten Preis ist dadurch allerdings nicht garantiert.

Für das neue Angebot der Baader Bank sind die konkreten Handelsbedingungen noch nicht veröffentlicht. Das Unternehmen will Einzelheiten zum verfügbaren Wertpapierangebot, zu den Handelsregeln und zu den angebundenen Partnern zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen. Damit ist zwar die geplante Ausweitung auf 23 Stunden täglich angekündigt, welche zusätzlichen Möglichkeiten sich für einzelne Depotkunden ergeben, hängt jedoch von der späteren Umsetzung ab.

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