BASF und Evonik: Großaktionär hält Übernahmefrage weiter offen

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die mögliche Übernahme von Evonik durch BASF beschäftigt die deutsche Chemieindustrie. Nach einer Sitzung des Kuratoriums der RAG-Stiftung am Freitag, 9. Oktober 2026, gibt es weiterhin keine öffentlich bestätigte Einigung. Der größte Evonik-Aktionär hat sich über das Kaufinteresse von BASF informieren lassen, aber keine Entscheidung bekannt gegeben. Gleichzeitig wächst die Bedeutung der Beschäftigungsfrage, denn beide Unternehmen befinden sich bereits in umfangreichen Umbauprozessen.

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BASF bestätigt Interesse, Evonik sieht keine laufenden Gespräche

BASF hatte am 25. September bestätigt, eine mögliche Übernahme des Spezialchemiekonzerns Evonik zu sondieren. Das Ludwigshafener Unternehmen erklärte, dass entsprechende Kontakte mit Evonik und der RAG-Stiftung stattgefunden hätten. Der weitere Verlauf sei offen.

Evonik bestätigte am selben Tag den Eingang einer unverbindlichen Anfrage. Diese bezog sich auf ein mögliches freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien des Unternehmens. Gleichzeitig stellte Evonik klar, dass derzeit keine Gespräche stattfänden. Diese Darstellung bekräftigte der Konzern Anfang Oktober.

Ein verbindliches öffentliches Kaufangebot oder eine Einigung über eine Übernahme wurde bislang nicht bekannt gegeben.

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Berichtete Offerte von 10,3 Milliarden Euro bislang nicht offiziell bestätigt

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen soll BASF zunächst einen Preis von 22,15 Euro je Evonik-Aktie ins Spiel gebracht haben. Daraus ergäbe sich ein Gesamtvolumen von rund 10,3 Milliarden Euro. Evonik soll diese Bewertung als zu niedrig zurückgewiesen haben.

Am 9. Oktober berichtete Reuters unter Berufung auf zwei BASF nahestehende Personen, dass bei möglichen Verhandlungen auch ein höheres Angebot denkbar sei. Eine offizielle Bestätigung für den genannten Kaufpreis, seine Ablehnung oder eine geplante Nachbesserung lag zunächst nicht vor.

RAG-Stiftung besitzt 43,8 Prozent der Evonik-Aktien

Eine zentrale Rolle spielt die RAG-Stiftung. Sie hält nach eigenen Angaben rund 43,8 Prozent der Evonik-Aktien und ist damit die mit Abstand größte Anteilseignerin des Essener Unternehmens.

Am 9. Oktober ließ sich ihr Kuratorium vom Stiftungsvorstand über das BASF-Interesse informieren. Einzelheiten der Sitzung wurden nicht veröffentlicht. Eine Zustimmung zum Übernahmevorstoß oder eine endgültige Absage gab die Stiftung ebenfalls nicht bekannt.

Die Beteiligung hat über das Unternehmen hinaus Bedeutung. Die RAG-Stiftung finanziert mit Erträgen aus ihren Kapitalanlagen langfristige Folgekosten des beendeten deutschen Steinkohlenbergbaus. Dazu gehören unter anderem die Grubenwasserhaltung und die Grundwasserreinigung. Auch Dividenden aus der Evonik-Beteiligung tragen zur Finanzierung dieser Aufgaben bei.

Gewerkschaft verlangt Perspektiven für Arbeitsplätze und Standorte

Die Industriegewerkschaft IGBCE betrachtet den möglichen Zusammenschluss mit Vorbehalten. In einem Schreiben an die Betriebsräte beider Unternehmen warnten der Gewerkschaftsvorsitzende Michael Vassiliadis und Vorstandsmitglied Alexander Bercht vor vorschnellen Entscheidungen.

Die Gewerkschaft verlangt vor allem Klarheit darüber, welche Zukunft BASF den Beschäftigten und Produktionsstandorten bieten könnte. Gleichzeitig fordert sie von Evonik eine tragfähige Perspektive für die weitere Eigenständigkeit.

Die Bedenken treffen auf eine ohnehin angespannte Beschäftigungssituation. Evonik hatte bereits unabhängig von den Übernahmeplänen angekündigt, zwischen 2027 und Ende 2029 weltweit rund 3.200 Stellen abzubauen. Etwa 2.150 Arbeitsplätze entfallen nach der bisherigen Planung auf Deutschland.

Das Unternehmen setzt dabei unter anderem auf auslaufende Stellen, vorzeitige Ruhestandsregelungen und freiwillige Austritte. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach Angaben von Evonik im Rahmen dieses Programms ausgeschlossen.

Welche zusätzlichen Veränderungen eine mögliche BASF-Übernahme von Evonik für die Belegschaften bringen würde, ist dagegen nicht geklärt. Ein verbindliches gemeinsames Beschäftigungs- und Standortkonzept wurde bislang nicht vorgestellt.

Möglicher Zusammenschluss betrifft zwei internationale Chemiekonzerne

BASF gehört zu den größten Chemieunternehmen der Welt und erzielte 2025 einen Umsatz von rund 59,7 Milliarden Euro. Der Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit rund 95.000 Menschen. Evonik erwirtschaftete im selben Jahr rund 14,1 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt etwa 31.000 Menschen.

Damit arbeiten bei beiden Unternehmen zusammen rund 126.000 Beschäftigte. Ihre Geschäftsbereiche reichen von industriellen Grundstoffen und Kunststoffen bis zu Spezialchemikalien für zahlreiche Anwendungen in anderen Industriezweigen.

Die Unternehmen stehen zugleich unter erheblichem internationalem Wettbewerbsdruck. Hohe Kosten an europäischen Produktionsstandorten, schwache Nachfrage in wichtigen Industriezweigen und Konkurrenz aus Asien belasten die Branche. Beide Konzerne reagieren darauf bereits mit Sparmaßnahmen und Veränderungen ihrer Unternehmensstruktur.

Ein Zusammenschluss könnte Geschäftsbereiche zusammenführen und industrielle Strukturen verändern. Ob daraus zusätzliche Investitionen, Kosteneinsparungen oder Standortverlagerungen entstehen würden, lässt sich ohne eine konkrete Übernahmevereinbarung nicht bestimmen.

Auch mögliche wettbewerbsrechtliche Anforderungen wären im Fall einer tatsächlichen Übernahme zu klären. Derzeit besteht jedoch weder ein bekannt gegebenes verbindliches Angebot noch eine bestätigte Vereinbarung zwischen BASF und Evonik. Die weitere Entwicklung hängt damit wesentlich von den Entscheidungen der beteiligten Unternehmen und ihrer Anteilseigner ab.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu