
Nach drei Jahrzehnten endet eine der längsten Ermittlergeschichten im deutschen Fernsehen: Klaus J. Behrendt wird seine Rolle als Kölner „Tatort“-Kommissar Max Ballauf nach der 100. Folge abgeben. Der Abschiedsfall soll voraussichtlich im Herbst 2027 ausgestrahlt werden. Für den Schauspieler endet damit eine Rolle, die ihn seit 1997 kontinuierlich begleitet hat. Sein langjähriger Kollege Dietmar Bär will als Freddy Schenk dagegen weitermachen.
Behrendt hat seine Entscheidung nach Angaben des WDR bereits seit längerer Zeit erwogen. Der Schauspieler hatte sich die Marke von 100 Folgen als persönliches Ziel gesetzt und will den Abschied mit dem 30-jährigen Jubiläum des Kölner Ermittlerteams verbinden. Die 100. Folge soll noch 2026 gedreht werden. Einen konkreten Ausstrahlungstermin gibt es bislang nicht, vorgesehen ist der Herbst 2027.
Ein vollständiger Abschied von der Schauspielerei ist damit nicht verbunden. Behrendt erklärte, künftig mehr Zeit für sich und seine Familie haben zu wollen, schloss weitere Auftritte vor der Kamera aber ausdrücklich nicht aus. Weitergehende Gründe für seinen Ausstieg nannte er nicht.
Der Schritt kommt zu einem klar definierten Zeitpunkt. Ballauf und Schenk stehen seit 1997 gemeinsam für den Kölner „Tatort“ vor der Kamera. Aus einer zunächst neuen Ermittlerkonstellation wurde damit eines der beständigsten Teams innerhalb der ARD-Krimireihe.
Das Ende von Max Ballauf bedeutet nicht das Ende des Kölner „Tatorts“. Dietmar Bär hat angekündigt, seine Rolle als Freddy Schenk fortsetzen zu wollen. Auch der WDR hält ausdrücklich an dem Standort und dem bestehenden Umfeld des Teams fest.
Wie die Ermittlerkonstellation nach Behrendts Abschied aussehen wird, steht allerdings noch nicht fest. Zum Kölner Ensemble gehören neben Schenk derzeit unter anderem Norbert Jütte, gespielt von Roland Riebeling, die Kriminaltechnikerin Natalie Förster mit Tinka Fürst sowie Rechtsmediziner Dr. Roth, dargestellt von Joe Bausch. Der WDR kündigte an, die weitere personelle Aufstellung zu einem späteren Zeitpunkt bekanntzugeben.
Damit ist auch noch offen, ob Freddy Schenk künftig einen neuen festen Partner oder eine neue Partnerin erhält oder ob das Kölner Modell grundsätzlich verändert wird. Bestätigte Angaben zu einer Nachfolge für Behrendt gibt es bislang nicht.
Bis zum Abschied bleiben den beiden Ermittlern noch mehrere gemeinsame Einsätze. Am 20. September 2026 zeigte Das Erste mit „Die letzten Menschen von Köln“ den 96. Fall des Kölner Duos. Darin führten die Ermittlungen Ballauf und Schenk unter anderem in einen ehemaligen Zivilschutzbunker.
Weitere Filme sind bereits produziert. Der 97. Kölner Fall trägt den Arbeitstitel „Die guten Leute“ und spielt im Umfeld einer Bäckerei. Auch der 98. Fall ist bereits abgedreht. Er trägt den Titel „Der Glücklichmacher“ und führt die Ermittler in ein wohlhabendes Kölner Wohnviertel. Bis zur Jubiläumsfolge Nummer 100 wird Behrendt damit noch mehrfach als Ballauf im Fernsehen zu sehen sein.
Über Inhalt, Titel und Besetzung der endgültigen Abschiedsfolge liegen bislang keine näheren offiziellen Angaben vor. Fest steht lediglich, dass sie zugleich der 100. gemeinsame Kölner Einsatz und Behrendts letzter Auftritt als Max Ballauf sein soll.
Behrendts Geschichte mit der Krimireihe reicht sogar noch weiter zurück als die Kölner Ära. In einer anderen Rolle war er bereits 1990 im „Tatort“ zu sehen. Die Figur Max Ballauf trat anschließend zunächst im Düsseldorfer Ermittlerteam auf. Seit 1997 ermittelt Ballauf gemeinsam mit Freddy Schenk in Köln.
Die beiden Schauspieler kannten sich bereits vor ihrem gemeinsamen „Tatort“-Start. Behrendt und Bär hatten Anfang der 1990er Jahre zusammen gearbeitet. Wenige Jahre später wurden sie zum festen Kölner Ermittlerduo. Seitdem entstanden regelmäßig neue Filme, meist mehrere pro Jahr.
Auch wiederkehrende Elemente wurden über die Jahre zu Markenzeichen des Teams. Dazu zählen die ausgeprägte Verankerung der Geschichten in Köln und die häufigen Schlussszenen am Rheinufer. Gleichzeitig griffen die Filme regelmäßig gesellschaftliche Konflikte auf, wie es für die regional aufgebauten „Tatort“-Produktionen der ARD typisch ist.
Mit seinem Abschied nach 100 Folgen erreicht Behrendt einen Wert, der selbst innerhalb der seit 1970 laufenden Krimireihe außergewöhnlich ist. Erst im April 2026 verabschiedeten sich die langjährigen Münchner Kommissare Ivo Batic und Franz Leitmayr nach 35 gemeinsamen Jahren und ebenfalls 100 Fällen. Gespielt wurden sie von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl.
Der Kölner Abschied folgt damit in einer Phase, in der mehrere traditionsreiche „Tatort“-Standorte personell neu aufgestellt werden. Die Grundidee der Reihe bleibt dabei unverändert: Unterschiedliche ARD-Anstalten produzieren eigene Ermittlerteams mit regionaler Prägung, die regelmäßig auf dem gemeinsamen Sonntagskrimi-Sendeplatz zu sehen sind.
Für Köln steht nun ein vergleichbarer Generationswechsel bevor, allerdings zunächst nur auf einer Seite des bisherigen Duos. Bis Herbst 2027 bleibt Max Ballauf noch im Dienst. Danach endet für Klaus J. Behrendt nach 30 Jahren und 100 Kölner Fällen eine der längsten Rollen seiner Karriere.






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