
Belarus hat gemeinsam mit Russland militärische Übungen begonnen, bei denen der Umgang mit nuklearen Waffen trainiert wird. Nach Angaben des belarussischen Verteidigungsministeriums geht es um die Einsatzbereitschaft von Personal, Waffen und Spezialtechnik sowie um die Verlegung in nicht vorher festgelegte Einsatzräume. Beteiligt sind demnach unter anderem Raketeneinheiten und Luftstreitkräfte. Die Führung in Minsk erklärte, die Übungen richteten sich gegen keinen bestimmten Staat und stellten keine Bedrohung für die Sicherheit in der Region dar.
Die belarussische Seite bezeichnete die Übungen als Teil der militärischen Vorbereitung. Russland und Belarus arbeiten seit Jahren eng im Verteidigungsbereich zusammen. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine steht Belarus international besonders im Fokus, weil russische Truppen belarussisches Gebiet zu Beginn des Krieges 2022 für Operationen gegen die Ukraine nutzten. Zudem sind in Belarus russische taktische Atomwaffen stationiert. Nach russischer Darstellung bleiben diese Waffen unter Kontrolle Moskaus.
Für die Sicherheitslage in Osteuropa ist der Zeitpunkt der Übung politisch sensibel. Belarus grenzt an die Ukraine sowie an die NATO-Staaten Polen, Litauen und Lettland. Jede militärische Aktivität in dem Land wird deshalb auch im Zusammenhang mit der russischen Kriegsführung gegen die Ukraine und der Sicherheitslage an der östlichen NATO-Flanke bewertet.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor erklärt, Russland versuche, Belarus tiefer in den Krieg hineinzuziehen. Er sprach von möglichen Plänen für Operationen von belarussischem Gebiet aus, entweder gegen die Ukraine oder gegen ein NATO-Land. Eine unabhängige Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor. Der Kreml wies die Darstellung zurück. Belarus erklärte im Zusammenhang mit den Übungen, diese seien nicht gegen andere Staaten gerichtet.
Kiew hat angekündigt, die Verteidigung im Norden der Ukraine zu verstärken. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass Belarus die Übungen begonnen hat und dass sie in Abstimmung mit Russland stattfinden. Die genauen militärischen Abläufe und die Reichweite der praktischen Übungsteile blieben zunächst offen.
Die Europäische Union bewertet Belarus weiterhin als engen Unterstützer Russlands im Krieg gegen die Ukraine. Der Rat der EU hatte die Sanktionen gegen Belarus zuletzt bis zum 28. Februar 2027 verlängert. Nach Angaben des Rates richten sich die Maßnahmen gegen Personen und Einrichtungen, die mit Repressionen, Wahlmanipulation, Menschenrechtsverletzungen sowie der belarussischen Rolle im russischen Angriffskrieg in Verbindung gebracht werden. Derzeit sind unter diesem Sanktionsregime 310 Personen und 46 Einrichtungen gelistet.
Zudem hatte die EU im April 2026 weitere Beschränkungen im Zusammenhang mit Belarus und dem Krieg gegen die Ukraine beschlossen. Dazu gehören zusätzliche Exportbeschränkungen für Güter, die zur militärischen oder technologischen Stärkung des Landes beitragen könnten. Mehrere Drittstaaten schlossen sich diesen Maßnahmen an.
Parallel zur militärischen Zusammenarbeit mit Russland versucht Belarus, begrenzte außenpolitische Spielräume zu nutzen. In den vergangenen Monaten gab es mehrere Freilassungen politischer Gefangener im Zusammenhang mit Gesprächen zwischen Minsk und Washington. Im März 2026 wurden nach Angaben mehrerer Berichte 250 Gefangene freigelassen. Die USA reagierten mit Sanktionslockerungen in bestimmten Bereichen. Die EU hält dagegen an ihren restriktiven Maßnahmen fest.
Die Menschenrechtslage bleibt angespannt. Die Organisation Viasna zählt weiterhin zahlreiche politische Gefangene in Belarus. Auch nach einzelnen Freilassungen bleibt der Umgang der belarussischen Behörden mit Opposition, Zivilgesellschaft und unabhängigen Stimmen ein zentraler Konfliktpunkt im Verhältnis zu Europa und den USA.
Die aktuelle Übung zeigt, wie eng Belarus in Russlands militärische Strategie eingebunden ist. Für die Ukraine, die östlichen NATO-Staaten und die EU ist dabei weniger eine einzelne Übung entscheidend als die langfristige Entwicklung: Belarus ist ein Nachbarstaat der Ukraine, ein Verbündeter Russlands und Standort russischer taktischer Atomwaffen. Damit bleibt das Land ein wichtiger Faktor in der europäischen Sicherheitsordnung.
Für Minsk bedeutet diese Rolle zugleich wachsende Abhängigkeit von Moskau. Die Stationierung russischer Waffen, gemeinsame Manöver und die politische Rückendeckung für Russland verschärfen die internationale Isolation gegenüber der EU. Zugleich versucht die belarussische Führung, über einzelne Gefangenenfreilassungen und Kontakte nach Washington begrenzte Entlastung zu erreichen. Eine grundlegende politische Öffnung ist daraus bislang nicht erkennbar.
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