
Ein 76 Jahre alter Wanderer ist am Mittwoch, 19. August 2026, am Rinnkendlsteig bei Schönau am Königssee tödlich verunglückt. Nach Angaben der Polizei stürzte der Mann am Nachmittag rund 100 Höhenmeter ab. Die alarmierten Einsatzkräfte konnten an der Unfallstelle nur noch seinen Tod feststellen. Nach Polizeiangaben sei zunächst unklar gewesen, wodurch der Wanderer zu Fall gekommen sein könnte. Die Alpine Einsatzgruppe der Grenzpolizeiinspektion Piding übernahm die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang.
Der Mann war nach den vorliegenden Angaben nicht allein unterwegs. Begleiter setzten nach dem Absturz den Notruf ab. An dem Einsatz waren Kräfte der Bergwacht Berchtesgaden sowie der österreichische Rettungshubschrauber Christophorus 6 beteiligt. Der Verunglückte wurde per Hubschrauber geborgen. Auch seine Begleiter wurden aus dem alpinen Gelände ausgeflogen und anschließend vom Kriseninterventionsdienst der Bergwacht betreut. Weitere gesicherte Angaben zum Ablauf unmittelbar vor dem Absturz lagen zunächst nicht vor.
Der tödliche Bergunfall am Rinnkendlsteig ereignete sich auf einer bekannten Route oberhalb des Königssees. Der Steig verbindet St. Bartholomä mit der Hochfläche von Kühroint und führt an den Osthängen des Kleinen Watzmanns entlang. Das offizielle Tourenportal der Region stuft den Rinnkendlsteig als schwierigen, stellenweise versicherten Bergsteig ein. Für die komplette dort beschriebene Tour werden rund elf Kilometer Strecke und jeweils gut 800 Höhenmeter im Aufstieg und Abstieg angegeben.
Im oberen Teil des Rinnkendlsteigs liegen mehrere ausgesetzte Passagen. Sie sind teilweise mit Drahtseilen und Metalltritten gesichert. Das Tourenportal von Berchtesgaden weist darauf hin, dass der Steig nur für geübte, trittsichere, schwindelfreie und konditionsstarke Bergsteiger geeignet sei. Stellenweise bestehe zudem Steinschlaggefahr. Aus diesen allgemeinen Angaben lässt sich jedoch keine Ursache für den aktuellen Unfall ableiten. Nach Angaben der Polizei sei weiterhin ungeklärt, welche Umstände zu dem Sturz geführt haben könnten.
Unfälle beim Wandern und Bergwandern machen in mehreren Alpenländern einen erheblichen Teil der Bergrettungseinsätze aus. Die verfügbaren Statistiken für den Alpenraum sind nicht vollständig harmonisiert, weil Rettungsorganisationen und Verbände unterschiedliche Definitionen und Erfassungsmethoden verwenden. Die Zahlen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz lassen sich deshalb nur eingeschränkt direkt miteinander vergleichen.
Das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit weist für den Zehnjahreszeitraum von November 2015 bis Oktober 2025 im Durchschnitt rund 2.600 beim Wandern verunfallte oder in Not geratene Personen pro Jahr aus. Im Mittel starben dabei 106 Menschen jährlich. Das entsprach nach Angaben des Kuratoriums 37 Prozent aller Alpintoten in der österreichischen Datenbank. Besonders häufig wurden Stürze, Stolpern oder Ausgleiten registriert. Abstürze machten zwar nur einen kleinen Teil der erfassten Ereignisse aus, hatten aber überdurchschnittlich oft tödliche Folgen. Zusammengenommen entfiel nach der österreichischen Auswertung gut die Hälfte der Todesfälle beim Wandern auf Stürze oder Abstürze.
Auch die Schweizer Bergnotfallstatistik zeigt die große Bedeutung des Wanderns. Nach Angaben des Schweizer Alpen-Clubs mussten 2025 fast 4.000 Menschen beim Bergsport gerettet oder evakuiert werden. 46 Prozent aller erfassten Bergnotfälle entfielen auf Wandern oder Bergwandern. Beim klassischen Bergsport kamen 98 Menschen ums Leben, der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. Beim Bergwandern wurden 36 Todesfälle registriert. Stürze oder Abstürze waren über alle erfassten Aktivitäten hinweg die häufigste Unfallursache.
Für Bayern zeigt die Einsatzstatistik vor allem die hohe Belastung der Rettungsorganisationen. Die Bergwacht Bayern spricht von rund 14.000 Einsätzen pro Jahr, darunter etwa 9.000 Notfall- und Sondereinsätze. Dazu zählen neben Unfällen auch Erkrankungen, Suchaktionen, Blockierungen und andere Notlagen im alpinen oder schwer zugänglichen Gelände. Die Zahlen verdeutlichen, dass Bergrettung weit über schwere Absturzunfälle hinausreicht.
Im Fall am Königssee konzentrieren sich die Ermittlungen nun auf den konkreten Ablauf des Absturzes. Zuständig ist die Alpine Einsatzgruppe der Grenzpolizeiinspektion Piding. Nach Polizeiangaben sei die Ursache zunächst nicht geklärt gewesen. Hinweise auf einen bestimmten Auslöser wurden nicht bestätigt. Damit bleibt offen, welche Umstände unmittelbar vor dem rund 100 Höhenmeter tiefen Sturz eine Rolle gespielt haben könnten.
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