
Der F.C. Hansa Rostock hat seine Trainersuche beendet. André Breitenreiter übernimmt den Fußball-Drittligisten als neuer Cheftrainer und tritt die Nachfolge von Daniel Brinkmann an. Der Verein bestätigte die Verpflichtung am Montagabend, 21. September 2026. Der 52-Jährige soll am Donnerstag erstmals mit der Mannschaft auf dem Trainingsplatz stehen. Angaben zur Vertragslaufzeit machte Hansa zunächst nicht.
Damit holt der frühere Bundesligist einen Trainer mit umfangreicher Erfahrung aus dem deutschen und internationalen Profifußball nach Rostock. Breitenreiter führte bereits zwei Vereine in die Bundesliga, arbeitete unter anderem beim FC Schalke 04 und bei der TSG Hoffenheim und gewann mit dem FC Zürich die Schweizer Meisterschaft. Zuletzt war er bis April 2025 in seiner zweiten Amtszeit Cheftrainer von Hannover 96.
Hansa bezeichnete Breitenreiter bei der Bekanntgabe als den Kandidaten, den die Verantwortlichen von Beginn an für die Nachfolge Brinkmanns favorisiert hatten. Nach Gesprächen sei am Montagabend die Einigung erzielt worden. An der Entscheidung waren nach Vereinsangaben Aufsichtsrat, Vorstand und sportliche Leitung beteiligt.
Seinen ersten Arbeitstag auf dem Trainingsplatz soll Breitenreiter am Donnerstag, 24. September, haben. Da in der 3. Liga anschließend eine Länderspielpause ansteht, bekommt der neue Trainer zunächst Zeit, mit seiner Mannschaft zu arbeiten. Als erstes Pflichtspiel unter seiner Leitung ist am 3. Oktober die Partie im Landespokal beim SV Gützkow vorgesehen.
Breitenreiter erklärte bei seiner Vorstellung, er freue sich auf die Aufgabe beim F.C. Hansa. Hervorgehoben wurden von ihm die Strahlkraft des Vereins, die Unterstützung der Anhänger und die Gespräche mit den Verantwortlichen. Er sprach zudem von einer positiven Energie, die er in Rostock wahrnehme.
Profifußball-Direktor Amir Shapourzadeh verwies vor allem auf die Erfahrung des neuen Trainers. Breitenreiter habe in seiner Laufbahn sehr unterschiedliche sportliche Situationen kennengelernt. In den Gesprächen habe sich zudem gezeigt, dass seine Vorstellungen vom Fußball zu der sportlichen Ausrichtung des Vereins passten. Shapourzadeh erklärte: Er weiß ganz genau, worauf es bei einem Traditionsverein wie Hansa ankommt.
Eine konkrete Laufzeit des Vertrags veröffentlichte Hansa bei der Vorstellung nicht. Auch NDR und andere Berichte über die Verpflichtung nannten keine Vertragsdauer.
Zwischen der Trennung von Daniel Brinkmann und der Verpflichtung Breitenreiters wurde die Mannschaft von den bisherigen Co-Trainern Yannic Thiel und Adam Susac betreut. Torwarttrainer Arvid Rinast unterstützte das Team ebenfalls. Hansa gewann in dieser Übergangsphase zunächst mit 3:2 gegen die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart. Am Sonntag folgte bei Rot-Weiss Essen ein 1:1.
Nach sieben Spieltagen hat Rostock zwölf Punkte und liegt auf dem sechsten Tabellenplatz. Damit befindet sich die Mannschaft weiterhin in Reichweite der vorderen Plätze, obwohl die Vereinsführung bereits früh in der Saison einen Trainerwechsel vorgenommen hat.
Brinkmann und Co-Trainer Dirk Flock waren am 15. September mit sofortiger Wirkung freigestellt worden. Die Entscheidung fiel wenige Monate, nachdem ihre Verträge im Frühjahr noch verlängert worden waren. Brinkmann hatte Hansa im November 2024 übernommen.
Als Begründung verwies Hansa nicht ausschließlich auf einzelne Resultate. Shapourzadeh erklärte bei der Trennung, die Verantwortlichen hätten Ergebnisse, sportliche Ausrichtung und Leistungen über einen längeren Zeitraum bewertet. Die Entwicklung habe zuletzt nicht mehr den Erwartungen und den sportlichen Zielen des Vereins entsprochen.
Unmittelbar vor der Freistellung hatte Rostock mit 0:4 bei Viktoria Köln verloren. Zuvor hatte es unter anderem Unentschieden in den Heimspielen gegen Waldhof Mannheim und den SV Wehen Wiesbaden gegeben. Brinkmann hatte den Verein nach seinem Amtsantritt zunächst aus einer deutlich schwierigeren Tabellensituation geführt, die angestrebte Rückkehr in die 2. Bundesliga aber nicht erreicht.
Mit Breitenreiter setzt Hansa nun auf einen Trainer, dessen bisherige Laufbahn mehrere Aufstiege und Stationen in unterschiedlichen europäischen Ligen umfasst. Der am 2. Oktober 1973 geborene Coach begann seine Laufbahn im höherklassigen Trainerbereich beim TSV Havelse. 2013 wechselte er zum SC Paderborn und führte den Verein bereits in seiner ersten Saison erstmals in dessen Geschichte in die Bundesliga.
Anschließend trainierte Breitenreiter den FC Schalke 04. Von März 2017 an arbeitete er erstmals für Hannover 96 und schaffte mit den Niedersachsen ebenfalls den Aufstieg in die Bundesliga. Es folgten der Klassenerhalt und eine weitere Saison im Oberhaus.
International war Breitenreiter besonders beim FC Zürich erfolgreich. In der Saison 2021/22 führte er den Klub zur Schweizer Meisterschaft. Anschließend kehrte er als Trainer der TSG Hoffenheim in die Bundesliga zurück. Anfang 2024 wechselte er zum englischen Zweitligisten Huddersfield Town. Ende Dezember 2024 übernahm er zum zweiten Mal Hannover 96, ehe die Zusammenarbeit im April 2025 beendet wurde.
Allein in der Bundesliga betreute Breitenreiter Paderborn, Schalke, Hannover und Hoffenheim in insgesamt 140 Ligaspielen. In der Statistik des DFB sind für diese vier Erstliga-Stationen zusammen 39 Siege, 35 Unentschieden und 66 Niederlagen verzeichnet. Hinzu kommen seine Einsätze in der 2. Bundesliga, im Europapokal und in ausländischen Wettbewerben.
Breitenreiter übernimmt eine Mannschaft, deren Zusammenstellung bereits vor Saisonbeginn an mehreren Stellen verändert worden war. Der Verein verlängerte beispielsweise langfristig mit Defensivspieler Lukas Wallner und verpflichtete mit Bernie Lennemann einen flexibel einsetzbaren Offensivspieler aus der U21 des 1. FC Köln. Gleichzeitig wurden nach der vergangenen Saison mehrere Verträge und Leihen nicht fortgeführt.
Im Kader stehen zudem erfahrene Profis wie Andreas Voglsammer, der bereits 2025 von Hannover 96 nach Rostock gewechselt war. Die sportliche Leitung verbindet damit Erfahrung auf höherem Niveau mit jüngeren Spielern, die in Rostock weiterentwickelt werden sollen.
Für Breitenreiter besteht die erste Aufgabe nun darin, diese Mannschaft innerhalb der bereits laufenden Saison auf seine Vorstellungen einzustellen. Ein kompletter Neuaufbau des Kaders ist während der Hinrunde nicht möglich. Die Verpflichtung betrifft deshalb zunächst vor allem die sportliche Arbeit mit dem vorhandenen Personal.
Der Trainerwechsel erfolgte zu einem frühen Zeitpunkt der Saison und trotz des Anschlusses an die obere Tabellenregion. Entscheidend war nach Darstellung des Vereins die längerfristige sportliche Entwicklung unter Brinkmann. Hansa hatte bereits bei dessen Freistellung ausdrücklich darauf verwiesen, dass die Leistungen und die grundsätzliche Ausrichtung nicht mehr den eigenen Erwartungen entsprochen hätten.
Breitenreiter übernimmt damit keinen Klub in einer akuten Tabellenkrise, sondern eine Mannschaft, von der die Verantwortlichen eine deutlich stärkere sportliche Entwicklung erwarten. Nach dem Sieg gegen Stuttgart II und dem Unentschieden bei Rot-Weiss Essen stehen aus den beiden Spielen unter der Übergangslösung vier Punkte.
Mit der Verpflichtung eines Trainers, der bereits zweimal den Sprung in die Bundesliga geschafft und einen Meistertitel in der Schweiz gewonnen hat, hat Hansa seine Vorstellungen für die weitere Entwicklung deutlich gemacht. Wie lange Breitenreiter dafür vertraglich an den Verein gebunden ist, blieb bei seiner Vorstellung zunächst offen.
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