Cancom kürzt Umsatzausblick

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der IT-Dienstleister Cancom rechnet für das Geschäftsjahr 2026 mit weniger Umsatz als bisher erwartet. Anhaltende Kaufzurückhaltung und verschobene Kundenprojekte belasten das Geschäft. Obwohl im dritten Quartal sowohl die Erlöse als auch die operativen Ergebnisse zurückgingen, hält das Unternehmen an seinen bisherigen Gewinnzielen fest. An der Börse reagierten Anleger zunächst mit Kursverlusten.

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Umsatzprognose um 100 Millionen Euro reduziert

Die Cancom SE hat ihre Umsatzprognose für 2026 deutlich nach unten korrigiert. Wie der Münchner IT-Dienstleister am Montagabend, 26. Oktober, in einer Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab, erwartet der Vorstand für das laufende Geschäftsjahr nun einen Konzernumsatz zwischen 1,65 und 1,75 Milliarden Euro.

Zuvor hatte die erwartete Spanne zwischen 1,75 und 1,85 Milliarden Euro gelegen. Damit wurden sowohl die untere als auch die obere Grenze der Prognose um jeweils 100 Millionen Euro reduziert.

Als Grund nennt Cancom eine weiterhin zurückhaltende Nachfrage. Kunden benötigten mehr Zeit für Investitionsentscheidungen und verschöben geplante Projekte. Besonders betroffen sei der Bereich Workplace, der IT-Lösungen für moderne Arbeitsplätze umfasst.

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Nach Einschätzung des Unternehmens bleibt der grundsätzliche Bedarf an Digitalisierung unverändert hoch. Allerdings führe dieser Bedarf derzeit nicht im ursprünglich erwarteten Umfang zu Umsätzen.

Drittes Quartal schwächer als erwartet

Die vorläufigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal verdeutlichen die Entwicklung. Der Umsatz lag nach Unternehmensangaben bei rund 412,0 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 423,9 Millionen Euro gewesen. Daraus ergibt sich ein Rückgang von rund 2,8 Prozent.

Deutlicher fiel die Entwicklung bei den operativen Ergebnissen aus. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, kurz EBITDA, erreichte voraussichtlich 24,1 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor hatte es bei 27,1 Millionen Euro gelegen.

Das EBITA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und bestimmten Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, sank nach vorläufigen Berechnungen von 13,4 auf rund 10,8 Millionen Euro.

Damit blieb das dritte Quartal auch hinter den bisherigen Erwartungen des Vorstands zurück. Die endgültigen Zahlen liegen noch nicht vor.

Ergebnisziele bleiben unverändert

Trotz der gesenkten Umsatzprognose hält Cancom an seinen bisherigen Erwartungen für die Profitabilität fest. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet der Vorstand weiterhin mit einem EBITDA zwischen 110 und 130 Millionen Euro.

Auch die Prognose für das EBITA wurde nicht verändert. Hier erwartet das Unternehmen nach wie vor einen Wert zwischen 55 und 75 Millionen Euro.

Bereits im ersten Halbjahr hatte Cancom gezeigt, dass sich die Ertragslage trotz rückläufiger Umsätze verbessern kann. Während der Konzernumsatz in den ersten sechs Monaten auf 775,9 Millionen Euro sank, stieg das EBITDA um rund 34 Prozent auf 49,2 Millionen Euro.

Das Unternehmen hatte diese Entwicklung im August unter anderem mit Effizienzsteigerungen und einer konsequenten Kostenkontrolle erklärt. Zugleich hatte Vorstandschef Rüdiger Rath bereits damals auf verzögerte Investitionsentscheidungen der Kunden hingewiesen.

Die unveränderten Ergebnisziele bedeuten allerdings, dass Cancom im Schlussquartal eine deutlich höhere operative Ertragskraft erreichen müsste als im dritten Quartal. Rechnerisch wären auf Grundlage der vorläufigen Neunmonatszahlen mindestens 36,7 Millionen Euro EBITDA im vierten Quartal erforderlich, um die untere Grenze der bestätigten Jahresprognose zu erreichen.

Cancom-Aktie reagiert mit Kursverlusten

An der Börse wurde die Prognosesenkung zunächst negativ aufgenommen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa-AFX vom 26. Oktober, 18:22 Uhr, verlor die Cancom-Aktie am Montagabend auf der Handelsplattform Tradegate rund vier Prozent gegenüber dem vorangegangenen Xetra-Schlusskurs.

Die Veröffentlichung der Prognosesenkung erfolgte erst nach dem regulären Xetra-Handel. Eine Kursreaktion aus dem regulären Dienstagshandel war damit zum Zeitpunkt dieser Betrachtung noch nicht berücksichtigt.

Die Cancom SE gehört zum SDAX und bietet IT-Dienstleistungen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen an. Zum Geschäft zählen unter anderem die Bereitstellung und Betreuung von IT-Infrastrukturen, Cloud-Dienste, IT-Sicherheit sowie Lösungen rund um künstliche Intelligenz.

Der Konzern ist neben Deutschland unter anderem in Österreich und weiteren europäischen Ländern tätig. Im Geschäftsjahr 2025 lag der Jahresumsatz bei rund 1,7 Milliarden Euro.

Vollständige Geschäftszahlen im November

Weitere Einzelheiten zur Geschäftsentwicklung sollen am 12. November 2026 folgen. An diesem Tag plant Cancom die Veröffentlichung des vollständigen Finanzberichts für die ersten neun Monate des Jahres.

Dann sollen die endgültigen Quartalskennzahlen vorliegen. Die bereits veröffentlichten vorläufigen Daten zeigen, dass die zurückhaltenden Investitionsentscheidungen der Kunden inzwischen auch die Jahresplanung beeinflussen.

Für Cancom steht damit im letzten Quartal besonders die Entwicklung des operativen Ergebnisses im Mittelpunkt. Ob die weiterhin bestätigten Ergebnisziele erreicht werden, hängt von der tatsächlichen Geschäftsentwicklung bis zum Jahresende ab.

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