Anteilsverkauf stützt Fraport-Ergebnis

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Flughafenbetreiber Fraport hat im dritten Quartal 2026 beim operativen Ergebnis besser abgeschnitten als von Analysten erwartet. Nach vorläufigen Angaben vom 26. Oktober lag das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bei rund 595 Millionen Euro. Ein einmaliger Gewinnbeitrag aus dem Verkauf einer Unternehmensbeteiligung spielte dabei eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig hält der Konzern an seiner Jahresprognose fest.

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Fraport übertrifft Analystenerwartungen

Mit einem EBITDA von rund 595 Millionen Euro übertraf Fraport den zuvor ermittelten Analystenkonsens von rund 574 Millionen Euro um knapp vier Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im dritten Quartal bei rund 407 Millionen Euro. Hier hatten Analysten durchschnittlich mit knapp 389 Millionen Euro gerechnet.

Der positive Abstand zu den Erwartungen erklärt sich vor allem durch den Verkauf der Beteiligung an der Medical Airport Service GmbH (MAS). Fraport hatte bislang 50 Prozent der Unternehmensanteile gehalten. MAS bietet Dienstleistungen in den Bereichen Arbeitsmedizin, Arbeitssicherheit und betriebliches Gesundheitsmanagement an.

Der Anteilsverkauf wirkte sich nach Angaben von Fraport mit rund 24 Millionen Euro positiv auf das operative Ergebnis aus.

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Ohne diesen Sondereffekt hätte das Quartals-EBITDA auf Grundlage der gerundeten Angaben rechnerisch bei etwa 571 Millionen Euro gelegen. Damit wäre die durchschnittliche Analystenerwartung leicht verfehlt worden. Das ausgewiesene Ergebnis lässt sich deshalb nicht allein auf eine verbesserte Entwicklung des laufenden Flughafenbetriebs zurückführen.

Frankfurt verliert leicht Passagiere

Während Fraport operativ von dem Beteiligungsverkauf profitierte, entwickelte sich der Passagierverkehr am größten deutschen Flughafen weiterhin verhalten.

Nach den bereits am 13. Oktober veröffentlichten Verkehrszahlen nutzten in den ersten neun Monaten 2026 rund 47,5 Millionen Reisende den Flughafen Frankfurt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang um 0,2 Prozent.

Allein im September wurden rund 6,1 Millionen Passagiere gezählt. Das waren 1,6 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat.

Die vergleichsweise schwache Neunmonatsentwicklung führt Fraport unter anderem auf Streiks bei der Lufthansa und die geopolitische Lage zurück. Nach Unternehmensangaben waren von den Arbeitskämpfen knapp 700.000 Passagiere betroffen. Ohne diese Auswirkungen hätte das Fluggastaufkommen nach Berechnungen des Flughafenbetreibers um etwa 1,3 Prozent wachsen können.

Auch die Zahl der Starts und Landungen entwickelte sich rückläufig. Im September registrierte der Flughafen Frankfurt 40.539 Flugbewegungen, 3,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Besonders deutlich war der Rückgang im innerdeutschen Flugverkehr.

Internationale Flughäfen wachsen überwiegend

Deutlich positiver entwickelte sich das Passagiergeschäft an vielen internationalen Standorten des Fraport-Konzerns.

Im September nutzten insgesamt rund 21,1 Millionen Fluggäste die von Fraport aktiv betriebenen Flughäfen. Das entsprach einem Anstieg um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Besonders kräftig fiel das Wachstum am Flughafen Lima in Peru aus. Dort erhöhte sich die Passagierzahl um 10,5 Prozent auf rund 2,3 Millionen. Am slowenischen Flughafen Ljubljana wurden 205.495 Reisende gezählt, ein Plus von 16,6 Prozent.

Auch die 14 von Fraport betriebenen griechischen Regionalflughäfen verzeichneten höhere Passagierzahlen. Ihr gemeinsames Aufkommen erreichte im September rund 5,7 Millionen Reisende, 4,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Ein anderes Bild zeigte sich am Flughafen Antalya in der Türkei. Dort ging die Zahl der Passagiere um 1,7 Prozent auf rund 5,1 Millionen zurück.

Die unterschiedlichen Entwicklungen verdeutlichen die Bedeutung des internationalen Flughafenportfolios für Fraport. Während der Verkehr am Heimatstandort Frankfurt seit Jahresbeginn leicht rückläufig war, verzeichneten zahlreiche Auslandsstandorte steigende Passagierzahlen.

Halbjahresgewinn deutlich gesunken

Bereits im August hatte Fraport für die ersten sechs Monate 2026 steigende Umsätze und ein höheres operatives Ergebnis gemeldet.

Der Konzernumsatz lag im ersten Halbjahr bei rund 2,07 Milliarden Euro und damit vier Prozent über dem Vorjahreswert. Das EBITDA erreichte 582,3 Millionen Euro, ein Zuwachs von 3,8 Prozent.

Der Konzerngewinn entwickelte sich dagegen rückläufig. Er lag bei 51,6 Millionen Euro und damit 47,7 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Als wesentliche Ursachen nannte Fraport höhere Zinsaufwendungen und bilanzielle Auswirkungen abgeschlossener Ausbauprojekte. Besonders relevant waren dabei die neuen Terminalgebäude in Frankfurt und Lima.

Der Ausbau der Flughafeninfrastruktur wirkt sich damit auf mehrere Bereiche der Konzernrechnung aus. Während neue Kapazitäten die langfristigen Wachstumsmöglichkeiten erweitern, beeinflussen damit verbundene Abschreibungen und Finanzierungskosten kurzfristig das Konzernergebnis.

Fraport bestätigt Jahresprognose

Trotz der schwächeren Passagierentwicklung in Frankfurt und der unterschiedlichen Ergebnisse an den internationalen Standorten hält der Flughafenbetreiber an seinen finanziellen Zielen für 2026 fest.

Fraport erwartet weiterhin ein Konzern-EBITDA oberhalb des Vorjahreswertes von 1,44 Milliarden Euro und bis zu rund 1,5 Milliarden Euro. Die Prognose gilt nach Unternehmensangaben unabhängig vom positiven Sondereffekt aus dem Beteiligungsverkauf.

Beim Konzerngewinn rechnet die Unternehmensführung dagegen weiterhin mit einem Rückgang gegenüber 2025. Dafür werden insbesondere höhere Abschreibungen und Zinsaufwendungen infolge der abgeschlossenen Ausbauvorhaben verantwortlich gemacht.

Für den Flughafen Frankfurt erwartet Fraport im Gesamtjahr inzwischen ein Passagieraufkommen ungefähr auf dem Vorjahresniveau von 63,2 Millionen Reisenden. An den internationalen Standorten geht der Vorstand überwiegend von einer positiven Verkehrsentwicklung aus.

Vollständige Quartalszahlen folgen im November

Die bislang veröffentlichten Ergebnisse für das dritte Quartal sind vorläufig. Weitere Finanzkennzahlen für die Monate Januar bis September stehen noch aus.

Die vollständige Quartalsmitteilung für die ersten neun Monate 2026 soll am Mittwoch, 4. November, um 7 Uhr veröffentlicht werden. Erst damit wird die finanzielle Entwicklung des Konzerns für den gesamten Neunmonatszeitraum im Detail sichtbar.

Für das weitere Geschäftsjahr bleibt insbesondere die Entwicklung der Passagierzahlen in Frankfurt und an den internationalen Beteiligungsflughäfen von Bedeutung. Hinzu kommen die finanziellen Auswirkungen der großen Infrastrukturinvestitionen, die bereits das Halbjahresergebnis beeinflusst haben.

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