HHLA senkt Gewinnziel erneut

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) muss ihre Gewinnerwartungen für 2026 erneut deutlich zurücknehmen. Der Hafenlogistikkonzern rechnet mit einem niedrigeren operativen Ergebnis und einem stärkeren Rückgang des Containerumschlags als bisher angenommen. Hintergrund sind unter anderem Arbeitsausfälle, die Modernisierung der Hamburger Containerterminals und eine Wertberichtigung. Die neue Prognose veröffentlichte das Unternehmen am 22. Oktober 2026.

Anzeige

HHLA erwartet 35 Millionen Euro weniger Gewinn

Die HHLA-Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr fällt deutlich niedriger aus. Nach der aktuellen Einschätzung des Vorstands soll das operative Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern, das sogenannte EBIT, zwischen 115 und 135 Millionen Euro liegen. Zuvor hatte das Unternehmen mit 150 bis 170 Millionen Euro gerechnet.

Damit wurden beide Grenzen der erwarteten Ergebnisspanne um jeweils 35 Millionen Euro gesenkt. Gemessen am Mittelwert entspricht das einer Reduzierung der Prognose um knapp 22 Prozent.

Auch für den Teilkonzern Hafenlogistik, in dem das operative Hafengeschäft zusammengefasst ist, korrigierte das Unternehmen seine Erwartungen. Dort soll das EBIT nun zwischen 100 und 120 Millionen Euro liegen. Die bisherige Prognose hatte 135 bis 155 Millionen Euro vorgesehen.

Anzeige

Die Gewinnwarnung betrifft das operative Geschäftsergebnis. Sie ist nicht mit einer Prognose für den Jahresüberschuss nach Steuern gleichzusetzen.

Containerumschlag entwickelt sich schwächer

Besonders deutlich zeigt sich die schwierigere Geschäftsentwicklung beim Containerumschlag. Für das Gesamtjahr erwartet die HHLA inzwischen einen deutlichen Rückgang gegenüber 2025. Bislang hatte der Konzern lediglich mit einem leichten Minus gerechnet.

Gegenüber dem NDR konkretisierte die HHLA ihre Erwartung. Demnach gehe das Unternehmen von einem Rückgang um mehr als fünf Prozent aus. Ein zweistelliges Minus werde derzeit nicht erwartet.

Bereits die Halbjahreszahlen hatten eine rückläufige Entwicklung gezeigt. In den ersten sechs Monaten 2026 wurden konzernweit rund 2,96 Millionen Standardcontainer umgeschlagen. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum lag das Volumen bei rund 3,17 Millionen Einheiten. Das entsprach einem Rückgang von 6,7 Prozent.

Die Zahlen beziehen sich auf den Containerumschlag der HHLA und nicht auf sämtliche Umschlagaktivitäten im Hamburger Hafen.

Streiks und Terminalumbauten belasten das Ergebnis

Für die erneute Prognosesenkung nennt die HHLA mehrere Ursachen. Streikbedingte Arbeitsausfälle hätten den Hafenbetrieb beeinträchtigt. Hinzu kämen Einschränkungen während der laufenden Automatisierung der Hamburger Containerterminals.

Die Modernisierung soll die Anlagen langfristig leistungsfähiger machen. Während der Umstellung entstehen jedoch operative Belastungen, die sich auf den Containerumschlag auswirken.

Eine weitere Belastung ergibt sich aus der Überprüfung von Unternehmensbeteiligungen. Im Rahmen der stärkeren Konzentration auf das Kerngeschäft untersuchte die HHLA ihr Portfolio an neu gegründeten und ausgegründeten Geschäftsaktivitäten.

Nach einer Bewertung der Marktbedingungen wurde für das Segment Logistik eine Wertberichtigung von rund zwölf Millionen Euro notwendig. Diese ist nach Unternehmensangaben nicht zahlungswirksam. Sie wirkt sich somit auf das ausgewiesene Ergebnis aus, ohne unmittelbar zu einem entsprechenden Geldabfluss zu führen.

Bereits zweite Prognosesenkung 2026

Die aktuelle Korrektur ist nicht die erste Anpassung der Jahresziele. Schon am 20. Juli 2026 hatte die HHLA ihre Erwartungen nach unten gesetzt.

Damals reduzierte der Konzern seine EBIT-Prognose von ursprünglich 175 bis 195 Millionen Euro auf 150 bis 170 Millionen Euro. Als Gründe nannte das Unternehmen unter anderem Beeinträchtigungen durch die Modernisierung der Terminals, Arbeiten an der Schieneninfrastruktur und die Folgen des starken Wintereinbruchs zu Jahresbeginn.

Durch die weitere Absenkung im Oktober liegt die erwartete Ergebnisspanne inzwischen an beiden Grenzen um 60 Millionen Euro unter der Prognose, die vor der Juli-Korrektur gegolten hatte.

Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2025 lag das operative Konzernergebnis bei 160,5 Millionen Euro. Die neue Erwartung für 2026 bleibt selbst am oberen Ende unter diesem Wert.

Umsatzprognose bleibt unverändert

Trotz des schwächeren Gewinnausblicks hält der Vorstand an seinen Erwartungen für die Umsatzerlöse fest. Die HHLA rechnet weiterhin mit einem deutlichen Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr.

Auch beim Containertransport, der insbesondere die Weiterbeförderung von Containern auf dem Landweg umfasst, bleibt die Prognose unverändert. Hier erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr einen leichten Zuwachs.

Schon im ersten Halbjahr hatte sich gezeigt, dass Umsatz und operatives Ergebnis unterschiedlich verlaufen können. Während die Konzernerlöse um drei Prozent auf 910,9 Millionen Euro stiegen, sank das EBIT von 79,4 auf 51,3 Millionen Euro.

Für die HHLA ist die Entwicklung besonders relevant, weil das Unternehmen eine wichtige Rolle im internationalen Warenverkehr spielt. Neben dem Containerumschlag betreibt der Konzern Transportverbindungen zwischen Seehäfen und europäischen Wirtschaftsregionen.

Die aktuelle Prognosesenkung verdeutlicht, dass die laufende Modernisierung und die operativen Einschränkungen das Geschäftsjahr 2026 stärker belasten als zuletzt erwartet. Konkrete neue Angaben zu möglichen Auswirkungen auf Beschäftigte oder zusätzliche Investitionsmaßnahmen machte die HHLA in ihrer Mitteilung vom 22. Oktober nicht.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu