
Penélope Cruz und Javier Bardem stehen wieder gemeinsam vor der Kamera. Am Dienstag haben die beiden spanischen Schauspielstars ihren neuen Film „Bunker“ bei den 83. Internationalen Filmfestspielen von Venedig vorgestellt. Das Werk von Regisseur und Drehbuchautor Florian Zeller läuft im Wettbewerb um den Goldenen Löwen. Bei der Präsentation ging es jedoch nicht nur um die Zusammenarbeit des Ehepaars. Cruz und Bardem sprachen auch darüber, weshalb sie sich öffentlich zu politischen und gesellschaftlichen Fragen äußern.
Der gemeinsame Auftritt war Teil eines dicht geplanten Festivaltages. Nach Angaben der Biennale standen am Dienstag Pressevorführungen sowie eine Pressekonferenz zu „Bunker“ auf dem Programm. Am Abend folgten die öffentliche Präsentation und der rote Teppich. Der Film hat eine Laufzeit von 126 Minuten und wurde in englischer und spanischer Sprache produziert. Neben Cruz und Bardem gehören Stephen Graham, Paul Dano und Patrick Schwarzenegger zur Hauptbesetzung.
Für Penélope Cruz und Javier Bardem in Venedig ist der Film zugleich eine vergleichsweise seltene gemeinsame Arbeit. Obwohl beide seit Jahrzehnten zu den international bekanntesten spanischen Schauspielern gehören, treten sie nur gelegentlich zusammen in einem Film auf. Bei der Pressekonferenz erklärte Cruz, dass gemeinsame Projekte keineswegs die Regel seien und ihre berufliche Zusammenarbeit deshalb jeweils einen besonderen Stellenwert habe.
Im Mittelpunkt des Films steht Miguel, gespielt von Bardem. Der erfolgreiche Architekt erhält den Auftrag, für einen wohlhabenden Unternehmer aus der Technologiebranche einen luxuriösen Schutzbunker zu entwerfen. Seine Frau Sofia, dargestellt von Cruz, betrachtet das Vorhaben kritisch. Die Entscheidung führt zu einem Konflikt innerhalb ihrer seit 17 Jahren bestehenden Ehe.
Regisseur Florian Zeller verbindet diesen persönlichen Konflikt mit größeren gesellschaftlichen Fragen. Nach der offiziellen Beschreibung geht es um Angst, moralische Entscheidungen und die Reaktion auf eine zunehmend unsichere Welt. Zeller hat das Drehbuch ausdrücklich mit Cruz und Bardem im Blick entwickelt. Ihn interessierte dabei, wie sich Liebe, Loyalität und Vergebung erzählen lassen, wenn zugleich die Grenze zwischen einer fiktionalen Beziehung und dem Wissen des Publikums über die beiden Darsteller sichtbar bleibt.
Auch Fragen nach wirtschaftlicher Macht und gesellschaftlicher Abschottung spielen eine zentrale Rolle. Ausgangspunkt ist der Widerspruch, dass Menschen, deren wirtschaftlicher Erfolg eng mit weltweiter digitaler Vernetzung verbunden ist, zugleich über die finanziellen Möglichkeiten verfügen können, sich im Krisenfall weitgehend von der übrigen Gesellschaft abzuschotten. Der Film verbindet diese Ebene mit der persönlichen Geschichte seiner Hauptfiguren.
Bei der Pressekonferenz wurde das Paar auch darauf angesprochen, weshalb es wiederholt politische Positionen öffentlich vertritt. Bardem erklärte sinngemäß, gesellschaftliche Meinungsäußerung sei nicht von einem bestimmten Beruf abhängig. Gleichzeitig verwies er darauf, dass bekannte Schauspieler durch ihre öffentliche Reichweite größere Möglichkeiten hätten, mit ihren Aussagen ein großes Publikum zu erreichen.
Cruz stellte einen Zusammenhang zwischen dieser Frage und dem Inhalt von „Bunker“ her. Ein Film, der sich mit Macht, Ängsten, Verantwortung und gesellschaftlichen Entwicklungen beschäftige, lasse sich aus ihrer Sicht kaum vorstellen, ohne anschließend auch über diese Themen zu sprechen. Medien griffen in diesem Zusammenhang auch frühere öffentliche Positionierungen des Paares zum Krieg im Gazastreifen auf. Anlass der Aussagen am Dienstag war eine entsprechende Frage während der Pressekonferenz.
Damit steht bei ihrem Auftritt in Venedig nicht eine neue private Entwicklung des Paares im Mittelpunkt. Der aktuelle Nachrichtenanlass ist ihre gemeinsame Filmarbeit und die öffentliche Diskussion über die gesellschaftlichen Fragen, die „Bunker“ aufgreift.
„Bunker“ gehört zur offiziellen Wettbewerbsauswahl der 83. Filmfestspiele von Venedig. Die Produktion stammt aus Frankreich und Spanien. Florian Zeller schrieb das Drehbuch und führte Regie. Zu den Produktionsfirmen gehören Blue Morning Pictures, Mod Producciones, Pathé Films, Mediawan und Entourage Pictures. Die Musik stammt von Volker Bertelmann.
Für Bardem und Cruz ist die Präsentation zugleich Teil einer besonders sichtbaren spanischen Präsenz beim diesjährigen Festival. Bardem äußerte bei der Pressekonferenz Anerkennung dafür, dass spanische Produktionen und Filmschaffende international stark wahrgenommen würden. Dabei verwies er auch auf weitere aktuelle spanische Filme und deren Resonanz außerhalb des Landes.
Ob „Bunker“ am Ende einen Preis erhält, entscheidet die Wettbewerbsjury. Fest steht zunächst nur, dass der Film in der Hauptkonkurrenz von Venedig antritt und mit Cruz und Bardem zwei der international bekanntesten spanischen Schauspieler wieder gemeinsam auf die Leinwand bringt. Die Verbindung eines Ehekonflikts mit Fragen nach Macht, Abschottung und gesellschaftlicher Verantwortung macht den Film zugleich zu einem Beitrag über Themen, die weit über das Privatleben seiner Hauptfiguren hinausgehen.
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