
Tom Tykwers Kinofilm „Das Licht“ bekommt eine neue Fassung für das Fernsehen. Seit Freitag, 30. Oktober 2026, ist das Familiendrama mit Lars Eidinger, Nicolette Krebitz und Tala Al-Deen als vierteilige Miniserie kostenlos im Streamingportal des ZDF verfügbar. Der Regisseur hat dafür Szenen neu angeordnet und bislang unveröffentlichtes Material ergänzt. Der Film, der 2025 die Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnete, ist außerdem Anfang November erstmals im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen.
Die neue Fassung von „Das Licht“ steht seit dem 30. Oktober 2026 im Streamingangebot des ZDF zur Verfügung. Zuschauerinnen und Zuschauer in Deutschland können alle vier Episoden kostenlos abrufen. Anders als bei manchen internationalen Streamingproduktionen gibt es keine wöchentliche Veröffentlichung. Sämtliche Folgen sind gleichzeitig gestartet.
Die vierteilige Produktion wird als abgeschlossene Miniserie angeboten. Eine vorherige Staffel existiert nicht. Es handelt sich um eine alternative Fassung des gleichnamigen Kinofilms von 2025 und nicht um eine inhaltlich eigenständige Fortsetzung.
Die Episoden dauern nach Angaben des Filmmagazins Filmstarts zwischen 33 und 44 Minuten. Damit lässt sich die Geschichte in vier Abschnitten ansehen, während die ursprüngliche Kinofassung eine Laufzeit von rund 162 Minuten hat.
Der deutsche Titel und der Originaltitel lauten jeweils „Das Licht“. International wurde der Film unter dem englischen Titel „The Light“ vorgestellt.
Für die Veröffentlichung als Serie hat Tom Tykwer die ursprüngliche Erzählstruktur überarbeitet. Dabei wurden nicht nur Szenen an andere Stellen verschoben. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur, die sich auf eine Auskunft zur Produktion beruft, enthält die neue Version auch zuvor nicht verwendete Szenen.
Die Idee einer seriellen Fassung entstand demnach nicht erst nach dem Kinostart. Tykwer erklärte in einer Mitteilung, dass der Film für die Fernsehausstrahlung beim ZDF von Anfang an auch als Miniserie vorgesehen gewesen sei.
Die einzelnen Teile hätten ein eigenes erzählerisches Profil. Tykwer sprach von einem „schönen, klaren Eigenleben als Kapitel“.
Die zusätzliche Verwendung bislang unveröffentlichten Materials bedeutet allerdings nicht, dass die gesamte Serienfassung wesentlich länger ausfällt. Ihre Gesamtlaufzeit liegt sogar etwas unter der Dauer des Kinofilms. Der wesentliche Unterschied besteht deshalb in der veränderten Struktur und dem anderen Erzählrhythmus.
Im Mittelpunkt steht die Berliner Familie Engels. Tim und Milena leben mit ihren Kindern in einer wohlhabenden Umgebung, haben sich emotional jedoch zunehmend voneinander entfernt.
Während die Eltern mit ihren beruflichen Verpflichtungen und eigenen Vorstellungen vom Leben beschäftigt sind, verfolgen auch die Kinder unterschiedliche Interessen. Die Zwillinge Frieda und Jon stehen kurz vor dem Erwachsenwerden. Hinzu kommt Dio, Milenas Sohn aus einer anderen Beziehung.
Obwohl die Familienmitglieder unter einem Dach wohnen, fehlt ihnen zunehmend die gemeinsame Verbindung.
Mit der Ankunft der syrischen Haushälterin Farrah verändert sich der Alltag der Engels. Die neue Mitarbeiterin bringt die gewohnten Abläufe durcheinander und fordert die Familie heraus, sich mit bislang verdrängten Gefühlen auseinanderzusetzen.
Farrah hat zugleich eine eigene, belastende Vergangenheit. Eine besondere Rolle spielt dabei eine Lampe, mit der sich veränderte Bewusstseinszustände erzeugen lassen.
Tykwer verbindet die Familiengeschichte mit gesellschaftlichen Fragen. Migration, soziale Gegensätze, Generationenkonflikte und der Umgang mit persönlichen Krisen gehören ebenso zu den Themen wie Klimapolitik und digitale Lebenswelten.
Die Inszenierung beschränkt sich nicht auf ein klassisches Familiendrama. Auch musikalische, satirische und fantastische Elemente gehören zur Erzählweise.
Das Ensemble der Produktion vereint etablierte Darsteller mit jüngeren Schauspielerinnen und Schauspielern. Lars Eidinger verkörpert Tim Engels, Nicolette Krebitz spielt dessen Ehefrau Milena.
Tala Al-Deen übernimmt die Rolle der syrischen Haushälterin Farrah. Die beiden Zwillinge Frieda und Jon werden von Elke Biesendorfer und Julius Gause dargestellt. Elyas Eldridge spielt Dio.
Zu den weiteren Mitwirkenden zählen Toby Onwumere, Mudar Ramadan und Joyce Abou-Zeid.
Für Drehbuch und Regie zeichnet Tom Tykwer verantwortlich. Er gehört zu den international bekanntesten deutschen Filmemachern. Mit „Lola rennt“, „Das Parfum“ und seiner Beteiligung an der Fernsehserie „Babylon Berlin“ wurde er über Deutschland hinaus bekannt.
Produziert wurde „Das Licht“ von X Filme Creative Pool mit Uwe Schott und Tom Tykwer als Produzenten. Zu den Koproduktionspartnern gehören unter anderem das ZDF, Gold Rush Pictures, Gretchenfilm und B.A. Filmproduktion.
„Das Licht“ feierte am 13. Februar 2025 seine Weltpremiere als Eröffnungsfilm der 75. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Der reguläre deutsche Kinostart folgte am 20. März 2025.
Damit war die Produktion zunächst ausdrücklich für die große Leinwand bestimmt. Die jetzt veröffentlichte vierteilige Version ermöglicht einen anderen Zugang zur Geschichte.
Der Kinofilm erreichte nach Angaben des Filmportals, das sich auf die Filmförderungsanstalt beruft, bis Juni 2025 insgesamt 61.484 Kinobesucherinnen und Kinobesucher in Deutschland. Trotz seiner prominenten Festivalpremiere blieb der Film damit an den deutschen Kinokassen vergleichsweise wenig besucht.
Mit dem kostenlosen Streamingangebot ist die Produktion nun unabhängig von einer Kinokarte oder einem kostenpflichtigen Einzelabruf zugänglich.
Neben der Miniserie ist eine weitere Fernsehveröffentlichung angekündigt. Am Freitag, 6. November 2026, zeigt 3sat „Das Licht“ ab 22.15 Uhr als Free-TV-Premiere.
Dabei handelt es sich nach der offiziellen Programmankündigung ausdrücklich um die Filmfassung und nicht um eine Ausstrahlung der vierteiligen Miniserie.
Das Publikum kann somit zwischen zwei unterschiedlichen Veröffentlichungsformen wählen: der seit dem 30. Oktober verfügbaren Serienfassung im ZDF-Streamingportal und der zusammenhängenden Filmfassung im linearen Fernsehen.
Die ursprüngliche Kinofassung ist von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft ab zwölf Jahren freigegeben. Die FSK nennt Selbstschädigung, Drogenkonsum und belastende Themen als relevante Inhaltsmerkmale. Eine gesonderte Altersfreigabe für die vierteilige Streamingfassung ließ sich zunächst nicht bestätigen.
Eine zweite Staffel ist nicht angekündigt. „Das Licht“ ist als vierteilige Bearbeitung eines bereits abgeschlossenen Kinofilms konzipiert. Ob weitere Fassungen erscheinen werden, ist nicht bekannt.
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