
Der DAX hat am Dienstagvormittag, 22. September 2026, einen zunächst freundlichen Handelsstart nicht halten können. Um 9.17 Uhr lag der deutsche Leitindex im offiziellen Xetra-Handel bei 25.529,75 Punkten und damit 0,18 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Montag. Zuvor hatten kräftige Kursgewinne an der Wall Street und überwiegend freundliche Vorgaben aus Asien noch auf einen positiven Start hingedeutet.
Der DAX Börsentag am 22. September 2026 wird damit von gegenläufigen Faktoren bestimmt. Technologieaktien profitieren international von der starken US-Vorgabe, während die wieder steigenden Ölpreise und die Erwartung weiterer geldpolitischer Straffung in den USA bremsen. Hinzu kommen deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen DAX-Werten.
An der Spitze des DAX lagen am Vormittag Scout24 und Adidas. Scout24 stand um 10.04 Uhr im Xetra-Handel bei 76,05 Euro und damit 1,54 Prozent über dem Vortag. Adidas folgte um 10.03 Uhr mit 144,90 Euro und einem Plus von 1,22 Prozent.
Auch RWE legte zu. Die Aktie stand um 10.05 Uhr auf Xetra bei 60,58 Euro, 1,17 Prozent höher als am Montag. GEA gewann zur gleichen Zeit 1,15 Prozent auf 66,25 Euro. Die Aktie der Deutschen Börse stieg um 10.05 Uhr auf 282,50 Euro und lag damit 0,93 Prozent im Plus.
Damit profitierten am Vormittag sowohl einzelne defensive Titel als auch Unternehmen, die von der insgesamt verbesserten Stimmung an den internationalen Aktienmärkten unterstützt wurden. Von einer breit angelegten DAX-Rally konnte allerdings keine Rede sein.
Deutlich unter Druck stand dagegen die Allianz-Aktie. Sie lag um 10.05 Uhr im Xetra-Handel bei 435,00 Euro und damit 2,27 Prozent unter dem Vortag. Vonovia verlor zur gleichen Zeit 1,66 Prozent auf 17,19 Euro.
Auch Autowerte gehörten zu den schwächeren DAX-Titeln. BMW gab um 10.05 Uhr auf Xetra um 1,33 Prozent auf 59,34 Euro nach. Mercedes-Benz verlor 1,15 Prozent auf 43,17 Euro. Volkswagen-Vorzugsaktien lagen bei 74,36 Euro und damit 0,83 Prozent im Minus.
Die Deutsche Bank fiel um 10.05 Uhr auf 32,76 Euro, ein Rückgang von 1,30 Prozent. Ebenfalls schwächer notierten Münchener Rück, MTU Aero Engines, Siemens Energy und Rheinmetall. Die Verluste blieben am Vormittag bei den meisten DAX-Werten jedoch im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Unterstützung erhielt der europäische Aktienmarkt zunächst aus den USA. An der Wall Street hatte vor allem der Technologiesektor am Montag kräftig zugelegt. Der Nasdaq 100 schloss den Handel am 21. September um 22.00 Uhr deutscher Zeit an der Nasdaq bei 30.482,35 Punkten. Das entsprach einem Tagesgewinn von 2,83 Prozent.
Der breitere S&P 500 beendete den Handel am Montag um 22.00 Uhr deutscher Zeit in New York bei 7.764,70 Punkten und damit 1,49 Prozent höher. Der Dow Jones Industrial Average schloss zur gleichen Zeit an der New York Stock Exchange bei 52.048,83 Punkten, ein Plus von 0,71 Prozent.
Auslöser der überdurchschnittlichen Technologiegewinne war erneut die starke Nachfrage nach Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz. Dieser Impuls setzte sich am Dienstag in Teilen Asiens fort. Besonders Technologiewerte in Taiwan und Südkorea legten zu. Der japanische Aktienmarkt blieb wegen eines Feiertags geschlossen.
Ein Gegengewicht zu den positiven Aktienvorgaben bildet der Ölmarkt. Brent-Rohöl stieg am Dienstagvormittag nach vier schwächeren Handelstagen wieder über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Hintergrund waren neue Spekulationen über mögliche Gespräche zwischen den USA und Iran sowie die weiterhin angespannte Versorgungslage im Nahen Osten.
Am frühen Dienstag lagen Brent-Futures bei rund 102 US-Dollar je Barrel, nachdem die internationale Referenzsorte am Montag zeitweise auf etwa 100 Dollar zurückgefallen war. Auch US-Öl der Sorte West Texas Intermediate zog wieder an.
Hohe Energiepreise bleiben für den europäischen Aktienmarkt ein Belastungsfaktor. Sie erhöhen die Kosten für energieintensive Unternehmen und können zugleich den Inflationsdruck verstärken. Damit beeinflusst der Ölpreis indirekt auch die Erwartungen an die weitere Geldpolitik der großen Notenbanken.
Für den weiteren Handelsverlauf richtet sich der Blick am Dienstag in die USA. Um 14.15 Uhr deutscher Zeit soll eine wöchentliche ADP-Schätzung zur Beschäftigungsentwicklung veröffentlicht werden. Um 16.00 Uhr folgt der September-Index der regionalen Notenbank von Richmond zur Lage des verarbeitenden Gewerbes.
Für den Richmond Fed Manufacturing Index wird nach einem Wert von 4 Punkten im August am Markt ein Anstieg auf 5 Punkte erwartet. Die Kennzahl gilt zwar nicht als einer der wichtigsten US-Konjunkturindikatoren, kann aber zusätzliche Hinweise auf die Entwicklung der amerikanischen Industrie geben.
Zudem stehen mehrere Auftritte von Vertretern der US-Notenbank auf dem Terminplan. Für die Aktienmärkte ist dabei vor allem relevant, ob sich weitere Hinweise auf den künftigen Zinskurs der Federal Reserve ergeben. Nach den zuletzt gestiegenen Inflationserwartungen haben Marktteilnehmer ihre Erwartungen an weitere Zinserhöhungen wieder nach oben angepasst.
Für den deutschen Aktienmarkt ergibt sich damit am Dienstagvormittag ein gemischtes Bild. Die kräftigen Vorgaben der US-Technologiebörse und Gewinne an mehreren asiatischen Märkten liefern grundsätzlich Unterstützung. Gleichzeitig begrenzen steigende Ölpreise, höhere Anleiherenditen und die Aussicht auf eine länger restriktive Geldpolitik das Aufwärtspotenzial.
Der DAX bewegt sich deshalb zunächst ohne klare Richtung um die Marke von 25.500 Punkten. Neue Impulse könnten im weiteren Tagesverlauf von den US-Konjunkturdaten, Aussagen von Vertretern der Federal Reserve und der Entwicklung der Ölpreise ausgehen. Bis zum Xetra-Schluss um 17.30 Uhr können sich sowohl der Indexstand als auch die Rangfolge der größten Gewinner und Verlierer noch deutlich verändern.






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