Deichbrand Festival: Änderungen im Line-Up kurz vor dem Start

Deichbrand Veranstalter streichen Künstler aus dem Line-Up
Foto: Stefan Brending

Teilen:

Nur wenige Stunden vor dem Beginn des Deichbrand Festivals gibt es eine überraschende Änderung im Musikprogramm. Die Berliner Rapgruppe Tiefbasskommando wird bei dem Festival an der Nordsee nicht auftreten. Das teilten die Veranstalter über den offiziellen Instagram-Kanal mit. Warum die Gruppe aus dem Line-up gestrichen wurde, erklärte das Festival bislang nicht. Das Deichbrand beginnt am Donnerstag, 16. Juli 2026, und läuft bis Sonntag.

Kurzfristige Änderung

In dem Programm-Update kündigte das Festival gleich mehrere Änderungen an. Auch die Sängerin Anaïs kann ihren geplanten Auftritt nicht wahrnehmen. Nach Angaben der Veranstalter fällt sie aus gesundheitlichen Gründen aus. Ihren Platz übernimmt kurzfristig der Rapper Yung Saint Paul. Der Künstler ist inzwischen auch im offiziellen Zeitplan des Festivals aufgeführt und soll am Samstagabend auf der New-Port-Bühne auftreten.

Beim Tiefbasskommando blieb die Mitteilung dagegen knapp. Die Veranstalter erklärten lediglich, dass die Gruppe nicht mehr im Programm vertreten sei. Eine konkrete Begründung wurde nicht veröffentlicht. Damit ist derzeit auch nicht bestätigt, ob die Entscheidung mit den Vorwürfen und der öffentlichen Debatte um das frühere Gruppenmitglied Eisberg zusammenhängt.

Debatte um Eisberg

Eisberg war bis Anfang Juli Mitglied des Berliner Rapkollektivs Tiefbasskommando. Am 6. Juli teilte die Gruppe mit, dass der Musiker nicht länger Teil des Kollektivs sei. In ihrer Stellungnahme distanzierte sich die Band von Machtmissbrauch, Grenzüberschreitungen und dem Ausnutzen von Vertrauensverhältnissen. Einzelheiten zu den konkreten Vorgängen nannte die Gruppe mit Verweis auf die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten nicht. Nach eigenen Angaben befindet sie sich in einem professionell begleiteten Aufarbeitungsprozess.

Zuvor waren in den sozialen Netzwerken Vorwürfe gegen Eisberg verbreitet worden. Nicht alle dort kursierenden Behauptungen sind unabhängig bestätigt. Allerdings räumte der Rapper in einer eigenen Stellungnahme selbst erhebliches Fehlverhalten ein. Nach seiner Darstellung habe er seine Bekanntheit und seine Stellung als Musiker über mehrere Jahre ausgenutzt, um weibliche Fans aus sexuellem Interesse über Instagram zu kontaktieren. Mit mehreren volljährigen Fans sei es nach seinen Angaben auch zu sexuellen Handlungen gekommen.

Eigene Darstellung

Eisberg erklärte zugleich, er habe nicht gezielt Minderjährige angeschrieben. Sobald sich in einem Gespräch herausgestellt habe, dass eine kontaktierte Person minderjährig war, habe er den Kontakt nach eigener Aussage beendet. Diese Darstellung stammt von dem Rapper selbst und lässt sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Er bezeichnete sein Verhalten dennoch als fahrlässig, entschuldigte sich bei möglichen Betroffenen und kündigte an, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen sowie therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Nach Eisbergs Darstellung hatte das Tiefbasskommando bereits vor seinem Ausscheiden von problematischen Kontakten erfahren. Daraufhin soll die Gruppe eine interne Regel eingeführt haben, die intime Beziehungen zu Fans ausschloss. Eisberg erklärte, sich nicht an diese Vorgabe gehalten zu haben. Wann genau die übrigen Mitglieder welche Informationen erhielten, geht aus den bislang veröffentlichten Stellungnahmen jedoch nicht eindeutig hervor.

Grund bleibt offen

In den sozialen Netzwerken wird nun darüber diskutiert, ob die Streichung beim Deichbrand eine Reaktion auf die Vorgänge sein könnte. Belegt ist das bislang nicht. Auch Reaktionen der Veranstalter auf einzelne Instagram-Kommentare liefern keinen sicheren Nachweis für die Gründe der Entscheidung.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu