
Die Depot Insolvenz Deutschland sorgt erneut für Unsicherheit im Einzelhandel. Die GDC Deutschland GmbH, die hinter der Deko-Kette Depot steht, hat beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht hat die vorläufige Eigenverwaltung bereits angeordnet. Zum vorläufigen Sachwalter wurde der Frankfurter Rechtsanwalt Thomas Rittmeister bestellt. Damit wird Depot nicht sofort abgewickelt, sondern soll zunächst unter gerichtlicher Aufsicht weitergeführt und saniert werden.
Depot hatte bereits 2024 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. In der Folge wurden zahlreiche Standorte geschlossen. Aktuell betreibt das Unternehmen nach übereinstimmenden Berichten noch mehr als 150 Geschäfte. Vor einigen Jahren waren es noch rund 400 Filialen. Angaben zur aktuellen Zahl der Beschäftigten machte die Firma zunächst nicht. Der Sitz des Unternehmens liegt in Großostheim in Bayern. Die erneute Insolvenz zeigt, dass die bisherige Sanierung offenbar nicht ausgereicht hat, um das Geschäftsmodell dauerhaft zu stabilisieren.
Als Gründe für die neue Krise werden mehrere Faktoren genannt. Geschäftsführer Christian Gries verwies laut dpa unter anderem auf die schwache Kauflaune, starken Preisdruck, wachsende Online-Konkurrenz durch Plattformen wie Temu sowie auf Zölle. Viele Kunden achteten derzeit besonders auf Preise. Dauerhafte Rabattaktionen seien für ein rentables Geschäft jedoch keine tragfähige Lösung. Damit steht Depot vor einem Problem, das viele Händler betrifft: Die Kosten bleiben hoch, während Kundinnen und Kunden im stationären Handel zurückhaltender einkaufen.
Der Geschäftsbetrieb soll zunächst weiterlaufen. Gleichzeitig sind weitere Depot Filialschließungen möglich. Geschäftsführer Gries erklärte laut dpa, man wolle weitermachen und möglichst viele Filialen erhalten. Eine konkrete Zahl möglicher Schließungen steht noch nicht fest. Nach den vorliegenden Informationen sollen die Standorte nun geprüft werden. Auch Gespräche mit Vermietern dürften dabei eine wichtige Rolle spielen. Für viele Innenstädte wäre ein weiterer Rückzug der Deko-Kette sichtbar, denn Depot war lange an zahlreichen zentralen Einzelhandelsstandorten vertreten.
Die Insolvenz in Eigenverwaltung bedeutet, dass die Geschäftsführung grundsätzlich im Amt bleibt. Sie kann das Unternehmen weiter steuern, steht dabei aber unter gerichtlicher Kontrolle und unter Aufsicht eines Sachwalters. Ziel eines solchen Verfahrens ist nicht zwingend die Zerschlagung, sondern häufig eine Sanierung. Für Depot heißt das: Die Kette bekommt noch einmal die Chance, Kosten, Filialnetz und Geschäftsmodell neu zu ordnen. Ob das reicht, hängt nun davon ab, wie viele Standorte wirtschaftlich tragfähig sind und ob das Unternehmen im Wettbewerb mit Online-Anbietern bestehen kann.
Die erneute Insolvenz von Depot ist kein Einzelfall. Der stationäre Non-Food-Handel steht seit Jahren unter Druck. Gestiegene Kosten, vorsichtige Verbraucher, Online-Plattformen und veränderte Einkaufsgewohnheiten belasten viele Geschäftsmodelle. Laut dpa wird die Zahl der Geschäfte in Deutschland nach Einschätzung des Handelsverbands Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich unter 300.000 sinken. Ende 2015 waren es noch etwa 372.000.
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