Deutsche Börse nimmt 600 Millionen Euro am Kapitalmarkt auf

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Deutsche Börse beschafft sich mit einer neuen Wandelanleihe 600 Millionen Euro am Kapitalmarkt. Der Vorstand des DAX-Konzerns beschloss die Emission am Mittwoch mit Zustimmung des Aufsichtsrats. Die Schuldverschreibungen sollen bis September 2031 laufen und werden mit 0,50 Prozent pro Jahr verzinst. Die endgültigen Konditionen sollen noch im Laufe des 9. September festgelegt werden.

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Wandelanleihe der Deutschen Börse läuft bis 2031

Der Gesamtnennbetrag der neuen Schuldverschreibungen lag bei 600 Millionen Euro. Jede einzelne Anleihe hat einen Nennbetrag von 100.000 Euro. Sie wird zu 100 Prozent dieses Nennwerts ausgegeben und ist nicht nachrangig sowie unbesichert. Die Fälligkeit ist für den 16. September 2031 vorgesehen.

Der jährliche Kupon liegt bei 0,50 Prozent. Wird eine Schuldverschreibung bis zum Laufzeitende weder gewandelt noch vorzeitig zurückgezahlt oder vom Unternehmen zurückgekauft und eingezogen, soll sie allerdings zu mehr als ihrem ursprünglichen Nennwert zurückgezahlt werden. Vorgesehen ist ein sogenannter aufgezinster Rückzahlungsbetrag zwischen 105,84 und 108,53 Prozent des Nennwerts. Daraus ergibt sich nach Angaben des Unternehmens eine Rendite bis zur Fälligkeit zwischen 1,625 und 2,125 Prozent. Welche Rendite innerhalb dieser Spanne tatsächlich gilt, soll bei der Preisfestsetzung bestimmt werden.

Wandlungsprämie liegt zwischen 30 und 35 Prozent

Eine Wandelanleihe verbindet Eigenschaften einer klassischen Unternehmensanleihe mit der Möglichkeit, sie unter festgelegten Bedingungen in Aktien umzutauschen. Anleger erhalten zunächst Zinsen. Gleichzeitig können die Papiere in Aktien des Emittenten gewandelt werden, wenn die Bedingungen dafür erfüllt sind. Bei der Deutschen Börse kommen dafür neue oder bereits bestehende Namensaktien infrage. Alternativ kann eine Rückzahlung in bar erfolgen.

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Der anfängliche Wandlungspreis wird noch nicht als fester Eurobetrag genannt. Fest steht bislang eine Wandlungsprämie von 30 bis 35 Prozent auf den sogenannten Referenzaktienkurs. Grundlage dafür ist der volumengewichtete Durchschnittskurs der Deutsche-Börse-Aktie im Xetra-Handel zwischen dem Beginn und der Preisfestsetzung des Angebots am 9. September.

Die Prämie bedeutet vereinfacht, dass der anfängliche Wandlungspreis deutlich oberhalb des für die Transaktion ermittelten Referenzkurses liegen wird. Erst wenn die Preisfestsetzung abgeschlossen ist, lässt sich daraus der konkrete Wandlungspreis je Aktie ableiten.

Das Bezugsrecht der bestehenden Aktionäre ist bei der Transaktion ausgeschlossen. Die Deutsche Börse greift für die Emission auf eine Ermächtigung zurück, die ihre Hauptversammlung im Jahr 2024 erteilt hatte. Der Abschluss der Transaktion ist für den 16. September 2026 oder einen Zeitpunkt in zeitlicher Nähe zu diesem Datum vorgesehen. Anschließend sollen die Schuldverschreibungen in den Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen werden.

Deutsche Börse will bestehende Verbindlichkeiten refinanzieren

Den Nettoerlös will die Deutsche Börse für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Ausdrücklich nennt der Konzern dabei auch die Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten. Eine genauere Aufteilung der 600 Millionen Euro auf einzelne Finanzierungszwecke wurde in der ersten Mitteilung nicht veröffentlicht.

Die Emission fügt sich in die regelmäßige Finanzierung der Deutschen Börse über die Kapitalmärkte ein. Der Konzern verfügt über ein Debt Issuance Program mit einem Volumen von bis zu sechs Milliarden Euro. Dieses Programm ermöglicht eine flexible Finanzierung an den internationalen Kapitalmärkten. Zusätzlich begibt die Deutsche Börse regelmäßig kurzfristige Commercial Paper.

Im bestehenden Anleiheportfolio steht zudem eine größere Fälligkeit an. Die Anleiheübersicht des Konzerns führt eine festverzinsliche Schuldverschreibung über eine Milliarde Euro mit Fälligkeit im September 2026 auf. Ihr Kupon liegt bei 3,875 Prozent. Einen direkten Zusammenhang zwischen der vollständigen Ablösung gerade dieser Anleihe und den Erlösen der neuen Wandelanleihe stellte die Deutsche Börse in ihrer Mitteilung jedoch nicht her. Bestätigt ist lediglich, dass der neue Emissionserlös unter anderem zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten eingesetzt werden soll.

Erst Anfang September hatte der Konzern außerdem eine Hybridanleihe über 600 Millionen Euro begeben. Für dieses Papier liegt der Kupon bis zum ersten Zinsanpassungstermin 2032 bei 4,20 Prozent. Die Endfälligkeit ist für September 2052 vorgesehen, wobei die Deutsche Börse erstmals im Juni 2032 eine vorzeitige Rückzahlung vornehmen kann.

Aktie reagiert vorbörslich mit Kursverlusten

Die Deutsche-Börse-Aktie zeigte nach Bekanntwerden der Wandelanleihe am Mittwochmorgen zunächst Kursverluste. Im vorbörslichen Handel bei Lang und Schwarz wurde das Papier mit 277,70 Euro und damit rund 1,0 Prozent im Minus angezeigt. Die Emissionsmitteilung war um 7.45 Uhr veröffentlicht worden.

Eine belastbare Reaktion im regulären Xetra-Handel lag zum frühen Mittwochmorgen noch nicht vor, da der Xetra-Haupthandel erst später begann. Am Vorabend war die Aktie auf einer Kursseite zuletzt mit 280,50 Euro ausgewiesen worden.

Bei Wandelanleihen kann für bestehende Aktionäre grundsätzlich eine spätere Verwässerung relevant werden, wenn Schuldverschreibungen tatsächlich in neu ausgegebene Aktien umgewandelt werden. Wie groß dieser mögliche Effekt bei der Deutschen Börse wäre, hängt unter anderem vom endgültigen Wandlungspreis und davon ab, in welchem Umfang später neue statt bereits bestehender Aktien zur Bedienung von Wandlungen eingesetzt werden.

Die endgültigen Bedingungen der Emission sollen noch am 9. September veröffentlicht werden. Erst dann stehen insbesondere der konkrete Wandlungspreis sowie die endgültige Rendite bis zur Fälligkeit fest.

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