DIHK-Herbstumfrage zeigt bessere Wirtschaftsstimmung, aber schwache Jobpläne

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Herbst 2026 spürbar verbessert. Nach dem deutlichen Rückgang im Frühsommer bewerten wieder mehr Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage positiv. Auch die Aussichten für das Exportgeschäft haben sich aufgehellt. Von einer breiten wirtschaftlichen Erholung kann nach Einschätzung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) allerdings noch keine Rede sein. Viele Betriebe bleiben bei Investitionen und Neueinstellungen zurückhaltend.

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Das geht aus der am Donnerstag, 5. November 2026, veröffentlichten DIHK-Herbstumfrage hervor. Dafür wurden die Antworten von rund 23.500 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Regionen Deutschlands ausgewertet. Der DIHK-Stimmungsindex stieg von 88,1 Punkten im Frühsommer auf 94,7 Punkte. Damit liegt er weiterhin deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt von 110 Punkten.

Geschäftslage der Unternehmen verbessert sich deutlich

Nach den Ergebnissen der DIHK-Herbstumfrage 2026 beurteilen inzwischen 26 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut. Im Frühsommer waren es noch 23 Prozent. Gleichzeitig ging der Anteil der Betriebe mit einer schlechten Geschäftslage von 26 auf 23 Prozent zurück.

Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen verbesserte sich dadurch von minus drei auf plus drei Punkte. Er erreicht damit den höchsten Stand seit dem Frühsommer 2024. Allerdings bleibt der Wert erheblich hinter dem langfristigen Durchschnitt von plus 19 Punkten zurück.

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Zwischen den Wirtschaftszweigen bestehen deutliche Unterschiede. Besonders positiv fällt die aktuelle Lagebewertung im Baugewerbe aus. Dort erreicht der Saldo zwölf Punkte. Bei den Dienstleistungsunternehmen liegt er bei zehn Punkten. Die Industrie nähert sich mit minus einem Punkt einer ausgeglichenen Lageeinschätzung.

Schwieriger bleibt die Situation im Handel. Trotz einer leichten Verbesserung liegt der entsprechende Saldo weiterhin bei minus 18 Punkten. Die wirtschaftliche Erholung erfasst damit nicht alle Branchen gleichermaßen.

Geschäftserwartungen bleiben trotz Aufhellung überwiegend negativ

Weniger günstig als die aktuelle Lage beurteilen die Unternehmen ihre Aussichten für die kommenden zwölf Monate. Zwar ist die Zahl der pessimistischen Betriebe zurückgegangen, dennoch überwiegen weiterhin negative Erwartungen.

Lediglich 15 Prozent der Unternehmen rechnen mit besseren Geschäften. Dagegen erwarten 28 Prozent eine Verschlechterung. In der vorherigen Umfrage hatten noch 33 Prozent einen Rückgang befürchtet und nur 13 Prozent eine Verbesserung erwartet.

Der Saldo der Geschäftserwartungen stieg deshalb von minus 20 auf minus 13 Punkte. Die Unternehmen blicken somit weniger pessimistisch nach vorne, ohne bereits mehrheitlich eine positive Entwicklung zu erwarten.

Besonders deutlich fiel die Verbesserung im verarbeitenden Gewerbe aus. Dort stieg der Erwartungssaldo um zwölf Punkte. Mit minus vier Punkten bleibt er allerdings ebenfalls negativ.

Die DIHK führt die wirtschaftliche Stabilisierung unter anderem auf staatliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung sowie auf Impulse aus dem Auslandsgeschäft zurück. Gleichzeitig belasten hohe Standortkosten und wirtschaftliche Unsicherheiten weiterhin zahlreiche Unternehmen.

Exporterwartungen der Industrie steigen wieder

Eine vergleichsweise positive Entwicklung zeigt sich bei den Exporterwartungen. Nach dem Rückgang im Frühsommer rechnen inzwischen 24 Prozent der exportierenden Industrieunternehmen mit steigenden Ausfuhren. Zuvor waren es 19 Prozent.

Der Anteil der Betriebe, die sinkende Exporte erwarten, ging gleichzeitig von 29 auf 21 Prozent zurück. Der entsprechende Saldo verbesserte sich dadurch von minus zehn auf plus drei Punkte.

Damit liegen die Exporterwartungen erstmals seit längerer Zeit wieder im positiven Bereich. Nach Angaben der DIHK ist dies der höchste Wert seit Jahresbeginn 2022. Der langfristige Durchschnitt von plus 13 Punkten wird jedoch weiterhin deutlich unterschritten.

Auch die Sorgen über eine schwache Nachfrage aus dem Ausland haben abgenommen. Während im Frühsommer noch 45 Prozent der exportierenden Industrieunternehmen darin ein Geschäftsrisiko sahen, sind es inzwischen 38 Prozent.

Die DIHK verweist in diesem Zusammenhang auf eine vergleichsweise robuste Weltkonjunktur und Impulse durch die internationale Nachfrage nach Technologien im Bereich künstlicher Intelligenz.

Unternehmen bleiben bei Investitionen zurückhaltend

Trotz der besseren Geschäftslage zeigen die Investitionspläne weiterhin eine deutliche Zurückhaltung. Nur 24 Prozent der Unternehmen beabsichtigen, ihre Investitionsbudgets zu erhöhen. Dagegen wollen 30 Prozent ihre Ausgaben für Investitionen reduzieren.

Der Saldo verbesserte sich gegenüber dem Frühsommer zwar von minus elf auf minus sechs Punkte, bleibt aber negativ. Bereits seit Herbst 2023 überwiegen bei den DIHK-Umfragen die Unternehmen mit rückläufigen Investitionsabsichten.

Auffällig ist zudem, wofür die Betriebe ihr Geld einsetzen wollen. Für 66 Prozent steht der Ersatz bestehender Maschinen, Anlagen und anderer Betriebsmittel im Vordergrund. Nur 19 Prozent nennen die Erweiterung ihrer Produktions- oder Geschäftskapazitäten als Investitionsmotiv.

Damit konzentrieren sich viele Unternehmen auf die Aufrechterhaltung ihres bestehenden Betriebs. Neue Produktionsmöglichkeiten und zusätzliche Kapazitäten spielen dagegen eine deutlich kleinere Rolle. Die anhaltende Investitionsschwäche zählt für die DIHK zu den größten Hindernissen für eine langfristige wirtschaftliche Erholung.

Beschäftigungspläne bleiben trotz besserer Stimmung schwach

Auch auf dem Arbeitsmarkt zeichnet sich nach der Herbstumfrage noch keine grundlegende Verbesserung ab. Lediglich elf Prozent der Unternehmen planen, ihre Beschäftigtenzahl zu erhöhen. Dagegen rechnen 24 Prozent damit, ihren Personalbestand zu verringern.

Der Saldo der Beschäftigungsabsichten liegt somit bei minus 13 Punkten. Gegenüber dem Frühsommer entspricht das lediglich einer Verbesserung um einen Punkt.

Besonders zurückhaltend sind die Unternehmen im Handel und in der Industrie. Im Handel liegt der Beschäftigungssaldo bei minus 20 Punkten, in der Industrie bei minus 16 Punkten.

Dass Unternehmen weniger zusätzliches Personal benötigen, zeigt sich auch bei der Bewertung des Fachkräftemangels. Diesen nennen aktuell 36 Prozent der Betriebe als Geschäftsrisiko. In einzelnen Wirtschaftszweigen bestehen jedoch weiterhin erhebliche Engpässe, insbesondere im Tiefbau und im Straßengüterverkehr.

Die Ergebnisse beschreiben die Personalplanungen der Unternehmen für die kommenden Monate. Sie sind nicht mit bereits erfolgten Stellenstreichungen gleichzusetzen.

Energiepreise bleiben größtes Geschäftsrisiko

Die wirtschaftlichen Belastungen vieler Unternehmen sind trotz der verbesserten Stimmung weiterhin hoch. An erster Stelle stehen die Energie- und Rohstoffpreise, die von 67 Prozent der Betriebe als Geschäftsrisiko genannt werden.

Im Frühsommer hatte dieser Anteil noch bei 70 Prozent gelegen. Dennoch liegt der aktuelle Wert deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 45 Prozent.

Weitere wichtige Risiken sind die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die 58 Prozent der Unternehmen nennen. Hohe Arbeitskosten sehen 56 Prozent als Problem. Die schwache Inlandsnachfrage wird von 54 Prozent angeführt.

Damit stehen sowohl internationale Entwicklungen als auch strukturelle Belastungen am Wirtschaftsstandort Deutschland im Mittelpunkt. Nach Einschätzung der DIHK wirken sich insbesondere die Folgen des Nahost-Krieges auf die Energiepreise aus.

DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov fordert deshalb Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Dazu gehören aus Sicht des Verbands niedrigere Energiekosten, Entlastungen bei den Arbeitskosten, schnellere Genehmigungsverfahren und ein Abbau bürokratischer Vorgaben.

DIHK hebt Wachstumsprognose für 2026 auf ein Prozent an

Auf Grundlage der neuen Umfrageergebnisse hat die DIHK ihre Konjunkturprognose für Deutschland angehoben. Für 2026 erwartet der Verband nun ein Wirtschaftswachstum von einem Prozent. Im Frühsommer war die DIHK noch von lediglich 0,3 Prozent ausgegangen.

Auch für 2027 prognostiziert die Kammerorganisation einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um ein Prozent. Die erwartete Erholung bleibt damit vergleichsweise schwach.

Die jüngsten amtlichen Wirtschaftsdaten bestätigen zumindest eine positive Entwicklung der Wirtschaftsleistung. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes vom 30. Oktober stieg das deutsche Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent.

Allerdings gingen die Investitionen nach den vorläufigen Berechnungen zurück. Gleichzeitig schwächte sich das zuvor kräftige Exportwachstum ab.

Auch das Münchner ifo Institut hatte Ende Oktober eine Verbesserung der Unternehmensstimmung festgestellt. Sein Geschäftsklimaindex stieg von 89,9 Punkten im September auf 90,2 Punkte im Oktober. Ausschlaggebend waren positivere Geschäftserwartungen, während die aktuelle Lage etwas schlechter bewertet wurde.

Die DIHK-Herbstumfrage zeichnet damit das Bild einer Wirtschaft, die sich nach einer Phase erheblicher Unsicherheit stabilisiert. Die Erwartungen an das Exportgeschäft sind gestiegen, und mehr Unternehmen beurteilen ihre Lage positiv. Eine nachhaltige Wachstumsdynamik ist aus Sicht des Verbands jedoch noch nicht erreicht. Insbesondere die schwachen Investitions- und Beschäftigungspläne begrenzen die Aussichten auf einen stärkeren Aufschwung.

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