Donau in Ungarn auf Rekordtief: Niedrigwasser legt Weltkriegswrack frei

Donau in Ungarn
Foto: Pexels, Irina Balashova

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Die Donau führt in weiten Teilen Ungarns außergewöhnlich wenig Wasser. In Budapest ist der Pegel inzwischen auf einen neuen historischen Tiefstand gefallen. Weiter südlich trocknen Nebenarme stellenweise nahezu vollständig aus. Bei Mohács hat das zurückweichende Wasser zudem ein Schiffswrack freigelegt, das nach Angaben von Euronews und der ungarischen Nachrichtenagentur MTI aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammt. Um welches Schiff es sich genau handelt, ist bislang allerdings nicht bekannt.

Donaupegel in Budapest erreicht neuen Tiefststand

Am Morgen des 29. Juli 2026 registrierte der ungarische hydrologische Dienst am Messpunkt Budapest einen Pegelstand von nur noch 26 Zentimetern. Einen Tag zuvor waren dort zunächst 31 Zentimeter gemessen worden. Damit wurde der bisherige Tiefstwert von 33 Zentimetern, der am 25. Oktober 2018 erreicht worden war, unterschritten.

Die Werte geben den Abstand zum festgelegten Nullpunkt des jeweiligen Pegels an. Sie entsprechen deshalb nicht der tatsächlichen Wassertiefe der Donau. Dennoch zeigen sie, wie stark der Fluss zurückgegangen ist. In Budapest liegen Sandbänke und Teile des Flussbetts frei. Auch das Fundament der Margaretenbrücke ist ungewöhnlich deutlich zu erkennen.

Schiffswrack bei Mohács wird sichtbar

Besonders auffällig sind die Folgen des Niedrigwassers bei Mohács im Süden Ungarns. Dort ragt ein stark verrostetes Schiffswrack weitgehend aus dem Wasser. Euronews bezeichnet das Objekt unter Berufung auf Aufnahmen der Nachrichtenagentur MTI als Wrack eines Kriegsschiffes aus dem Zweiten Weltkrieg. Ein Schiffsname, die Nationalität und der genaue Typ wurden jedoch nicht genannt.

Fest steht daher lediglich, dass das sichtbare Wrack nach der derzeitigen Berichterstattung aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammen soll. Eine darüber hinausgehende Identifizierung ist bisher nicht öffentlich bestätigt. Auch von einem neu entdeckten Schiff sollte nicht gesprochen werden. In der Region um Mohács sind mehrere alte Wracks bekannt, die bei besonders niedrigem Wasserstand immer wieder sichtbar werden. Bereits 2024 wurden dort mehrere Schiffsreste dokumentiert, deren genaue Herkunft teilweise ungeklärt war.

Auch Baja und Mohács melden extrem niedrige Pegel

Nicht nur Budapest ist betroffen. Nach den offiziellen Messwerten vom 29. Juli lag der Pegel in Baja bei vier Zentimetern. In Mohács wurden 19 Zentimeter gemessen. Am Vortag waren es dort noch elf beziehungsweise 24 Zentimeter gewesen.

Besonders angespannt ist die Lage an der Sugovica bei Baja. Der auch Kamarás-Duna genannte Nebenarm der Donau ist in einzelnen Bereichen nahezu ausgetrocknet. Laut Euronews betrug die Wassertiefe am bislang kritischsten Tag stellenweise nur noch 14 Zentimeter. Das war dem Bericht zufolge nur halb so viel wie beim bisherigen Negativrekord. In trockengefallenen Abschnitten wurden zudem Schäden an der Tier- und Pflanzenwelt beobachtet.

Extremes Niedrigwasser tritt häufiger auf

Fachleute sorgen sich vor allem um die langfristige Entwicklung. Csaba Abonyi von der regionalen Wasserbehörde erklärte gegenüber Euronews, dass der Pegel in dem untersuchten Bereich innerhalb von 125 Jahren insgesamt 21-mal unter die Marke von 100 Zentimetern gefallen sei. 14 dieser Fälle ereigneten sich demnach allein in den vergangenen 25 Jahren.

Als Gründe für die derzeitige Lage gelten anhaltende Trockenheit, geringe Niederschläge und hohe Temperaturen. Durch die Wärme verdunstet zusätzlich Wasser, während aus den Zuflüssen weniger nachkommt. Abonyi verwies außerdem auf den Rückgang der Alpengletscher. Deren Schmelzwasser konnte niederschlagsarme Zeiten früher teilweise ausgleichen. Diese Reserve werde durch die Erwärmung jedoch zunehmend kleiner.

Niedrige Donau behindert Schifffahrt und Tourismus

Das Niedrigwasser hat auch wirtschaftliche Folgen. Bereits Mitte Juli konnten mehrere Kreuzfahrt- und Ausflugsschiffe ihre Fahrten in Ungarn nicht wie geplant fortsetzen. Schiffe blieben nördlich von Budapest liegen, während einzelne Rundfahrten ausgesetzt wurden.

Noch deutlicher sind die Folgen weiter flussabwärts. In Serbien und Kroatien mussten Frachtschiffe und Tanker teilweise mit nur 30 bis 40 Prozent ihrer üblichen Ladekapazität fahren. Serbien erreichte dadurch im Juli lediglich ein Viertel seiner geplanten Treibstoffimporte über die Donau.

Das Wrack bei Mohács ist damit vor allem ein sichtbares Zeichen für das Ausmaß des Niedrigwassers. Steigt der Pegel wieder, dürften große Teile des Schiffes erneut unter der Wasseroberfläche verschwinden. Wann sich die Situation dauerhaft entspannt, hängt vor allem von ergiebigen Niederschlägen im Einzugsgebiet der Donau ab.

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