In diesen Berufen hat mehr als jeder Zweite Einwanderungsgeschichte

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Mehr als jeder vierte abhängig Beschäftigte in Deutschland hat eine Einwanderungsgeschichte. Besonders groß ist der Anteil in mehreren Berufen, in denen Unternehmen ohnehin Schwierigkeiten haben, ausreichend Personal zu finden. Das zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2025. Insgesamt hatten 27 Prozent der abhängig Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte. Im Vorjahr waren es 26 Prozent gewesen.

In einzelnen Tätigkeiten liegt der Anteil inzwischen deutlich über der Hälfte. Unter Köchinnen und Köchen hatten 2025 rund 56 Prozent eine Einwanderungsgeschichte. In der Lebensmittelherstellung waren es 55 Prozent, in der Bodenverlegung 54 Prozent. Im Gerüstbau sowie in der Fleischverarbeitung lag der Anteil jeweils bei 51 Prozent.

Die Zahlen verdeutlichen, wie stark Teile des deutschen Arbeitsmarktes inzwischen von Menschen geprägt werden, die selbst nach Deutschland eingewandert sind oder deren beide Elternteile zugewandert sind. Gerade in mehreren sogenannten Engpassberufen liegt ihr Anteil erheblich über dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft.

Hoher Anteil in Gastronomie, Verkehr und Pflege

Auch außerhalb der Berufe mit einer absoluten Mehrheit sind die Unterschiede deutlich. Unter Fahrerinnen und Fahrern von Bussen und Straßenbahnen sowie unter Servicekräften in der Gastronomie hatte 2025 jeweils fast die Hälfte der Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte. In Pflegeberufen lag der Anteil bei rund einem Drittel. Bei zahnmedizinischen Fachangestellten waren es 32 Prozent, in der Bauelektrik 29 Prozent.

Damit gehören zahlreiche Tätigkeiten mit bekannten Personalengpässen zu den Bereichen, in denen Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte besonders stark vertreten sind. Die Bundesagentur für Arbeit bezeichnet Berufe als Engpassberufe, wenn die Besetzung offener Stellen überdurchschnittlich schwierig ist oder ein Fachkräftemangel droht.

Schon die Zahlen für 2024 hatten ein ähnliches Muster gezeigt. Damals hatten beispielsweise 54 Prozent der Köchinnen und Köche sowie 54 Prozent der Beschäftigten in der Lebensmittelherstellung eine Einwanderungsgeschichte. In der Gastronomie insgesamt lag der Anteil bei 54 Prozent, in der Gebäudebetreuung bei 50 Prozent.

Der neue Wert von 27 Prozent für die Gesamtwirtschaft bedeutet gegenüber 2024 einen weiteren Anstieg um einen Prozentpunkt.

Deutlich niedrigere Anteile in Verwaltung und Sicherheitsberufen

Die Verteilung über den Arbeitsmarkt ist allerdings alles andere als gleichmäßig. In einigen Berufsgruppen sind Menschen mit Einwanderungsgeschichte weiterhin deutlich seltener beschäftigt.

Für 2025 weist Destatis beispielsweise im Rettungsdienst einen Anteil von sieben Prozent aus. Im Polizeivollzugsdienst lag er bei acht Prozent. In Berufen der öffentlichen Verwaltung und der Justizverwaltung lag der Anteil jeweils bei rund neun Prozent.

Schon im Jahr 2024 waren ähnliche Unterschiede sichtbar. Damals hatten lediglich sieben Prozent der Beschäftigten im Polizeivollzugsdienst eine Einwanderungsgeschichte. In der öffentlichen Verwaltung sowie in der Sozialverwaltung und Sozialversicherung waren es jeweils neun Prozent. Auch bei Lehrkräften lagen die Werte deutlich unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt.

Die Statistik zeigt damit zwei parallele Entwicklungen: In einigen Bereichen stellen Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte inzwischen einen erheblichen Teil des Personals. In anderen Berufsgruppen sind sie weiterhin vergleichsweise selten vertreten.

Aufenthaltsdauer spielt bei Erwerbstätigkeit große Rolle

Neben den einzelnen Berufen hat das Statistische Bundesamt auch untersucht, wie sich die Erwerbstätigkeit von Eingewanderten nach Herkunftsregion und Aufenthaltsdauer unterscheidet.

Besonders schnell gelingt der Einstieg in den Arbeitsmarkt bei vielen Menschen aus anderen EU-Staaten. Von den Männern zwischen 25 und 59 Jahren, die aus einem EU-Land eingewandert waren und seit weniger als fünf Jahren in Deutschland lebten, waren 2025 rund 89 Prozent erwerbstätig. Bei den Frauen waren es 73 Prozent.

Deutlicher fallen die Unterschiede bei Menschen aus anderen Herkunftsregionen aus. Von den aus Afrika eingewanderten Männern mit weniger als fünf Jahren Aufenthalt waren 79 Prozent erwerbstätig, bei den Frauen 47 Prozent. Bei Eingewanderten aus dem Nahen und Mittleren Osten lagen die Werte bei 57 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen.

Mit zunehmender Aufenthaltsdauer verringern sich diese Unterschiede. Bei Menschen aus Afrika, die seit 20 bis 25 Jahren in Deutschland lebten, waren 82 Prozent der Männer und 68 Prozent der Frauen erwerbstätig. Bei Eingewanderten aus dem Nahen und Mittleren Osten lagen die Werte nach dieser Aufenthaltsdauer bei 87 beziehungsweise 79 Prozent. Zum Vergleich: Unter allen 25- bis 59-Jährigen in Deutschland lag die Erwerbstätigenquote bei 88 Prozent bei Männern und 81 Prozent bei Frauen.

Rund 11,4 Millionen Erwerbstätige mit Einwanderungsgeschichte

Die Bedeutung für den Arbeitsmarkt wird auch beim Blick auf die absoluten Zahlen sichtbar. Nach den Erstergebnissen des Mikrozensus lebten 2025 rund 42,5 Millionen Erwerbstätige in privaten Hauptwohnsitzhaushalten in Deutschland. Rund 11,45 Millionen davon hatten eine Einwanderungsgeschichte. Etwa 9,18 Millionen waren selbst eingewandert, weitere rund 2,26 Millionen waren in Deutschland geborene Nachkommen von zwei eingewanderten Elternteilen.

Insgesamt lebten 2025 rund 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte in deutschen Privathaushalten. Das entsprach 26,3 Prozent der Bevölkerung. Rund 16,4 Millionen von ihnen waren selbst nach Deutschland eingewandert.

Damit ist der Anteil von Menschen mit Einwanderungsgeschichte unter den abhängig Beschäftigten mit 27 Prozent ähnlich hoch wie ihr Anteil an der Bevölkerung insgesamt. Entscheidend für den Arbeitsmarkt sind jedoch die starken Unterschiede zwischen einzelnen Tätigkeiten. In Gastronomie, Lebensmittelproduktion, Bau, Verkehr und Teilen der Pflege liegt der Anteil teils weit über dem Durchschnitt.

Mikrozensus bildet rund ein Prozent der Bevölkerung ab

Grundlage der Auswertung ist der Mikrozensus. Dafür wird jährlich rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland befragt. Die Ergebnisse werden anschließend auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet. Die Angaben für 2025 sind Erstergebnisse.

Als Person mit Einwanderungsgeschichte gilt nach der verwendeten Definition, wer selbst seit 1950 nach Deutschland eingewandert ist oder bei wem beide Elternteile seit 1950 eingewandert sind. Menschen mit nur einem eingewanderten Elternteil werden separat als Personen mit einseitiger Einwanderungsgeschichte erfasst. Gemeinschaftsunterkünfte sind in diesen Mikrozensus-Ergebnissen nicht enthalten.

Die neuen Zahlen zeigen damit vor allem eines: Der deutsche Arbeitsmarkt ist in zahlreichen Berufsgruppen inzwischen eng mit Einwanderung verbunden. Besonders deutlich wird das dort, wo ohnehin Personal knapp ist. Bei Köchinnen und Köchen, in der Lebensmittelherstellung, im Gerüstbau oder in der Fleischverarbeitung hat inzwischen mindestens jeder zweite Beschäftigte eine Einwanderungsgeschichte.

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