
Der australische Goldproduzent Northern Star Resources hat ein Übernahmeangebot des südafrikanischen Konkurrenten Gold Fields zurückgewiesen. Die Offerte bewertete Northern Star zum Zeitpunkt ihrer Vorlage mit 38,7 Milliarden australischen Dollar, umgerechnet rund 27,1 Milliarden US-Dollar. Northern Star lehnt das Gold-Fields-Angebot ab, weil der Verwaltungsrat den Preis für zu niedrig hält. Ein Zusammenschluss hätte einen der größten Goldkonzerne der Welt geschaffen.
Northern Star teilte am Montag, 28. September 2026, mit, dass das Unternehmen den nicht angeforderten, unverbindlichen und an Bedingungen geknüpften Vorschlag einstimmig zurückgewiesen habe. Gold Fields will sich damit allerdings noch nicht geschlagen geben und erklärte, weiterhin Gespräche mit dem Verwaltungsrat des australischen Unternehmens anzustreben.
Der Übernahmevorschlag ging nach Angaben von Northern Star bereits am 14. September ein. Für jede Aktie des australischen Unternehmens sollten die Anteilseigner 0,3125 neu ausgegebene Gold-Fields-Aktien sowie 7,25 australische Dollar in bar erhalten. Auf Grundlage des Gold-Fields-Kurses vom 11. September ergab sich daraus zunächst ein rechnerischer Preis von 27 australischen Dollar je Northern-Star-Aktie.
Damit lag der rechnerische Eigenkapitalwert von Northern Star zu diesem Zeitpunkt bei 38,7 Milliarden australischen Dollar. Gegenüber dem Schlusskurs der Northern-Star-Aktie vom 11. September entsprach die Offerte einem Aufschlag von rund 22 Prozent. Gegenüber dem gewichteten durchschnittlichen Aktienkurs der vorangegangenen 30 Tage lag die Prämie bei etwa 15 Prozent.
Da ein großer Teil des Kaufpreises mit Gold-Fields-Aktien bezahlt werden sollte, änderte sich der rechnerische Wert des Angebots anschließend mit dem Kurs des südafrikanischen Konzerns. Auf Grundlage des Schlusskurses vom Freitag, 25. September, sank der Wert auf rund 25,19 australische Dollar je Northern-Star-Aktie beziehungsweise etwa 36,1 Milliarden australische Dollar insgesamt. Damit lag die Prämie gegenüber dem Northern-Star-Schlusskurs vom Freitag nur noch bei rund 14 Prozent.
Der Verwaltungsrat von Northern Star sieht in der Offerte keine angemessene Bewertung des Unternehmens. Chairman Michael Chaney erklärte, der angebotene Preis liege deutlich unter dem Wert, den das Führungsgremium dem eigenen Goldportfolio zumesse. Zudem bezeichnete das Unternehmen den Zeitpunkt der Offerte als opportunistisch.
Northern Star verwies unter anderem auf seine langfristig angelegten Minenprojekte und bevorstehende Wachstumsschritte. Dazu zählt der weitere Hochlauf der Fimiston-Aufbereitungsanlage in Westaustralien. Der Konzern betreibt drei große Produktionszentren in Westaustralien und Alaska und gehört zu den wichtigsten Goldproduzenten Australiens.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Struktur der angebotenen Gegenleistung. Northern Star argumentiert, dass seine Aktionäre durch den hohen Aktienanteil der Offerte künftig stark von der Entwicklung von Gold Fields abhängig wären. Das australische Unternehmen verweist dabei auch auf unterschiedliche geografische und politische Risikoprofile der jeweiligen Minenportfolios.
Gold Fields hat die Tür für weitere Gespräche nicht geschlossen. Der südafrikanische Konzern erklärte, in den vergangenen sechs Monaten bereits mehrfach Kontakt mit Northern Star gehabt zu haben. Nach Darstellung von Gold Fields hatte es dabei allerdings nur begrenzte Fortschritte gegeben. Der Konzern sieht in einem Zusammenschluss weiterhin erhebliche strategische und finanzielle Vorteile.
Gold Fields beziffert die möglichen Einsparungen und zusätzlichen wirtschaftlichen Effekte eines Zusammenschlusses auf insgesamt vier bis fünf Milliarden US-Dollar. Dazu sollen Synergien in der Verwaltung, im operativen Geschäft und bei der Optimierung des gemeinsamen Portfolios beitragen.
Besonders bedeutend wäre die geografische Überschneidung in Australien. Beide Unternehmen verfügen über große Goldaktivitäten in Westaustralien. Northern Star betreibt bei Kalgoorlie unter anderem den bekannten Super Pit, eine der bedeutendsten Goldminen Australiens.
Die Dimension der möglichen Transaktion reicht weit über Australien hinaus. Nach Angaben zu den geplanten Strukturen käme ein vereinter Konzern auf eine jährliche Goldproduktion von rund 4,1 Millionen Feinunzen. Etwa 80 Prozent der Förderung würden aus Australien, Nordamerika und Chile stammen. Northern-Star-Aktionäre würden nach dem vorgeschlagenen Modell rund 33 Prozent des fusionierten Unternehmens halten. Zusätzlich war eine Zweitnotierung des Konzerns an der australischen Börse vorgesehen.
Nach der derzeitigen Produktionsgröße würde die Kombination aus Gold Fields und Northern Star den weltweit zweitgrößten Goldproduzenten hinter dem US-Konzern Newmont schaffen. Zugleich würde eine erfolgreiche Übernahme zu den größten Unternehmenskäufen in der australischen Wirtschaftsgeschichte gehören.
Gold Fields hatte sein Engagement in Australien bereits zuvor ausgeweitet. 2025 übernahm der südafrikanische Konzern Gold Road Resources für rund 3,7 Milliarden australische Dollar. Dadurch gewann Gold Fields zusätzliches Gewicht auf einem für die internationale Goldindustrie besonders bedeutenden Markt.
An der Börse löste die Bekanntgabe starke Kursbewegungen aus. Die Northern-Star-Aktie stieg am Montag in Sydney zunächst bis auf 24,46 australische Dollar und schloss schließlich 6,2 Prozent höher bei 23,47 australischen Dollar. Damit blieb der Kurs unter dem zuletzt errechneten Wert des Gold-Fields-Angebots.
Bei Gold Fields fiel die Reaktion in die entgegengesetzte Richtung aus. Die Aktie gab zum Handelsstart in Johannesburg um mehr als zwölf Prozent nach. Die Kursbewegungen unterstreichen, wie stark die Bewertung der geplanten Transaktion von der Entwicklung beider Aktien abhängt, weil der größte Teil der angebotenen Gegenleistung nicht aus Bargeld, sondern aus Gold-Fields-Anteilen bestehen sollte.
Zusätzlichen Druck auf Northern Star übt der Investor Elliott Investment Management aus. Elliott hatte im Juni eine strategische Überprüfung des australischen Goldproduzenten gefordert und hält nach eigenen Angaben inzwischen 6,2 Prozent der Anteile. Nach Bekanntwerden der Gold-Fields-Offerte erklärte Elliott, ein ernsthaftes Kaufangebot müsse vom Verwaltungsrat umfassend geprüft werden.
Damit ist die geplante Milliardenübernahme trotz der klaren Absage von Northern Star nicht zwingend beendet. Gold Fields hat ausdrücklich erklärt, weiterhin Gespräche anzustreben. Ein verbessertes Angebot wurde am Montag jedoch nicht angekündigt.






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