Trotz perfektem Start: Bei Hertha beginnt der Kampf um Einsatzzeit

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Hertha BSC hat sportlich derzeit kaum Anlass für Veränderungen. Nach sechs Spieltagen führen die Berliner die 2. Bundesliga mit der maximalen Ausbeute von 18 Punkten an. Trotzdem dürfte die Länderspielpause für mehrere Profis besonders wichtig werden. Trainer Stefan Leitl hat zwei Testspiele zur Verfügung, in denen sich vor allem Spieler mit bislang wenigen Einsatzminuten empfehlen können.

Der Hauptstadtclub tritt am Dienstag, 29. September, beim Oberligisten Hertha 03 Zehlendorf an. Am Freitag, 2. Oktober, folgt unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Test beim Bundesligisten FC Augsburg. Erst am 11. Oktober geht es in der 2. Bundesliga mit dem Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth weiter.

Leitl hatte Konkurrenzdruck schon früh zum Prinzip erklärt

Dass Leitl Wettbewerb innerhalb seines Kaders ausdrücklich begrüßt, ist keine neue Entwicklung. Bereits Mitte August sprach der Hertha-Trainer bei Sky über einen „hohen Konkurrenzdruck innerhalb der Truppe“. Damals konnte der Coach praktisch ohne Verletzungssorgen aus seinem Kader auswählen.

Auch nach dem erfolgreichen Saisonstart hat Leitl öffentlich keinen Anlass erkennen lassen, die Anforderungen zu reduzieren. Vor dem Spiel gegen Magdeburg erklärte er, Hertha müsse Woche für Woche dieselbe Intensität und Schlagzahl auf den Platz bringen. Nach dem 2:1 gegen Magdeburg stellte er zudem fest: „Um auf Dauer zu punkten, müssen wir besser Fußball spielen.“

Die von BILD aufgegriffene Konkurrenzsituation passt damit grundsätzlich zu Leitls bisherigen Aussagen. Eine neue öffentliche Erklärung des Trainers, wonach er wegen der Tabellenführung nun gezielt den Druck auf bestimmte Reservisten erhöht habe, lag zunächst nicht vor.

Hertha führt mit sechs Siegen aus sechs Spielen

Die Ausgangslage könnte für Hertha kaum besser sein. Nach sechs Zweitliga-Partien stehen sechs Siege und 18 Punkte zu Buche. Das Torverhältnis beträgt 17:7. Der 1. FC Nürnberg folgt mit 16 Punkten auf Rang zwei.

Gerade diese Serie hat allerdings dazu geführt, dass Leitl nur begrenzten Anlass für größere Veränderungen hatte. Beim 2:1 in Dresden nahm der Trainer gegenüber dem vorherigen Ligaspiel lediglich eine Veränderung in der Startelf vor. Paul Seguin kehrte nach seiner Sperre ins zentrale Mittelfeld zurück.

Für Spieler aus der zweiten Reihe entsteht damit ein klassisches Problem einer erfolgreichen Mannschaft: Gute Leistungen im Training müssen zunächst gegen eine funktionierende Stammformation durchgesetzt werden.

Nilsson, Alfa-Ruprecht und Schuler mit deutlich weniger Minuten

Die Einsatzzeiten zeigen, welche Spieler besonders von den beiden Testspielen profitieren könnten. Neuzugang Gustaf Nilsson kam in den ersten sechs Ligapartien lediglich auf 67 Minuten. Farid Alfa-Ruprecht absolvierte 37 Minuten, Luca Schuler 93. Pascal Klemens steht bei 139 Minuten, Márton Dárdai bei lediglich 19. Eigengewächs Selim Telib kam bislang auf einen dreiminütigen Ligaeinsatz.

Nilsson war erst zum Ende der Transferperiode zum Kader gestoßen und wurde von Leitl bewusst behutsam aufgebaut. Nach dessen ersten Minuten in Osnabrück sagte der Trainer über den schwedischen Mittelstürmer: „Wir werden ihn Schritt für Schritt heranführen.“

Alfa-Ruprecht hat trotz seiner geringen Einsatzzeit bereits Wirkung gezeigt. Beim 3:1 in Osnabrück wurde der Angreifer in der 77. Minute eingewechselt und erzielte in der Nachspielzeit sein erstes Pflichtspieltor für Hertha. Im selben Spiel feierte Telib kurz vor Schluss sein Profidebüt. Klemens durfte wegen der damaligen Sperre von Seguin sogar von Beginn an spielen.

Konkurrenz betrifft mehrere Mannschaftsteile

Die Situation beschränkt sich nicht auf den Angriff. Deyovaisio Zeefuik kommt nach Sperren und Konkurrenz auf den Außenverteidigerpositionen bislang auf 207 Ligaminuten. Klemens liegt hinter den regelmäßig eingesetzten zentralen Mittelfeldspielern. Dárdai spielt derzeit ebenfalls nur eine Nebenrolle.

Auf anderen Positionen ist die Hierarchie deutlich stabiler. Marius Gersbeck und Linus Gechter absolvierten alle bisherigen 540 Ligaminuten. Niklas Kolbe gehörte ebenfalls durchgehend zu den tragenden Spielern. Julian Eitschberger stand in allen sechs Ligapartien auf dem Platz und kommt auf mehr als 500 Minuten.

Damit geht es in den beiden Tests weniger darum, eine wegen Verletzungen auseinandergebrochene Mannschaft neu zusammenzustellen. Vielmehr kann Leitl Spielern aus der zweiten Reihe längere Einsatzzeiten geben, ohne den erfolgreichen Ligabetrieb dafür verändern zu müssen.

Zwei Testspiele werden zur Bewährungsprobe

Der Terminplan bietet dafür eine ungewöhnlich gute Gelegenheit. Zwischen dem Auswärtssieg in Dresden am 19. September und dem nächsten Ligaspiel gegen Fürth am 11. Oktober liegen drei Wochen. Hertha hat diese Zeit mit gleich zwei Testspielen gefüllt.

Der erste Gegner Hertha 03 Zehlendorf spielt in der Oberliga. Drei Tage später steigt das sportlich anspruchsvollere Duell mit Bundesligist Augsburg. Gerade dort können Spieler mit bislang geringer Ligaeinsatzzeit zeigen, wie nahe sie an der ersten Elf sind.

Dass Leitl solche Partien dafür nutzt, ist nicht ungewöhnlich. Schon während einer Länderspielpause der vergangenen Saison setzte er in Zehlendorf mehrere Nachwuchsspieler und Profis ein, die im Ligaalltag weniger Spielzeit erhalten hatten.

Erfolgreiche Stammelf bekommt neue Konkurrenz

Für Herthas weitere Saison kann dieser interne Wettbewerb an Bedeutung gewinnen. Der Oktober bringt nach der langen Pause wieder einen dichteren Spielplan. Auf Fürth folgen innerhalb von fünf Tagen die Partien gegen Holstein Kiel und anschließend gegen Arminia Bielefeld. Ende Oktober steht zusätzlich die zweite Runde des DFB-Pokals beim SSV Jeddeloh II an, bevor drei Tage später das Ligaspiel beim 1. FC Kaiserslautern folgt.

Leitl benötigt damit mehr als eine funktionierende Startelf. Nilsson, Alfa-Ruprecht, Schuler, Klemens, Dárdai und weitere Spieler mit bislang begrenzter Einsatzzeit bekommen in der Länderspielpause die Möglichkeit, ihre Position im Kader zu verbessern.

An Herthas Ausgangslage ändert das zunächst nichts. Der Tabellenführer hat nach sechs Siegen keinen sportlichen Grund für einen grundlegenden Umbau. Gerade deshalb wird der Konkurrenzkampf interessant: Wer die bislang erfolgreichen Stammspieler verdrängen will, muss sich seine Chance erarbeiten.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu