
Der US-amerikanische Filmeditor Elliot Graham ist im Alter von 50 Jahren gestorben. Graham wurde vor allem durch seine Arbeit an Filmen wie „Milk“, „Steve Jobs“, „Captain Marvel“ und dem James-Bond-Film „No Time to Die“ bekannt. Für „Milk“ erhielt er eine Oscar-Nominierung, für „No Time to Die“ gewann er gemeinsam mit Tom Cross einen BAFTA.
Graham ist am Samstag, 19. September 2026, in Los Angeles gestorben. In seiner rund zwei Jahrzehnte umfassenden Laufbahn arbeitete er an großen Studioproduktionen, Biografien, Dramen und Fernsehserien. Zu den Regisseuren, mit denen er zusammenarbeitete, gehörten Gus Van Sant, Danny Boyle, Aaron Sorkin und Cary Joji Fukunaga.
Elliot Graham wurde am 8. Juni 1976 im kalifornischen Claremont geboren. Zu seinen frühen Arbeiten als Filmeditor gehörte Stephen Norringtons „The Last Minute“ aus dem Jahr 2001. Graham teilte sich dort den Schnitt-Credit mit Norrington. 2003 arbeitete er gemeinsam mit John Ottman am Schnitt von Bryan Singers „X2: X-Men United“. Mit Singer und Ottman arbeitete Graham später erneut bei „Superman Returns“, der 2006 erschien.
Auch im Fernsehen war Graham früh tätig. Den Pilotfilm der 2004 gestarteten Arztserie „House“ schnitt er ebenfalls. Weitere Kinoprojekte waren Bill Paxtons „The Greatest Game Ever Played“ aus dem Jahr 2005 und Robert Luketics Thriller „21“ aus dem Jahr 2008.
Seinen bis dahin größten Erfolg erreichte Elliot Graham mit dem biografischen Drama „Milk“ von Gus Van Sant. Sean Penn spielte darin den US-Politiker und Bürgerrechtler Harvey Milk. Bei der Oscar-Verleihung 2009 wurde Graham in der Kategorie Bester Filmschnitt nominiert. Der Preis ging an Chris Dickens für „Slumdog Millionaire“.
„Milk“ kam insgesamt auf acht Oscar-Nominierungen. Zwei Auszeichnungen gingen an den Film. Sean Penn gewann als bester Hauptdarsteller, Dustin Lance Black für das beste Originaldrehbuch. Auch Gus Van Sant war als bester Regisseur nominiert. Graham arbeitete anschließend erneut mit Van Sant zusammen und schnitt dessen 2011 veröffentlichten Film „Restless“.
2014 verantwortete Graham den Schnitt von Stephen Daldrys Film „Trash“. Im selben Jahr war er als zusätzlicher Editor an Marc Webbs „The Amazing Spider-Man 2“ beteiligt. Bei Cary Joji Fukunagas „Beasts of No Nation“ von 2015 wird Graham ebenfalls als zusätzlicher Editor geführt.
2015 folgte mit „Steve Jobs“ die Zusammenarbeit mit Regisseur Danny Boyle. Das Drehbuch stammte von Aaron Sorkin, Michael Fassbender übernahm die Titelrolle. Boyle erklärte später in einem Interview, Graham sei ursprünglich als vorübergehender beziehungsweise Assembly-Editor für das während der Dreharbeiten entstehende Material engagiert worden. Nachdem Boyle während der Produktion mit ihm gearbeitet hatte, blieb Graham als Editor des Films an Bord.
Boyle hob Grahams Arbeit auch in weiteren Gesprächen über „Steve Jobs“ hervor. Die Montage hatte bei dem stark dialogorientierten Film besondere Bedeutung, weil Szenen und Zeitebenen präzise miteinander verbunden werden mussten. Auch Sorkin würdigte Grahams Beitrag zur Gestaltung einzelner Sequenzen des Films.
Zwei Jahre später arbeitete Graham erneut an einem Projekt von Aaron Sorkin. Bei „Molly’s Game“ führte Sorkin erstmals bei einem Kinofilm selbst Regie. Graham gehörte gemeinsam mit Alan Baumgarten und Josh Schaeffer zum Schnittteam. Jessica Chastain spielte die Hauptrolle, Idris Elba gehörte ebenfalls zur Besetzung.
Damit war Graham innerhalb weniger Jahre an zwei großen Kinoprojekten beteiligt, die von Sorkin geschrieben wurden. Bei „Steve Jobs“ führte Danny Boyle Regie, bei „Molly’s Game“ übernahm Sorkin selbst die Regie.
2019 wechselte Graham zu einer weiteren großen Studioproduktion. Gemeinsam mit Debbie Berman schnitt er „Captain Marvel“ von Anna Boden und Ryan Fleck. Brie Larson spielte darin Carol Danvers beziehungsweise Captain Marvel.
Berman beschrieb die Zusammenarbeit später in einem ausführlichen Interview. Demnach besprachen beide Editoren übergreifende Fragen gemeinsam, teilten einen großen Teil der konkreten Schnittarbeit aber untereinander auf. Graham übernahm dabei zahlreiche Actionsequenzen. Berman konzentrierte sich nach eigener Darstellung stärker auf emotionale und humoristische Passagen.
Auch nach „Steve Jobs“ setzte Graham die Zusammenarbeit mit Danny Boyle fort. Bei der 2018 ausgestrahlten FX-Serie „Trust“ war er als Editor beteiligt und wird zudem als Co-Producer geführt. Die zehnteilige Serie wurde von Simon Beaufoy entwickelt. Boyle führte bei mehreren Folgen Regie und gehörte zu den Executive Producern.
In der Besetzung waren unter anderem Donald Sutherland, Hilary Swank, Harris Dickinson und Brendan Fraser zu sehen. Graham arbeitete damit neben seinen Kinoprojekten auch an einer umfangreichen internationalen Fernsehproduktion.
Für „No Time to Die“ arbeitete Elliot Graham erneut mit Cary Joji Fukunaga zusammen. Den Schnitt des 2021 veröffentlichten James-Bond-Films verantwortete er gemeinsam mit Tom Cross. Der Film war Daniel Craigs fünfter und letzter Auftritt als James Bond.
Bei den British Academy Film Awards 2022 wurden Graham und Cross für den besten Filmschnitt ausgezeichnet. BAFTA führt beide offiziell als Gewinner der Kategorie Editing. Graham nahm im selben Jahr außerdem an einer BAFTA-Veranstaltung mit den nominierten Filmeditoren teil und sprach dort über die Arbeit an dem Bond-Film.
Er erläuterte dabei, dass es bei der Montage darum gegangen sei, die bekannten Elemente eines James-Bond-Films mit der emotionalen Geschichte von Daniel Craigs Abschied aus der Rolle zu verbinden. Co-Editor Tom Cross beschrieb die Zusammenarbeit ebenfalls als eng. Beide bearbeiteten einzelne Szenen, stimmten ihre Fassungen jedoch miteinander ab und gaben sich gegenseitig Rückmeldung.
Zwischen Grahams Oscar-Nominierung für „Milk“ und seinem BAFTA-Gewinn für „No Time to Die“ lagen 13 Jahre. Seine Filmografie führte dabei von kleineren Produktionen und Fernsehserien über biografische Dramen bis zu Comicverfilmungen und einem der weltweit bekanntesten Film-Franchises.






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