
Die Emmy Awards 2026 haben einen klaren Sieger hervorgebracht. Die Horror Comedyserie „Widow’s Bay“ dominierte die Hauptgala der 78. Primetime Emmy Awards in Los Angeles und gewann sechs Auszeichnungen während der Fernsehübertragung. Dazu gehörte der wichtigste Comedypreis des Abends. Im Dramabereich setzte sich erneut „The Pitt“ durch, während „DTF St. Louis“ als beste Miniserie ausgezeichnet wurde. Die Gala fand am Montagabend, 14. September, im Peacock Theater statt und lief wegen der Zeitverschiebung in Deutschland bis in den frühen Dienstagmorgen.
„Widow’s Bay“ wurde als beste Comedyserie ausgezeichnet und setzte sich damit unter anderem gegen „Hacks“, „The Bear“, „Abbott Elementary“ und „Shrinking“ durch. Matthew Rhys gewann für seine Rolle in der Serie den Emmy als bester Hauptdarsteller einer Comedyserie. Auch beide Comedy Nebenrollen gingen an „Widow’s Bay“. Kate O’Flynn wurde als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet, Stephen Root als bester Nebendarsteller.
Hinzu kamen zwei Auszeichnungen hinter der Kamera. Katie Dippold gewann für das Drehbuch der Auftaktfolge, Hiro Murai erhielt den Emmy für die Regie. Murai wurde damit zum ersten asiatischen Regisseur, der diese Comedy Kategorie gewann. Bei der Hauptgala kam „Widow’s Bay“ somit auf sechs Auszeichnungen.
Zusammen mit den acht bereits bei den zuvor veranstalteten Creative Arts Emmys gewonnenen Preisen erreichte die Serie insgesamt 14 Emmys in diesem Jahr. Damit stellte „Widow’s Bay“ einen neuen Rekord für eine Comedyserie innerhalb eines Emmy Jahrgangs auf. Der bisherige Bestwert hatte bei 13 Auszeichnungen gelegen.
Als beste Dramaserie wurde erneut „The Pitt“ ausgezeichnet. Das Krankenhausdrama gewann diesen Preis damit für seine ersten beiden Staffeln nacheinander. Eine solche Serie hatte es in dieser Form seit „Mad Men“ nicht mehr geschafft. Auch Noah Wyle setzte seinen Erfolg fort. Er erhielt erneut den Emmy als bester Hauptdarsteller einer Dramaserie für seine Rolle in „The Pitt“.
Bei den Schauspielerinnen ging der Hauptpreis im Dramabereich an Rhea Seehorn für „Pluribus“. Für Seehorn war es der erste Emmy ihrer Karriere. „Pluribus“ gewann außerdem den Preis für das beste Drehbuch einer Dramaserie. Die Auszeichnung ging an Vince Gilligan, der damit erstmals einen individuellen Drehbuch Emmy erhielt.
In den Nebenrollen verteilten sich die Preise auf andere Produktionen. Allison Janney gewann für „The Diplomat“ als beste Nebendarstellerin. Tom Pelphrey wurde für „Task“ als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Die Dramaregie gewann Saul Metzstein für „Slow Horses“.
Eine der wenigen großen Comedy Kategorien, die nicht an „Widow’s Bay“ ging, gewann Jean Smart. Sie wurde für ihre Rolle als Deborah Vance in „Hacks“ erneut als beste Hauptdarstellerin einer Comedyserie ausgezeichnet. Es war ihr fünfter Emmy für diese Rolle und insgesamt ihr achter Schauspiel Emmy.
Damit erreichte Smart bei den Schauspielauszeichnungen einen historischen Gesamtwert. Auch Allison Janney kam durch ihren Sieg für „The Diplomat“ auf acht Schauspiel Emmys. Beide schlossen damit zu Cloris Leachman und Julia Louis Dreyfus auf, die ebenfalls jeweils acht entsprechende Auszeichnungen gewonnen hatten.
Für einen der außergewöhnlichsten Erfolge des Abends sorgte Matthew Rhys. Neben seinem Comedy Emmy für „Widow’s Bay“ gewann er auch als bester Hauptdarsteller einer Miniserie oder eines Fernsehfilms. Dort wurde er für „The Beast in Me“ ausgezeichnet. Noch nie zuvor hatte eine Person in einem Jahr zwei Emmys für Hauptrollen in zwei unterschiedlichen großen Programmkategorien gewonnen.
Rhys hatte bereits 2018 für „The Americans“ als bester Hauptdarsteller einer Dramaserie gewonnen. Damit besitzt er nun Hauptrollen Emmys in den Bereichen Drama, Comedy und Miniserie beziehungsweise Fernsehfilm.
Bei den Frauen gewann Sally Field den Hauptrollenpreis für „Remarkably Bright Creatures“. Die 79 Jahre alte Schauspielerin wurde damit zur ältesten Gewinnerin dieser Kategorie. „Remarkably Bright Creatures“ erhielt bei der Gala außerdem den Emmy als bester Fernsehfilm.
Den wichtigsten Preis im Bereich Miniserie sicherte sich „DTF St. Louis“. Die Produktion gewann bei der Hauptgala die Auszeichnung als beste Miniserie oder Anthologieserie. Weitere Preise hatte die Serie bereits bei den vorausgegangenen Creative Arts Emmys erhalten. Die dort vergebenen Nebenrollen und technischen Kategorien gehörten nicht zur Hauptgala am Montagabend.
Damit verteilten sich die drei zentralen Serienpreise auf drei Produktionen und Plattformen: „The Pitt“ gewann im Drama, „Widow’s Bay“ in der Comedy und „DTF St. Louis“ bei den Miniserien.
Auch außerhalb der drei großen Serienbereiche wurden mehrere prominente Gewinner ausgezeichnet. „The Traitors“ gewann zum dritten Mal in Folge als bestes Reality Wettbewerbsformat. „The Late Show with Stephen Colbert“ erhielt zum zweiten Mal nacheinander den Emmy als beste Variety Serie.
Moderatorin der Gala war Mariska Hargitay. Die Schauspielerin aus „Law & Order: SVU“ war die erste Frau seit 15 Jahren, die allein durch die Emmy Hauptshow führte. Zu den humorvollen Einspielern gehörte eine vorproduzierte „Law & Order“ Szene mit einem kurzen Auftritt von Taylor Swift.
Einen der emotionalen Momente des Abends lieferte die Ehrung von Michael J. Fox. Die Television Academy verlieh ihm den Bob Hope Humanitarian Award für seinen langjährigen Einsatz für die Parkinson Forschung. Überreicht wurde die Auszeichnung von Julianna Margulies. Fox wurde im Saal mit stehenden Ovationen empfangen.
Auch verstorbene Größen des Fernsehens wurden während der Zeremonie gewürdigt. Reba McEntire erinnerte mit einer musikalischen Darbietung an Dolly Parton. Beim traditionellen In Memoriam Segment sang Noah Kahan „Bridge Over Troubled Water“. Darüber hinaus gab es Erinnerungen an James Burrows und Rob Reiner. Zum Programm gehörten außerdem ein Wiedersehen von Sarah Michelle Gellar und David Boreanaz anlässlich des 30. Jubiläums von „Buffy the Vampire Slayer“ sowie eine Würdigung von 50 Jahren „Charlie’s Angels“.
Sportlich betrachtet gehörte die Nacht jedoch eindeutig „Widow’s Bay“. Mit sechs Preisen bei der Hauptgala und 14 Emmys insgesamt setzte die neue Serie den markantesten Akzent der diesjährigen Verleihung. Gleichzeitig bestätigte „The Pitt“ seine Stellung im Dramabereich, während mehrere persönliche Bestmarken von Matthew Rhys, Jean Smart, Allison Janney und Sally Field dem Abend zusätzliche historische Bedeutung gaben.
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