
Die Enhanced Games sollen am 24. Mai 2026 in Las Vegas stattfinden und gehören schon vor dem ersten Wettkampf zu den umstrittensten Sportprojekten der Gegenwart. Nach Angaben der Veranstalter wird das Event im Resorts World Las Vegas ausgetragen. Geplant sind Wettbewerbe in Schwimmen, Leichtathletik und Gewichtheben. Bei der Zahl der Teilnehmenden blieb zunächst unklar, ob am Ende 40 oder 50 Athletinnen und Athleten antreten, da die Veranstalterseite an verschiedenen Stellen unterschiedliche Angaben macht.
Das zentrale Merkmal der Enhanced Games ist der bewusste Bruch mit den Regeln des klassischen Spitzensports. Athletinnen und Athleten sollen nicht nach dem Regelwerk der Welt-Anti-Doping-Agentur kontrolliert werden. Die Veranstalter stellen ihr Konzept als Wettbewerb unter medizinisch überwachten Bedingungen dar. Teilnehmen können nach eigener Darstellung sowohl Athleten, die leistungssteigernde Mittel einsetzen, als auch Athleten, die darauf verzichten.
Anders als bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften oder internationalen Verbandswettbewerben sind leistungssteigernde Mittel bei den Enhanced Games nicht der Regelverstoß, sondern Teil des Formats. Nach Darstellung der Veranstalter soll der Wettbewerb zeigen, welche Leistungen unter Einsatz moderner Medizin und messbarer Leistungsoptimierung möglich sind. Die Welt-Anti-Doping-Agentur bewertet genau diesen Ansatz als gefährlich und verantwortungslos.
Nach Angaben der Veranstalter stehen insgesamt 25 Millionen Dollar an Athletenvergütung im Raum. Diese Summe umfasst nicht nur klassische Siegprämien, sondern nach offizieller Formulierung die Gesamtvergütung für die teilnehmenden Sportlerinnen und Sportler. Zusätzlich werden hohe Boni für Rekordleistungen ausgelobt. Leistungen aus diesem Format würden im etablierten Weltsport allerdings nicht als offizielle Weltrekorde anerkannt, weil die Bedingungen nicht den Regeln der internationalen Verbände entsprechen.
Zu den bekanntesten angekündigten Teilnehmern zählen der frühere australische Schwimmweltmeister James Magnussen, der britische Schwimmer Ben Proud und der US-Sprinter Fred Kerley. Kerley wurde 2022 Weltmeister über 100 Meter, Proud gewann bei den Olympischen Spielen in Paris Silber über 50 Meter Freistil. Auch weitere Athleten aus Schwimmen, Sprint und Kraftsport werden im Umfeld der Veranstaltung genannt. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass die Veranstalter auf internationale Spitzensportler setzen und das Feld in mehreren Disziplinen antreten lassen wollen.
Die Enhanced Games gehen auf den australischen Unternehmer Aron D’Souza zurück. In einer früheren Finanzierungsmitteilung bezeichneten die Veranstalter D’Souza als Präsidenten der Enhanced Games und nannten als Investoren unter anderem Christian Angermayers Apeiron Investment Group, Peter Thiel und Balaji Srinivasan. Die Veranstalter betonen dabei ihre Unabhängigkeit vom olympischen System und von staatlicher Finanzierung.
Die Welt-Anti-Doping-Agentur lehnt das Format deutlich ab. Sie kritisiert, dass leistungssteigernde Substanzen durch das Event normalisiert und als kontrollierbare Mittel der Leistungsoptimierung präsentiert würden. WADA verweist darauf, dass viele Stoffe auch dann gesundheitliche Risiken bergen können, wenn sie in anderen medizinischen Zusammenhängen zugelassen sind. Genannt werden unter anderem mögliche Folgen von Steroiden, Wachstumshormonen und Testosteron.
Besonders kritisch sieht WADA die mögliche Wirkung auf junge Sportlerinnen und Sportler. Die Agentur warnt davor, dass ein Event mit prominenten Athleten und hohen Prämien den Eindruck erwecken könnte, leistungssteigernde Mittel seien bei ärztlicher Begleitung grundsätzlich beherrschbar. Die Veranstalter halten dem ihr Konzept medizinischer Überwachung und Transparenz entgegen.
Auch internationale Sportverbände haben bereits reagiert. World Aquatics beschloss im Juni 2025 eine neue Regelung, nach der Personen, die Wettbewerbe unterstützen, bewerben oder daran teilnehmen, bei denen verbotene Substanzen oder Methoden akzeptiert werden, von Funktionen und Wettkämpfen des Schwimmweltverbands ausgeschlossen werden können.
In Frankreich kündigten Sportministerium, Olympisches Komitee und Anti-Doping-Agentur an, mögliche französische Teilnehmer im Zusammenhang mit dem Einsatz verbotener Substanzen kontrollieren und sanktionieren zu können. Damit wird deutlich, dass die Enhanced Games nicht nur eine sportethische Debatte auslösen, sondern auch konkrete Konflikte mit bestehenden Anti-Doping-Regeln verursachen können.
Der Konflikt um die Enhanced Games reicht über ein einzelnes Event hinaus. Auf der einen Seite stehen Veranstalter und Investoren, die Leistung, medizinische Intervention und privat finanzierten Sport neu verbinden wollen. Auf der anderen Seite stehen WADA, olympische Institutionen und Sportverbände, die Fairness, Gesundheitsschutz und vergleichbare Wettbewerbsbedingungen als Grundlage des Spitzensports verteidigen.
Für den internationalen Sport entsteht damit ein Grundsatzstreit: Sind leistungssteigernde Mittel unter medizinischer Kontrolle ein zulässiger Teil eines neuen Wettkampfformats oder untergraben sie die Regeln, auf denen organisierter Sport seit Jahrzehnten beruht? Die etablierten Sportorganisationen betrachten die Enhanced Games nicht als Erweiterung des Spitzensports, sondern als Angriff auf das Anti-Doping-System.
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