E.ON übernimmt britischen Versorger OVO und baut Geschäft deutlich aus

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Energiekonzern E.ON hat die Übernahme des britischen Energieversorgers OVO abgeschlossen. Wie das Unternehmen am Donnerstag, 8. Oktober 2026, mitteilte, wurde die Transaktion nach der Genehmigung durch die britische Wettbewerbsbehörde vollzogen. Damit wächst das britische Kundengeschäft des deutschen Konzerns erheblich. Auf Grundlage der zuletzt veröffentlichten Unternehmenszahlen kommt E.ON künftig auf rund 9,6 Millionen Kunden in Großbritannien. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Unternehmen Stillschweigen.

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E.ON erweitert Kundengeschäft um rund vier Millionen Kunden

E.ON übernimmt OVO und stärkt damit seine Stellung auf dem britischen Energiemarkt. Bereits vor dem Zusammenschluss betreute der Konzern in Großbritannien rund 5,6 Millionen Kunden. Durch die Übernahme kommen etwa vier Millionen weitere Kunden hinzu. Damit entsteht einer der größten Energieanbieter des Landes.

Die Vereinbarung über den Unternehmenskauf war bereits am 11. Mai 2026 bekannt gegeben worden. Damals stand die erforderliche Zustimmung der Wettbewerbsbehörden noch aus. Mit dem nun bestätigten Abschluss ist diese Voraussetzung erfüllt. Großbritannien gehört für E.ON zu den wichtigsten europäischen Märkten und ist nach Unternehmensangaben der zweitgrößte Markt im Energievertrieb des Konzerns.

Britische Wettbewerbsbehörde gab Übernahme Anfang Oktober frei

Eine entscheidende Voraussetzung für den Abschluss war die Genehmigung durch die Competition and Markets Authority (CMA). Die britische Wettbewerbsbehörde hatte ihre formelle Untersuchung Anfang September eingeleitet und den Zusammenschluss am 1. Oktober freigegeben. Die vollständige Entscheidung wurde am 6. Oktober veröffentlicht.

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Die Behörde untersuchte insbesondere, ob durch die Zusammenlegung zweier großer Energieanbieter der Wettbewerb bei der Versorgung privater Haushalte erheblich eingeschränkt werden könnte. Dabei betrachtete sie die Strom- und Gasversorgung sowie unterschiedliche Zahlungsmodelle.

Die CMA kam zu dem Ergebnis, dass E.ON und OVO bislang keine besonders engen Wettbewerber seien. Zudem gebe es weiterhin mehrere starke alternative Anbieter. Deshalb sah die Behörde keine ausreichenden Anhaltspunkte für eine erhebliche Beeinträchtigung des Wettbewerbs.

Zusammenschluss verändert Kräfteverhältnisse im Energiemarkt

Durch die Übernahme verändern sich die Marktanteile im britischen Energievertrieb. Nach den Berechnungen der Wettbewerbsbehörde wird der gemeinsame Konzern bei der Stromversorgung privater Haushalte zum größten Anbieter in den untersuchten Kundensegmenten.

Bei der Gasversorgung ergibt sich ein anderes Bild. Dort liegt der Zusammenschluss je nach Zahlungsmodell voraussichtlich auf dem zweiten beziehungsweise dritten Platz. Zu den wichtigsten Wettbewerbern gehören weiterhin British Gas, Octopus Energy, EDF und Scottish Power.

Der Zusammenschluss ist damit auch ein weiterer Schritt in der Konzentration des britischen Energiemarktes. In ihrer Untersuchung berücksichtigte die CMA entsprechende Bedenken einzelner Marktteilnehmer, sah aber weiterhin ausreichenden Wettbewerbsdruck durch andere Unternehmen.

Für die Kunden von OVO ändert sich vorerst nichts

Für die rund vier Millionen bisherigen Kunden von OVO hat der Eigentümerwechsel zunächst keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Energieversorgung. Das Unternehmen erklärte nach Abschluss der Übernahme, dass bestehende Tarife, Vertragslaufzeiten und vereinbarte Zahlungen unverändert bleiben.

Auch Guthaben und laufende Zahlungsvereinbarungen sollen bestehen bleiben. Kunden müssen ihre Bankverbindungen oder Zahlungsaufträge nicht ändern. Die bisherigen Kundenkonten werden zunächst weiterhin getrennt von E.ON geführt. Ebenso bleiben die bestehenden Anwendungen und Kundenservices verfügbar.

Langfristig soll OVO vollständig in E.ON integriert werden. Ein konkreter Zeitplan für mögliche technische oder organisatorische Umstellungen wurde zunächst nicht genannt. Nach Angaben von OVO sollen Kunden rechtzeitig über Änderungen informiert werden.

OVO stand unter erhöhten Kapitalanforderungen

Die Übernahme erfolgt vor dem Hintergrund veränderter wirtschaftlicher Bedingungen im britischen Energiehandel. Die Wettbewerbsbehörde stellte in ihrer Entscheidung fest, dass OVO die regulatorischen Anforderungen an seine Kapitalausstattung nicht vollständig erfüllen konnte.

Seit März 2025 unterlag das Unternehmen deshalb bestimmten Einschränkungen. Diese begrenzten nach Einschätzung der CMA auch seine Möglichkeiten, im Wettbewerb mit anderen Energieversorgern aufzutreten.

Für das Geschäftsjahr 2025 bezifferte die Behörde den britischen Umsatz von OVO auf ungefähr fünf Milliarden Pfund. Trotz dieser Größenordnung spielte die finanzielle Widerstandsfähigkeit des Unternehmens bei der Bewertung seiner Marktposition eine wichtige Rolle.

Mit der Eingliederung in E.ON erhält das Energievertriebsgeschäft künftig Zugang zu den finanziellen und organisatorischen Strukturen eines international tätigen Konzerns.

E.ON setzt auf intelligente Tarife und flexible Stromnutzung

Neben der größeren Kundenbasis verfolgt E.ON mit der Übernahme auch technologische Ziele. Im Mittelpunkt stehen digitale Energiedienstleistungen, die Haushalten eine flexiblere Nutzung von Strom ermöglichen sollen.

Bereits bei der Ankündigung im Mai hatte E.ON darauf verwiesen, dass beide Unternehmen zusammen über rund sieben Millionen installierte intelligente Stromzähler in Großbritannien verfügen. Das entspricht nach damaligen Unternehmensangaben einer Abdeckung von mehr als 60 Prozent ihrer Kundenbasis.

Diese Technik ermöglicht beispielsweise Tarife, bei denen Strom zu unterschiedlichen Tageszeiten verschiedene Preise hat. Verbraucher können dadurch bestimmte Verbrauchsvorgänge in günstigere Stunden verlagern. Auch Elektroautos, Batteriespeicher und Solaranlagen lassen sich in solche Systeme einbinden.

E.ON will entsprechende Lösungen weiterentwickeln und nach eigenen Angaben auch in anderen europäischen Märkten einsetzen.

Nicht alle Geschäftsbereiche von OVO gehen an E.ON

Die Übernahme betrifft das britische Energievertriebsgeschäft von OVO einschließlich der dazugehörigen Kunden und Beschäftigten. Andere Unternehmensbereiche waren bereits bei der ursprünglichen Verkaufsankündigung gesondert behandelt worden.

So hatte OVO im Mai auch den geplanten Verkauf seines Geschäfts mit Heizungswartung und entsprechenden Versicherungsleistungen an Hometree angekündigt. Dieser Bereich ist nicht Bestandteil der nun abgeschlossenen Übernahme durch E.ON.

Für die technische Betreuung der bisherigen OVO-Kunden bleibt außerdem die Plattform Kaluza von Bedeutung. Die Unternehmen hatten vereinbart, die bestehende Lizenzvereinbarung für diese Technologie fortzuführen. Darüber hinaus wurde eine mögliche weitergehende Nutzung innerhalb des E.ON-Konzerns in Aussicht gestellt.

Großbritannien bleibt wichtiger Wachstumsmarkt für E.ON

Mit dem Abschluss der Transaktion baut E.ON seine Präsenz außerhalb Deutschlands weiter aus. Großbritannien spielt dabei insbesondere im Bereich des Energievertriebs und der digitalen Kundenlösungen eine wichtige Rolle.

Der Konzern will die größere Kundenbasis nutzen, um neue Produkte schneller zu entwickeln und wirtschaftlicher einzuführen. Dazu zählen intelligente Energietarife sowie Angebote rund um Elektromobilität und die flexible Nutzung erneuerbarer Energien.

Konkrete Einsparungen durch den Zusammenschluss oder zusätzliche finanzielle Ergebnisbeiträge bezifferte E.ON in seiner Mitteilung vom Donnerstag nicht. Auch der Kaufpreis bleibt unveröffentlicht.

Fest steht damit zunächst die deutlich größere Marktpräsenz des deutschen Energiekonzerns. Die schrittweise Zusammenführung beider Unternehmen und die Weiterentwicklung gemeinsamer Angebote bilden die nächsten Aufgaben nach dem abgeschlossenen Unternehmenskauf.

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