Neue Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover erhält breite Zustimmung

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Die seit Jahren umstrittene Bahn-Neubaustrecke Hamburg-Hannover hat eine wichtige politische Hürde genommen. Der Verkehrsausschuss des Bundestages stimmte am Mittwoch, 7. Oktober 2026, für die weitere Planung der neuen Verbindung. Union, SPD, Grüne und Linke unterstützten die Beschlussempfehlung, während die AfD dagegen votierte. Neben einer neuen Schnellfahrstrecke sind zusätzliche Investitionen in die bestehende Bahnverbindung vorgesehen. Am Donnerstag soll der Bundestag abschließend über die Empfehlung abstimmen. Bis zu einer tatsächlichen Umsetzung bleiben allerdings noch mehrere Planungs- und Genehmigungsschritte.

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Neue Bahnstrecke soll 109 Kilometer lang werden

Der Vorschlag sieht eine zweigleisige, elektrifizierte Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover vor. Die Planungen umfassen einen rund 109 Kilometer langen Neubauabschnitt. Die bevorzugte Streckenführung orientiert sich überwiegend an der Autobahn A7 und der Bundesstraße B3. Sie soll westlich an Celle vorbeiführen und anschließend wieder an das vorhandene Schienennetz anschließen.

Die Deutsche Bahn hatte zuvor zahlreiche Varianten untersucht. Nach Bewertung der betrieblichen Anforderungen, der Kosten und der Auswirkungen auf die Umgebung wurde die als Variante Pink bezeichnete Streckenführung bevorzugt. Ergänzend sind technische Verbesserungen an der vorhandenen Verbindung zwischen Celle und Hannover vorgesehen. Die endgültige bauliche Ausgestaltung muss in den weiteren Verfahren konkretisiert werden.

Schnellere Zugverbindungen und mehr Kapazität geplant

Die neue Verbindung soll einen der am stärksten belasteten Abschnitte des deutschen Eisenbahnnetzes entlasten. Nach Angaben der Deutschen Bahn erreichte die Auslastung der bestehenden Strecke zeitweise bis zu 147 Prozent. Auf derselben Verbindung verkehren Fernzüge, Regionalbahnen und zahlreiche Güterzüge.

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Mit zusätzlichen Gleisen sollen diese Verkehrsarten künftig besser verteilt werden können. Nach den Planungszielen könnte die Fahrzeit im Fernverkehr zwischen Hamburg und Hannover um 18 Minuten sinken. Vorgesehen ist eine Reisezeit von 59 Minuten ohne Zwischenhalt in Hamburg-Harburg.

Zugleich soll die Strecke Voraussetzungen für den Deutschlandtakt schaffen. Dieses langfristige Konzept sieht besser aufeinander abgestimmte Zugverbindungen und verlässlichere Anschlüsse im bundesweiten Schienenverkehr vor.

Weitere 250 Millionen Euro für die bestehende Strecke

Die Beschlussempfehlung beschränkt sich nicht auf den Neubau. Zusätzlich soll die vorhandene Verbindung über Lüneburg, Uelzen und Celle verbessert werden. Dafür ist ein Maßnahmenpaket mit einem Umfang von rund 250 Millionen Euro vorgesehen.

Geplant sind unter anderem technische Anpassungen, zusätzliche Möglichkeiten für den Zugbetrieb und Lärmschutzmaßnahmen. Vorgesehen sind zehn Lärmschutzwandprojekte mit einer Gesamtlänge von rund 8,8 Kilometern. Die ergänzenden Arbeiten sollen nach der für 2029 geplanten Korridorsanierung umgesetzt werden, spätestens jedoch 2034.

Die Finanzierung soll der Bund sicherstellen. Das Geld darf nach der Empfehlung nicht zulasten des Neubauprojekts bereitgestellt werden. Allerdings müssen die notwendigen Haushaltsmittel noch abgesichert werden. Damit steht zwar ein konkretes Maßnahmenpaket im Raum, seine Finanzierung ist aber nicht vollständig abgeschlossen.

Zusätzlicher Lärmschutz und neue Regionalbahnhöfe vorgesehen

Ein weiterer Bestandteil der Beschlussempfehlung betrifft den Schutz der Menschen entlang der geplanten Trasse. Für besondere Härtefälle sollen bis zu 100 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt werden können. Diese Mittel sind für fachlich begründete Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen.

Auch zusätzliche Regionalverkehrshalte sind Bestandteil der Überlegungen. Unter anderem sollen die geplanten Überholbahnhöfe bei Soltau und Bergen so vorbereitet werden, dass sie später für den Personenverkehr genutzt werden können.

Eine automatische Einrichtung dieser Haltepunkte ist damit jedoch nicht verbunden. Niedersachsen müsste entsprechende Verkehrsangebote bestellen und die dafür notwendigen Konzepte entwickeln. Auch die Finanzierung zusätzlicher Bahnsteige und Zugangsanlagen wäre noch zu klären.

Besondere Anforderungen gelten außerdem für den Bereich der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Dort soll die Trassenführung so angepasst werden, dass Beeinträchtigungen des Gedenkortes vermieden werden.

Niedersachsen kritisiert den geplanten Neubau weiterhin

Trotz der breiten Zustimmung im Verkehrsausschuss bleibt das Vorhaben politisch umstritten. Insbesondere in Niedersachsen gibt es seit Jahren Widerstand gegen eine neue Bahntrasse. Mehrere betroffene Kommunen und Landkreise bevorzugen einen Ausbau vorhandener Schienenverbindungen.

Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne hatte bereits im September kritisiert, dass die Vorschläge des Landes für einen schnelleren Kapazitätsausbau nicht ausreichend berücksichtigt würden. Niedersachsen setzt insbesondere auf Verbesserungen an der bestehenden Strecke und auf das sogenannte Alpha-E-Konzept, das ursprünglich aus einem regionalen Beteiligungsverfahren hervorgegangen war.

Befürworter des Neubaus halten diesen Ansatz dagegen für unzureichend, um die langfristig benötigten Kapazitäten und kürzeren Fahrzeiten zu erreichen. Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks begrüßte deshalb die Ausschussentscheidung und forderte eine zügige Fortsetzung der Planungen.

Milliardenkosten und langfristiger Zeitplan

Für die Neubaustrecke werden erhebliche Investitionen erforderlich. In den Bundestagsunterlagen wird ein für die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung verwendeter Gesamtwertumfang von rund 8,8 Milliarden Euro genannt. Daneben liegt eine höhere Gesamtwertprognose der DB InfraGO von rund 14,1 Milliarden Euro vor. Die beiden Werte beruhen auf unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen und dürfen deshalb nicht unmittelbar gleichgesetzt werden.

Die Wirtschaftlichkeitsbewertung des Bundes ergab für die bevorzugte Variante ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,5. Im weiteren Planungsverlauf soll dieses Verhältnis regelmäßig überprüft werden. Die Beschlussempfehlung verlangt, dass der Wert nicht unter 1,0 sinkt.

Auch der Zeitplan ist weiterhin offen. In den bisherigen Planungen wurde eine Inbetriebnahme um das Jahr 2050 genannt. Ein verbindlicher Termin für den Baubeginn oder die Fertigstellung steht bislang nicht fest.

Bahnprojekt ist auch für den europäischen Güterverkehr wichtig

Die Verbindung zwischen Hamburg und Hannover hat eine Bedeutung, die weit über Norddeutschland hinausgeht. Über sie werden Güter aus den norddeutschen Seehäfen in andere Teile Deutschlands und Europas transportiert. Gleichzeitig bildet der Korridor eine wichtige Verbindung für den Fernverkehr zwischen Nord- und Süddeutschland.

Das Vorhaben gehört zum europäischen Verkehrsnetz und liegt auf dem Korridor zwischen Skandinavien und dem Mittelmeer. Der Ausbau soll deshalb auch die Voraussetzungen für grenzüberschreitende Gütertransporte verbessern.

Insbesondere für den Transport von Containern aus den Seehäfen sind ausreichende Schienenkapazitäten von Bedeutung. Zusätzliche Gleise könnten künftig ermöglichen, mehr Güterzüge aufzunehmen und den bestehenden Personenverkehr zugleich zu entlasten. Ob und in welchem Umfang diese Verbesserungen eintreten, hängt von der späteren Umsetzung und dem tatsächlichen Betriebsangebot ab.

Bundestag entscheidet über weiteren Planungsweg

Nach der Zustimmung des Verkehrsausschusses steht nun die Abstimmung im Bundestag an. Sie ist für Donnerstagabend, 8. Oktober 2026, vorgesehen. Grundlage ist die Beschlussempfehlung mit der Drucksachennummer 21/8445.

Sollte das Parlament der Empfehlung folgen, könnte die Deutsche Bahn die Planung auf Grundlage der bevorzugten Streckenführung fortsetzen. Anschließend wären unter anderem detaillierte Untersuchungen, die weitere Beteiligung betroffener Kommunen und Bürger sowie die erforderlichen Genehmigungsverfahren notwendig.

Die parlamentarische Zustimmung würde daher noch keinen unmittelbaren Baubeginn bedeuten. Auch Fragen der endgültigen Finanzierung und der konkreten Umsetzung müssten geklärt werden. Mit der Entscheidung des Verkehrsausschusses zeichnet sich jedoch eine politische Mehrheit für die Fortsetzung des seit Jahrzehnten diskutierten Infrastrukturprojekts ab.

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