
Essen. Der Spezialchemiekonzern Evonik setzt sein Effizienzprogramm „Tailor Made“ fort und kündigt weitere Struktur- und Sparmaßnahmen bis Ende 2029 an. Der Evonik Stellenabbau betrifft weltweit rund 3.200 Stellen, davon 2.150 in Deutschland. Zugleich stellt der Konzern im Jahr 2027 sein globales Polyester-Geschäft ein. Betroffen sind die Standorte Witten, Marl und Shanghai. Während der Standort Witten geschlossen werden soll, fallen in Marl und Shanghai Stellen weg. Evonik begründet die Maßnahmen mit schwachem Wachstum, härterem internationalen Wettbewerb und wirtschaftlich nicht mehr tragfähigen Strukturen im Polyester-Geschäft.
Evonik stellt die neuen Maßnahmen in den Zusammenhang des laufenden Konzernprogramms „Evonik Tailor Made“. Vorstand und Sozialpartner haben sich nach Unternehmensangaben auf Struktur- und Sparmaßnahmen verständigt, die weltweit sämtliche Geschäfts- und Verwaltungseinheiten einbeziehen. Der Zeitraum reicht von 2027 bis Ende 2029. Insgesamt sollen in dieser Phase rund 3.200 Stellen wegfallen. Für Deutschland nennt Evonik 2.150 betroffene Stellen. Der Konzern verweist auf Potenziale durch mehr Effizienz, Digitalisierung und Outsourcing. Zusätzlich sollen Optionen für Offshoring geprüft werden.
Der angekündigte Stellenabbau Chemiekonzern ist nicht die erste Maßnahme im laufenden Umbau. Bereits von Oktober 2023 bis Ende 2026 sollen im Rahmen von „Evonik Tailor Made“ und weiteren Effizienzprogrammen der Business Lines rund 2.800 Stellen wegfallen. Für die neue Phase bis 2029 kündigt Evonik erneut eine sozialverträgliche Umsetzung an. Personalvorstand und Arbeitsdirektor Thomas Wessel verweist darauf, dass die Details in den kommenden Wochen mit den Sozialpartnern ausgearbeitet werden sollen. Konkrete Einzelregelungen für betroffene Beschäftigte nennt die Mitteilung noch nicht.
Im Segment Custom Solutions beendet Evonik im Jahr 2027 sein globales Polyester-Geschäft. Betroffen sind die deutschen Standorte Witten und Marl sowie die Produktionsanlage in Shanghai, China. Das Polyester-Geschäft Evonik steht nach Unternehmensangaben für einen Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro, ist aber seit Jahren nicht mehr profitabel. Evonik bezeichnet die Beendigung des Geschäfts und die Schließung der Produktion als wirtschaftlich alternativlos. Als Gründe nennt der Konzern globalen Wettbewerbsdruck, strukturelle Nachteile in Europa und eine nachlassende Marktdynamik.
Die stärksten Folgen hat die Entscheidung für Evonik Witten. Der Standort Witten mit 266 Beschäftigten soll im Jahr 2027 geschlossen werden. Eine komplette Schließung von Evonik Marl ist dagegen nicht angekündigt. Am Standort Marl sollen nach Angaben des Unternehmens 45 Stellen wegfallen. In der Produktionsanlage in Shanghai, China, nennt Evonik 35 betroffene Stellen. Damit verteilt sich die Einstellung des Polyester-Geschäfts auf drei Standorte, wobei Witten als Standort vollständig geschlossen werden soll. Für Marl und Shanghai geht es laut Mitteilung um Stellenabbau innerhalb des betroffenen Geschäfts.
Vorstandschef Christian Kullmann begründet die Fortsetzung des Effizienzprogramms mit einer unsicheren weltpolitischen Lage, anhaltend schwachem Wachstum und einem härteren internationalen Wettbewerb. Der Konzern will nach eigener Darstellung seine Strukturen weiter anpassen und die eigene Wettbewerbsfähigkeit stärken. Evonik ist ein Spezialchemiekonzern mit Sitz in Essen und in mehr als 100 Ländern aktiv. Im Jahr 2025 erwirtschaftete das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz von 14,1 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA von 1,9 Milliarden Euro. Weltweit beschäftigt Evonik rund 31.000 Menschen.
Quelle: Evonik
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