Festo Stellenabbau: 1.300 Jobs in Deutschland betroffen

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Der Festo Stellenabbau trifft Tausende Beschäftigte in Deutschland: Der Esslinger Automatisierungsspezialist soll laut Unternehmensangaben rund 1.300 Arbeitsplätze in Deutschland streichen wollen. Die Ankündigung vom 8. Mai 2026 kommt nach dem dritten Umsatzrückgang in Folge und soll Teil eines weltweiten Transformationsprogramms sein.

Festo Stellenabbau: Jeden sechsten Deutschland-Mitarbeiter soll es treffen

Das Familienunternehmen aus Esslingen am Neckar beschäftigt nach Unternehmensangaben weltweit rund 20.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon etwa 8.200 in Deutschland. Mit dem geplanten Abbau von rund 1.300 Stellen soll laut Unternehmen knapp jeder sechste Arbeitsplatz in Deutschland wegfallen. CEO Thomas Böck soll betont haben, dass Standortschließungen nicht geplant seien — alle deutschen Produktionsstandorte sollen erhalten bleiben.

Der Stellenabbau soll so sozialverträglich wie möglich erfolgen, heißt es vom Unternehmen. Geplant seien Maßnahmen im gegenseitigen Einvernehmen sowie Angebote für Mitarbeitende nahe dem Rentenalter. Betriebsbedingte Kündigungen sollen laut Böck so weit wie möglich vermieden werden — seien jedoch nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Betriebsrat und Unternehmensleitung verhandeln derzeit noch über die konkreten Details des Abbaus. Ein Sozialplan soll ausgearbeitet werden.

Zuletzt hatte auch Aldi Süd einen Stellenabbau von 1.250 Jobs angekündigt — ein weiteres Zeichen für den wachsenden Druck auf Unternehmen in Deutschland.

IG Metall kritisiert Festo Stellenabbau scharf

Die Reaktion der Gewerkschaft IG Metall fiel deutlich aus. Max Czipf, Vertreter der IG Metall in Esslingen, soll erklärt haben, die Ankündigung habe Beschäftigte und Gewerkschaft „eiskalt erwischt“. Der Umfang der geplanten Maßnahmen sei überraschend und rufe große Sorgen um die Auswirkungen auf die Arbeits- und Wirtschaftsregion hervor.

Die IG Metall Esslingen hält den Schritt nach eigenen Angaben für falsch. Czipf soll gewarnt haben: Wer in dieser Wirtschaftskrise Stellen abbaue, trage Verantwortung für den Schaden am Industriestandort Deutschland. Die Gewerkschaft fordert laut Berichten Gespräche über Alternativen zum Personalabbau.

Wie zuletzt auch bei anderen Industrieunternehmen zeigt sich: Stellenstreichungen treffen oft dann besonders hart, wenn sie für die Region zentraler Arbeitgeber sind. Auch eine Ifo-Umfrage warnt, dass jedes zwölfte Unternehmen seine Existenz als bedroht ansieht — die strukturellen Probleme der deutschen Industrie sind weitreichend.

Hintergrund: Umsatzrückgang und wachsender Wettbewerb aus Asien

Festo, spezialisiert auf Steuerungs- und Automatisierungstechnik für die Industrie, soll im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 3,33 Milliarden Euro erzielt haben — ein Rückgang von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es soll sich um den dritten Umsatzrückgang in Folge handeln. Das Unternehmen begründet die Schwierigkeiten mit einem veränderten globalen Marktumfeld: wachsendem Wettbewerb aus Asien, geopolitischen Krisen sowie einer anhaltenden Investitionszurückhaltung der Industriekunden.

Auch asiatische Märkte wie China, Südostasien, Korea und Japan sollen laut Unternehmensangaben rückläufige Geschäfte verzeichnet haben. Handelshemmnisse und geopolitische Konflikte werden als weitere Belastungsfaktoren genannt. Das weltweite Transformationsprogramm ziele laut Festo auf jährliche Einsparungen von rund 200 Millionen Euro ab — ein erheblicher Einschnitt für das Unternehmen.

Festo plant Neuausrichtung — Fokus auf KI und globale Forschung

Trotz des Stellenabbaus soll Festo die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens vorantreiben. Für 2026 habe man laut eigenen Angaben das Konzept der „Seamless Automation“ als Zukunftsstrategie definiert — eine nahtlose Verzahnung von Automatisierungslösungen über alle Produktionsstufen hinweg. Auch global ausgerichtete Forschung und Entwicklung soll weiter gestärkt werden.

Ob die angekündigten Maßnahmen ausreichen, um Festo langfristig wettbewerbsfähig zu halten, bleibt abzuwarten. Der Automatisierungsmarkt steht weltweit unter Druck — nicht nur durch asiatische Konkurrenten, sondern auch durch die zunehmende Integration von Künstlicher Intelligenz in Industrieprozesse. Wie andere deutsche Maschinenbauer kämpft auch Festo darum, seinen Platz im sich schnell wandelnden globalen Markt zu behaupten.

Quellen: Handelsblatt, Stuttgarter Zeitung, heise online, t-online, produktion.de, RNZ

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