
Der Dachstuhlbrand Solingen Gräfrath hat am Abend einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Nach Angaben der Feuerwehr Solingen wurden die Einsatzkräfte um 20:12 Uhr zu einem Brand in die Tannenstraße im Ortsteil Gräfrath alarmiert. Beim Eintreffen des ersten Löschzuges der Feuer- und Rettungswache III brannte der Dachstuhl eines dreigeschossigen Wohnhauses bereits in voller Ausdehnung. Das Feuer drohte auf ein unmittelbar angrenzendes Nachbarhaus überzugreifen. Beide Gebäude wurden geräumt. Ein Bewohner wurde leicht verletzt und durch den Rettungsdienst in ein Klinikum gebracht.
Die Lage in der Tannenstraße war nach Angaben der Feuerwehr bereits beim Eintreffen des ersten Löschzuges kritisch. Der Dachstuhl des dreigeschossigen Wohnhauses stand in voller Ausdehnung in Flammen. Zugleich bestand die Gefahr, dass sich das Feuer auf den direkt angrenzenden Dachstuhl des Nachbarhauses ausbreitet. Die Einsatzkräfte räumten deshalb umgehend beide Gebäude. Anschließend begann die Brandbekämpfung über zwei Drehleitern sowie mit zahlreichen Trupps unter Atemschutz im Innenangriff. Ziel war es, die weitere Ausbreitung des Feuers zu stoppen und die tieferliegenden Geschosse zu schützen.
Der Einsatz entwickelte sich zu einem Großeinsatz der Feuerwehr Solingen. Vor Ort waren alle drei Wachen der Berufsfeuerwehr sowie die Löscheinheiten Gräfrath, Mangenberg und Wald der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt. Unterstützt wurden sie durch die Informations- und Kommunikationseinheit sowie den Umweltschutzzug. Insgesamt waren nach Angaben der Feuerwehr rund 90 Einsatzkräfte beteiligt. In der Spitze kamen zwei Wenderohre über Drehleitern und sechs handgeführte Strahlrohre zum Einsatz. Die Brandbekämpfung war für die Einsatzkräfte besonders belastend, auch wegen der fordernden klimatischen Bedingungen.
Den Einsatzkräften gelang es nach Angaben der Feuerwehr, ein vollständiges Übergreifen des Feuers auf den benachbarten Dachstuhl zu verhindern. Der Dachstuhl des Nachbarhauses wurde zwar beschädigt, konnte jedoch gehalten werden. Auch die tieferliegenden Geschosse des ursprünglich betroffenen Wohnhauses blieben vor einer weiteren Brandausbreitung bewahrt. Damit konnte die Feuerwehr trotz der schwierigen Ausgangslage verhindern, dass sich der Dachstuhlbrand Solingen Gräfrath noch weiter ausdehnte. Angaben zur Brandursache oder zur Höhe des Sachschadens machte die Feuerwehr in der Mitteilung zunächst nicht.
Die betroffenen Gebäude gelten nach Angaben der Feuerwehr zunächst als unbewohnbar. Grund dafür sind Brand- und Rauchschäden sowie die abgeschaltete Energieversorgung. Alle Bewohner konnten eigenständig eine alternative Unterkunft finden. Ein Bewohner verletzte sich zu Beginn des Einsatzes leicht und wurde durch den Rettungsdienst in das Klinikum Solingen transportiert. Weitere verletzte Bewohner nennt die Feuerwehr nicht. Auch ein Feuerwehrbeamter musste nach einem Einsatz im Innenangriff wegen Kreislaufproblemen behandelt werden. Die Belastung durch Atemschutzeinsatz und Temperaturen spielte dabei eine erkennbare Rolle.
Der Innenangriff erwies sich nach Angaben der Feuerwehr als enorm kräftezehrend. Mehrere Trupps mussten unter Atemschutz in dem Gebäude arbeiten, während parallel über Drehleitern Wasser abgegeben wurde. Wegen der hohen Belastung stellte die Versorgungseinheit schnell Kaltgetränke und Stärkungen für die erschöpften Einsatzkräfte bereit. Während des Großeinsatzes wurden zudem andere Einheiten eingebunden, um die verwaisten Berufsfeuerwehrwachen zu besetzen. Die Löscheinheiten Böckerhof sowie Merscheid und Ohligs übernahmen diese Aufgabe und bewältigten währenddessen zwei weitere Brandeinsätze sowie einen Verkehrsunfall.
Während der Dachstuhlbrand Solingen Gräfrath bekämpft wurde, musste die Feuerwehr Solingen auch für weitere Notfälle einsatzbereit bleiben. Die Löscheinheiten Böckerhof und Merscheid/Ohligs besetzten deshalb die Berufsfeuerwehrwachen, die durch den Großeinsatz nicht regulär verfügbar waren. In dieser Zeit wurden nach Angaben der Feuerwehr zwei weitere Brandeinsätze und ein Verkehrsunfall abgearbeitet. Der Einsatz in Gräfrath band damit nicht nur viele Kräfte an der Tannenstraße, sondern erforderte zugleich eine Neuorganisation des Grundschutzes im Stadtgebiet. Weitere Details zu den parallelen Einsätzen wurden nicht genannt.
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