
Kurz vor der gamescom 2026 in Köln erhöht die deutsche Games-Branche den politischen Druck. Der Branchenverband game fordert verlässlichere Förderbedingungen, eine stärkere internationale Ausrichtung des Produktionsstandorts und weniger parallele Regulierung. Die Forderungen sind Teil einer politischen Erklärung, die der Verband im Vorfeld der Messe veröffentlicht hat. Im Mittelpunkt stehen die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Studios, geplante steuerliche Anreize und die gesellschaftliche Bedeutung von Computer- und Videospielen.
Der game-Verband verlangt bessere Bedingungen für die Entwicklung und Produktion von Computerspielen in Deutschland und Europa. Genannt werden eine verlässliche Gründungs- und Produktionsförderung, leistungsfähige digitale Infrastruktur sowie Verbesserungen bei Ausbildung und Fachkräfteeinwanderung. Eine zentrale Forderung betrifft die angekündigte steuerliche Games-Förderung. Sie soll aus Sicht des Verbandes zügig umgesetzt werden, damit deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb bessere Chancen erhalten.
Bei der Erklärung handelt es sich um Forderungen einer Interessenvertretung und nicht um bereits beschlossene politische Maßnahmen. Der Verband vertritt unter anderem Entwicklungsstudios, Publisher, Bildungseinrichtungen und E-Sport-Organisationen.
Ein weiteres Themenfeld ist die Regulierung digitaler Spiele und Plattformen. Der Verband warnt vor einem aus seiner Sicht unübersichtlichen Nebeneinander verschiedener Regeln. Bestehende Systeme wie die deutsche Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, kurz USK, das europäische PEGI-System und die internationale Altersklassifizierung IARC sollten nach Ansicht des Verbandes gestärkt werden.
Kritisch beurteilt die Interessenvertretung mögliche zusätzliche Vorgaben durch den auf europäischer Ebene diskutierten Digital Fairness Act. Der game-Verband befürchtet Überschneidungen mit bereits bestehenden Jugendschutz- und Verbraucherschutzregelungen. Ob und in welcher Form neue EU-Vorschriften beschlossen werden, ist damit jedoch nicht vorweggenommen.
Neben wirtschaftlichen Forderungen hebt die Erklärung die kulturelle und gesellschaftliche Rolle von Games hervor. Der Verband wirbt dafür, digitale Spiele stärker in Bildung, Forschung und demokratischer Beteiligung einzusetzen. Zur Begründung verweist er auf Untersuchungen, nach denen Spielerinnen und Spieler für gesellschaftliches Engagement erreichbar seien und ein vergleichsweise hohes Vertrauen in demokratische Strukturen aufweisen könnten.
Rund 41,2 Millionen Menschen in Deutschland spielen nach Verbandsangaben zumindest gelegentlich Computer- oder Videospiele. Das entspricht etwa sechs von zehn Menschen zwischen sechs und 69 Jahren. Weltweit zählt die Branche mehrere Milliarden Spieler und erzielt Umsätze in dreistelliger Milliardenhöhe.
Die gamescom-Woche beginnt am 24. August 2026 mit der Entwicklerkonferenz gamescom dev für das Fachpublikum. Am 25. August folgt die Opening Night Live, bei der traditionell neue Spiele, Erweiterungen und Trailer präsentiert werden. Die Messehallen der gamescom 2026 in Köln sind anschließend vom 26. bis 30. August geöffnet.
Veranstaltet wird die Messe gemeinsam von der Koelnmesse und dem game-Verband. Die politischen Forderungen dürften auch bei den Gesprächen mit Vertretern aus Bund, Ländern und Europäischer Union eine Rolle spielen. Der Verband will die internationale Aufmerksamkeit der Messe nutzen, um für langfristig planbare Rahmenbedingungen für die Games-Branche in Deutschland zu werben.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu